Selbstfahrende Autos: Was ist der Status Quo?

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Auf der morgendlichen Fahrt zur Arbeit ein Nickerchen halten und ausgeruht am Arbeitsplatz aufwachen – der Traum eines jeden Pendlers. Selbstfahrende Autos sollen uns dies in Zukunft ermöglichen. Doch wie weit ist die Industrie bisher, mit welchen Problemen hat die Technik zu kämpfen und was sagt das Gesetz dazu?

Selbstfahrende Autos ersetzen zukünftig den Fahrer

Bekannte Autohersteller wie Tesla, BMW und Mercedes arbeiten schon seit einiger Zeit an Assistenzsystemen, die später in autonomen KFZ zum Einsatz kommen sollen. Auch Audi und Huawei sind an der innovativen Technik interessiert. Aktuelle Systeme beschränken sich darauf, den Fahrer zu unterstützen. So haben wir heutzutage Systeme, die selbstständig die Geschwindigkeit halten und bei Bedarf drosseln, Einparkhilfen, Abstandshalter und sogar Spurhalter.

Autofanatiker kritisieren diesen Schritt vehement, doch wird sich das selbstfahrende Auto langfristig über den Fahrer hinwegsetzen. Dieser Schritt dient nicht nur dem Komfort. Ziel ist es, die Fehlerquelle Mensch zu ersetzen und ein sicheres Straßennetzwerk zu errichten. Im Optimum sollen Unfälle im Straßenverkehr künftig ganz der Vergangenheit angehören. Auch Maschinen sind nicht vor Fehlern gefeit, doch tragen fehlerhafte Systeme nur bei etwa 5 Prozent aller Verkehrsunfälle die Schuld. Das wäre bei Umstieg auf ein automatisiertes Verkehrsnetz immerhin eine Reduktion aller Verkehrsunfälle um 95 Prozent.

Die fünf Stufen des selbstfahrenden Autos

In der Automobilindustrie werden die Schritte zum autonomen Fahren in fünf Schritte unterteilt. Anhand dieser unterschiedlichen Entwicklungsstufen können wir abschätzen, wo wir uns aktuell befinden, welche Technik wir bereits in KFZ implementiert haben und welche Aufgaben noch vor uns stehen.

0. Stufe

Ein Fahrzeug wie es früher noch üblich war. Es sind keinerlei technische Systeme vorhanden, die dem Fahrer assistieren. Der Fahrer ist völlig eigenständig für das Führen des Fahrzeugs verantwortlich.

1. Stufe

Das Fahrzeug besitzt einfache Systeme, die den Fahrer unterstützen. Hierzu zählen simple Assistenzsysteme wie Berganfahrhilfe, Totwinkelwarner oder Systeme zur Spurhaltung.

2. Stufe

Der Fahrer wird nicht nur beim Fahren unterstützt. Das KFZ nimmt dem Fahrer einige Aufgaben vollständig ab. Hierzu zählen Systeme zur Spurhaltung oder zum völlig autonomen Einparken. Auch Systeme wie der Stauassistent, die dem Vordermann selbstständig folgen können, die Geschwindigkeit anpassen und notfalls bremsen, gehören dazu.

3. Stufe

In diesem Stadium der Entwicklung spricht man bereits von einem teilautonomen Kraftfahrzeug. Ein solches Fahrzeug besitzt die Eigenschaft, selbstständig die Geschwindigkeit an andere Verkehrsteilnehmer anzupassen, die Spur zu wechseln und einen passenden Abstand zu halten. Natürlich sind derartige KFZ noch nicht in der Lage, völlig selbstständig zu fahren. Je nach Situation übergibt das KFZ die Kontrolle wieder dem Fahrer. In dieser Stufe muss der Fahrer stets bereit sein einzugreifen, um potentielle Fehlberechnungen des Systems auszugleichen.

4. Stufe

Ab dieser Stufe ist das Kraftfahrzeug in der Lage, selbstständig durch den Straßenverkehr zu navigieren. Fast sämtliche Funktionen werden vom Auto übernommen. Doch ist das Auto noch nicht in der Lage, sämtliche Situationen im Straßenverkehr selbstständig zu bewältigen und benötigt einen Fahrer, der im Notfall eingreift.

5. Stufe

Man spricht von einer Vollautomatisierung. Das Fahrzeug benötigt keinen Fahrer. Insassen müssen sich nicht auf den Straßenverkehr kontrollieren und können arbeiten, schlafen oder einer anderen Tätigkeit nachgehen.

Wie weit ist unsere Technik?

Viele KFZ auf deutschen Straßen befinden sich noch im urtümlichen Zustand und besitzen keinerlei Assistenzsysteme. In der Regel besitzen Neuwagen jeder Preisklasse mindestens einfache Systeme wie Anfahrhilfen, Parkhilfen oder ESP. Wie gut ein Auto heutzutage ausgestattet ist, bestimmt natürlich auch der Preis. Mittelklassewagen mit einer selbstständigen Einparkfunktion oder autonomer Spurhaltung sind keine Seltenheit mehr auf deutschen Straßen.

Die meisten Neuwagen in der höheren Preisklasse sind mit den gängigsten fortschrittlichen Assistenzsystemen ausgestattet. Dominiert wird die Branche aktuell von Tesla. Das Model S des innovativen Großunternehmens befindet sich ungefähr auf Stufe 3 des autonomen Fahrens. “Das aktuelle Ziel der Automobilindustrie ist es, einen flächendeckenden Standard auf dieser Entwicklungsstufe einzuführen, ehe man sich der Vollautomatisierung widmet”, so die Experten vom Online-Automagazin Autobibel.

Wie steht es in Deutschland um selbstfahrende Autos?

Großkonzerne wie Facebook oder Google arbeiten schon lange an Fahrzeugen, die eigenständig durch Silicon Valley navigieren. Doch auch in Deutschland wird schon lange am autonomen Auto getüftelt. Interessant ist hierbei überwiegend das Projekt UNICARagil, das unter der Leitung der RWTH in Aachen und in Zusammenarbeit weiterer deutscher Universitäten entwickelt wird. Lutz Eckstein, Leiter des Projekts, kündigte eine Fertigstellung bis Ende 2022 an. Das fertige System soll vollständig für den Straßenverkehr geeignet sein und benötigt keinen assistierenden Fahrer mehr. Auch die DLR und die Deutsche Bahn sind an Innovationen rund um das autonome Auto interessiert.

Welche Probleme gibt es noch zu lösen?

Leider besteht der Straßenverkehr nicht nur aus anderen Kraftfahrzeugen. Auch Fußgänger und Radfahrer sind Verkehrsteilnehmer, die von autonomen Kraftfahrzeugen berücksichtigt werden müssen. Potentielle Regelübertretungen dieser müssen vom Auto selbstständig erfasst und korrigiert werden können. Unvorhergesehene Situationen sind aktuell die größte Hürde der Forschung und es wird sich noch zeigen, wie diese Problematik letztendlich gelöst wird. Wann das selbstfahrende Auto letztlich flächendeckend eingeführt wird und das urtümliche Auto von den deutschen Straßen vollständig verdrängt, ist nur noch eine Frage der Zeit.

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