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Dieselskandal: Ex-Audi-Chef geht in Berufung

Abgasanlage
Abgasanlagen, Bild: Pixabay

Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler legt Revision gegen das Ende Juli verkündete Urteil ein. Das Landgericht München hatte den ehemaligen Chef von Audi zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und 9 Monaten. Grund dafür war Stadlers Rolle im Volkswagen-Dieselskandal, der im Jahr 2015 aufgedeckt wurde. Der Einspruch gegen das Urteil kommt für viele überraschend.

Warum Stadler das Urteil nicht akzeptiert

Eigentlich schien in der Frage alles geklärt. Rupert Stadler gab vor etwa zwei Monaten ein umfassendes Geständnis ab. Seine Verteidigerin gab im Mai an, Stadler hätte die Möglichkeit gehabt, einzugreifen, habe dies aber nicht getan. Dass Fahrzeuge manipuliert worden seien und dadurch Käufer geschädigt worden seien, „habe ich zwar nicht gewusst, aber als möglich erkannt und billigend in Kauf genommen“, so Stadler, der sein Verhalten bedaure.

Im Gegenzug dafür fiel die Strafe durch das Landgericht München mit unter zwei Jahren auf Bewährung relativ gering aus. Dass Stadler dagegen nun in Berufung geht, kommt für viele überraschend. Hinter dem Schritt könnte statt einer Unzufriedenheit mit dem Urteil taktisches Kalkül stehen. Während das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, können Stadler und Co nicht als Zeugen für andere Fälle geladen werden. Mit der Revision verschiebt sich die Rechtskräftigkeit des Urteils. Die Anwälte des mit angeklagten P. erklärten zudem, dass die Revision zur Fristwahrung eingelegt wurde. Stadler und Hatz, ebenfalls mit angeklagt, haben noch kein Statement abgegeben.

Diesel-Skandal: Was war da los?

Erst gestern haben wir berichtet, dass der Bundesgerichtshof mit einem Urteil vielen Dieselfahrern Schadenersatz zuspricht. Im Jahr 2015 hatten Ingenieure bei VW und Audi zugegeben, eine Software in Fahrzeuge eingebaut zu haben, die die Abgaswerte von Dieselmotoren auf dem Prüfstand runterdrosselte. In der Realität waren die Werte jedoch viel höher und lagen über den zulässigen Grenzen. Der Skandal hat die Branche erschüttert und Schäden in Milliardenhöhe verursacht. In den USA ist es zu Sammelklagen gegen die Hersteller gekommen, nun gibt es die ersten Verurteilungen. Neben Stadler sind auch die Mitangeklagten Wolfgang Hatz (damaliger Chef der Motorenentwicklung bei Porsche, heutiger Vorstand der Marke) sowie der Ingenieur P. verurteilt worden.

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