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VW beschließt historischen Konzernumbau: 50.000 weitere Stellen und halbiertes Modellportfolio

VW-Werk in Wolfsburg, Schornsteine, Backstein
VW-Werk in Wolfsburg, Quelle: Akhil Simha, Unsplash

Volkswagen leitet die nächste Phase seines tiefgreifenden Konzernumbaus ein. Was in den vergangenen Wochen bereits in Teilen als brisanter Standortplan bekannt geworden war, ist nach der einstimmigen Zustimmung des Aufsichtsrats nun Teil des offiziell beschlossenen Future Plan 2030. Volkswagen selbst bezeichnet das Programm als strategisch tiefgreifendste Transformation der Konzerngeschichte. Die Maßnahmen reichen weit über die zuletzt intensiv diskutierte Zukunft einzelner deutscher Werke hinaus.

Rund 50.000 weitere Stellen betroffen

Ein zentraler Bestandteil des Future Plan ist eine weitere Anpassung der weltweiten Beschäftigtenstruktur. Nach Analyse des Konzerns müssen zusätzlich zu bereits laufenden Programmen konzernweit rund 50.000 Stellen angepasst werden. Davon sollen auch Managementpositionen betroffen sein.

Gleichzeitig will Volkswagen sein Fahrzeugangebot deutlich verkleinern. Bis 2035 soll das Modellportfolio des Konzerns um rund 50 Prozent gestrafft werden. Die sogenannte Angebotskomplexität – beispielsweise die Zahl unterschiedlicher Ausstattungsoptionen – soll sogar um etwa 75 Prozent sinken.

Volkswagen will sich dabei stärker auf attraktive Marktsegmente und Fahrzeuge konzentrieren, die einen hohen Beitrag zum Konzernergebnis leisten. Weniger Varianten sollen höhere Stückzahlen je Modell ermöglichen, Kosten reduzieren und Skaleneffekte verbessern.

Auch das Portfolio aus Beteiligungen und weiteren Geschäftsaktivitäten wird überprüft. Beteiligungen ohne ausreichenden strategischen oder finanziellen Beitrag zum automobilen Kerngeschäft sollen verkauft oder neu ausgerichtet werden. Insgesamt soll dieses Portfolio um rund ein Drittel gestrafft werden.

Vier deutsche Werke bleiben unter Druck

Besonders unsicher bleibt die langfristige Zukunft der Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Volkswagen bestätigt inzwischen offiziell, dass seine europäischen Produktionskapazitäten den aktuellen Bedarf um mehr als 500.000 Fahrzeuge übersteigen.

Für die vier Werke könne eine wettbewerbsfähige Folgebelegung derzeit nicht sichergestellt werden. Die betreffenden Zeiträume beginnen je nach Standort gestaffelt zwischen 2031 und 2034. Parallel prüft Volkswagen alternative Nutzungsmöglichkeiten für die Werke.

Eine endgültige Schließung der Standorte ist damit allerdings noch nicht beschlossen. Bis Ende Juni 2027 soll ein neues Konzept für eine wettbewerbsfähige und langfristig tragfähige europäische Produktionsstruktur entstehen.

Weniger Modelle und Varianten für Kunden

Die geplante Reduzierung des Modellportfolios dürfte langfristig auch für Autokäufer und Leasingkunden sichtbar werden. Volkswagen will nicht nur weniger Modelle anbieten, sondern insbesondere die Zahl der Varianten und Ausstattungsmöglichkeiten deutlich reduzieren.

Welche Baureihen, Motorisierungen oder Ausstattungslinien konkret wegfallen, hat der Konzern bislang jedoch nicht bekannt gegeben. Ziel ist es, höhere Stückzahlen auf weniger Modelle und Varianten zu konzentrieren und dadurch Entwicklungs-, Produktions- und Verwaltungskosten zu reduzieren.

Trotz des Sparkurses plant Volkswagen weiterhin hohe Investitionen. Für die Jahre 2027 bis 2031 sieht der Future Plan insgesamt rund 135 Milliarden Euro für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung vor. Bis 2030 strebt der Konzern eine operative Umsatzrendite von neun Prozent an.


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