Elektroautos – ist der Hype umsetzbar?

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Gefühlt jede Automarke stellt im Moment neue elektrische Modelle vor, von Aston Martin’s neuem Bond Auto Rapide E bis zum Solarfahrzeug Sion von Sono Motors. Viel Werbung geschieht hier im Namen der Umwelt – die CO2-Verpestung der Benziner und Dieselautos soll Geschichte werden, dadurch die Luft gesünder und der Klimawandel verlangsamt. Das ist hoch gegriffen, wird aber vom Staat durch Kaufprämien und fünf Jahre Befreiung von der KFZ-Steuer gefördert. Die geringeren Betriebskosten, wenn denn der höhere Kaufpreis erst mal geschluckt ist, sind auch anziehend.

Die Knackpunkte sind auch weitgehend bekannt:

Abnehmer

Das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland auf den Straßen zu sehen, wurde letztes Jahr schon auf 2020 zurückgeschoben. Trotzdem wächst der Markt, sowohl weltweit wie auch in Deutschland. Weltweit nur halt mehr – Anfang des Jahres stand es bei 2,4 Prozent aller Neuzulassungen. Deutschland hinkt mit 1,9 Prozent Marktanteil hinter China (4,5 Prozent), den USA (2,1 Prozent) und dem Europäischem Anführer Norwegen (2,0 Prozent) hinterher.

Dafür sind Elektroautos aber ein eindeutig wachsender Markt und die Umstellung ist letztendlich aufgrund schwindender Ressourcen unabdinglich. Auf Langzeit gesehen, liegt das Geld in der Behebung der bestehenden Bedenken der Käufer.

Motor

Um elektrische Energie in mechanische umzuwandeln, braucht ein Elektroauto so einiges an Technik unter der Haube. Besonders die Elektronikverbindungen müssen Dauer-Volllast aushalten – für diejenigen die gerne an ihrem Auto herumschrauben ist Überhitzung, z.B. durch unsauber angeschlossene Stecker und Nutzung unpassender Aderendhülsen zur Kabelführung, eine echte Gefahr. Hobbybastler wollen vielleicht doch erst mal bei ihren alten Benzinern bleiben.

Insgesamt nimmt die Rolle der technischen Komponenten im Elektroauto ab. Die Antriebsmöglichkeiten in elektrischen Motoren sind weniger differenziert als die vielen verschiedenen Möglichkeiten für Benzinmotoren, vom Turbo bis zur Zylinderanzahl. Autohersteller können stattdessen noch mehr durch Design auffallen – das mag Einigen gut gefallen – und die Vorteile des Elektromotors sind auch bekannt: geräuscharm, kein CO2 Ausstoß, und weniger Verschleiß der Teile durch die effiziente Kraftentwicklung mittels Elektromagnetismus.

Reichweite und Ladestationen

Das große Manko, das viele Deutsche davon abbringt, sich ein Elektroauto anzuschaffen, besteht aus einem Zusammenspiel aus beschränkter Reichweite und den vergleichsmäßig selteneren Ladestationen für Elektroautos. Außerdem dauert das Laden auch noch deutlich länger als den Benzintank zu füllen, selbst mit der schnellsten Ladesäule von Tesla (ca. 20 Minuten).

Aber auch hier gute Nachrichten: die Reichweite und Ladeschnelligkeit werden schon seit Jahren immer weiter von den Autoherstellern verbessert und der Ausbau eines guten Ladestationennetzes hängt hauptsächlich an der Finanzierung.

Das Fazit? Heutiges langsames Wachstum könnte sich beschleunigen, wenn den konkret auf die Sorgen der potentiellen Käufer eingegangen wird und genug Geld in die Förderung fließt – übliche Politikprobleme also. Selbst Hype muss unterstützt werden.

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