Peugeot Partner: Das Büro auf Rädern mit dem kleinen Lenkrad

Wenn der Expert der Allrounder ist, dann ist der Peugeot Partner der wendige Spezialist für die „letzte Meile“. Auch er hat viele Brüder (Citroën Berlingo, Opel Combo, etc.), aber der Partner hat ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn radikal von allen anderen Lieferwagen unterscheidet: das i-Cockpit.

Das i-Cockpit: Liebe oder Hass?

Steigt man in einen Opel Combo oder Citroën Berlingo, sieht man ein normales Armaturenbrett. Im Peugeot Partner hingegen blickt man auf das berühmte i-Cockpit:

  • Das Layout: Ein winziges, oben und unten abgeflachtes Lenkrad und darüber liegende Instrumente (bzw. ein Display).
  • Der Effekt: Das kleine Lenkrad sorgt für ein extrem handliches, fast schon Gokart-artiges Fahrgefühl. Man muss weniger kurbeln, der Wagen wirkt agiler.
  • Das Problem: Je nach Körpergröße und Sitzposition kann der Lenkradkranz die Sicht auf den Tacho verdecken. Eine Probefahrt ist hier also Pflicht, um zu sehen, ob die Ergonomie passt.

Nutzwert: Riese im Zwergenkostüm

Der Partner ist in zwei Längen erhältlich (L1: 4,40m und L2: 4,75m).

  • Kapazität: In die Langversion passen zwei Europaletten hintereinander. Das ist in dieser Fahrzeugklasse keine Selbstverständlichkeit.
  • Überlastanzeige: Ein cleveres technisches Gimmick (optional) ist die sensorgesteuerte Überlastanzeige. Das Auto misst das Gewicht der Ladung und warnt den Fahrer per Lichtsignal im Laderaum, wenn das zulässige Gesamtgewicht überschritten ist. Das schützt vor Strafzetteln und Verschleiß.
  • Surround Rear Vision: Da Kastenwagen nach hinten blind sind, ersetzt Peugeot den Innenspiegel optional durch einen Bildschirm, der permanent das Bild einer Rückfahrkamera zeigt. Das eliminiert den toten Winkel fast vollständig.

e-Partner: Der Standard für die City

Auch den Partner gibt es vollelektrisch. Er nutzt den bekannten 136-PS-Motor und die 50-kWh-Batterie.

  • Die Realität: Die WLTP-Reichweite von rund 280 km schmilzt im Winter oder bei voller Beladung schnell auf 150-180 km zusammen. Für den städtischen Handwerker, Floristen oder Pflegedienst ist das meist völlig ausreichend. Geladen wird serienmäßig 3-phasig mit 11 kW (Wallbox) oder bis zu 100 kW am Schnelllader.

Abgrenzung zum Rifter

Wichtig für Interessenten: Der „Partner“ ist das reine Nutzfahrzeug (Blech verkleidet, robustes Interieur). Die PKW-Version für Familien heißt bei Peugeot Rifter. Während der Rifter oft schicker ausgestattet ist, ist der Partner auf harte Arbeit ausgelegt – mit abwaschbaren Böden und widerstandsfähigem Plastik.

Fazit: Der Dynamiker

Der Peugeot Partner ist der Lieferwagen für Fahrer, die eigentlich gerne Auto fahren. Durch das i-Cockpit und die straffe Abstimmung macht er mehr Spaß als die Konkurrenz, ohne beim Nutzwert Abstriche zu machen. Wer täglich acht Stunden hinter dem Steuer sitzt, wird die Agilität des kleinen Lenkrads schnell zu schätzen wissen.