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Eine neue Ära?

Tesla beendet Produktion von Model S und X: Fremont wird zur Roboter-Fabrik

Tesla Model S, Model 3, Model X und Model Y
Tesla Model S, Model 3, Model X und Model Y; Quelle: Tesla

Es ist eine Zäsur für den amerikanischen Elektroautopionier: Tesla stellt die Produktion seiner beiden Oberklasse-Modelle Model S und Model X im kommenden Quartal ein. Dies gab Konzernchef Elon Musk am Mittwochabend im Rahmen der Vorstellung der Quartalszahlen bekannt. Die historischen Produktionslinien im kalifornischen Fremont sollen nicht etwa für neue Fahrzeugmodelle umgerüstet werden, sondern Platz für die Massenfertigung des humanoiden Roboters „Optimus“ schaffen.

„Ehrenhafter Abschied“ für die Pioniere

Musk bezeichnete das Aus für die beiden Flaggschiffe als „ehrenhaften Abschied“ („honorable discharge“). Das Model S, das 2012 den Grundstein für Teslas Aufstieg zum wertvollsten Autobauer der Welt legte, und das 2015 folgende SUV Model X haben ihre Schuldigkeit getan. In den letzten Jahren spielten beide Fahrzeuge in der Bilanz nur noch eine untergeordnete Rolle; über 95 Prozent der Auslieferungen entfallen mittlerweile auf die günstigeren Volumenmodelle Model 3 und Model Y.

Dennoch ist der Schritt radikal: Anstatt die alternde Flotte zu modernisieren, kappt Tesla seine Wurzeln laut Medienberichten im Premium-Segment vollständig. Die freiwerdenden Kapazitäten im Stammwerk Fremont sind künftig ausschließlich für die KI-Sparte reserviert. Musk plant, dort perspektivisch bis zu einer Million Optimus-Roboter pro Jahr zu fertigen.

Quartalszahlen: Gewinneinbruch und Umsatzrückgang

Die drastische strategische Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund ernüchternder Geschäftszahlen für das klassische Autogeschäft. Erstmals in der Unternehmensgeschichte verzeichnete Tesla einen Rückgang beim Jahresumsatz: Die Erlöse sanken 2025 auf 94,8 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 97,7 Mrd.).

Auch das vierte Quartal 2025 spiegelte den wachsenden Druck wider, unter dem das Kerngeschäft steht:

  • Umsatz: Der Quartalsumsatz fiel im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 24,9 Milliarden US-Dollar.
  • Gewinn: Der Nettogewinn brach im Schlussquartal massiv ein (minus 61 Prozent auf GAAP-Basis), was vor allem auf Preissenkungen und gestiegene Kosten zurückzuführen ist.
  • Lichtblick: Trotz der schwierigen Lage übertraf Tesla beim bereinigten Gewinn pro Aktie (0,50 US-Dollar) die Erwartungen der Analysten leicht, die im Schnitt mit 0,40 bis 0,44 US-Dollar gerechnet hatten.

Flucht nach vorn: Alles auf KI

Die Zahlen verdeutlichen, warum Musk die Flucht nach vorn antritt. Das Wachstum im reinen E-Auto-Markt stößt an Grenzen, die Konkurrenz – insbesondere aus China – drückt auf die Margen. Tesla reagiert darauf mit massiven Investitionen in die Zukunftstechnologie: Über 20 Milliarden US-Dollar sollen 2026 in den Ausbau von Künstlicher Intelligenz, autonomem Fahren und Robotik fließen. Teil dieser Strategie ist auch ein 2-Milliarden-Dollar-Investment in Musks KI-Start-up xAI.

Mit Agenturen


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