Home » News » Business » Nach Gewinnwarnung: BMW-Zahlen durch Chinageschäft ein Trauerspiel

BMW

Nach Gewinnwarnung: BMW-Zahlen durch Chinageschäft ein Trauerspiel

BMW Zentrale
Die BMW-Zentrale in München, Quelle: Simon Vollformat, Unsplash
    • BMW hat im dritten Quartal 2026 einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet und seine Jahresprognose erneut gesenkt.
    • Der Münchner Automobilhersteller erwirtschaftete zwischen Juli und September einen Nettogewinn von 1,45 Milliarden Euro, das waren knapp 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
    • Besonders das schwache Geschäft in China sowie hohe Kosten für den laufenden Konzernumbau belasten die Ergebnisse.

Für BMW bleiben die Zeiten düster und bedrückend. Bereits am Dienstagabend hatte der Autobauer eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Es war die zweite Prognosekorrektur im laufenden Jahr und bereits die dritte innerhalb von 13 Monaten. Für das vierte Quartal zeichnet sich damit eine weiterhin angespannte Ertragslage ab.

Absatz in China sinkt um rund ein Viertel

Eine wesentliche Ursache für die schwächere Geschäftsentwicklung ist der chinesische Automobilmarkt. BMW verzeichnete dort im dritten Quartal einen Absatzrückgang von rund 25 Prozent.

Der Konzern leidet damit ebenso wie andere deutsche Automobilhersteller unter der schwachen Marktentwicklung, dem zunehmenden Wettbewerb durch chinesische Anbieter und einem intensiven Preiskampf.

Teilweise konnte BMW die Einbußen durch höhere Verkaufszahlen in Europa und den USA ausgleichen. Weltweit ging der Fahrzeugabsatz deshalb um 6,3 Prozent zurück.

Der Konzernumsatz sank im gleichen Zeitraum um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro. Damit fiel der Umsatzrückgang etwas geringer aus als die Abnahme der verkauften Fahrzeuge.

BMW ist weniger stark vom chinesischen Markt abhängig als einige Wettbewerber. Dennoch wirkt sich die dortige Entwicklung erheblich auf die Geschäftszahlen aus.

Automobilsparte könnte in die Verlustzone rutschen

Mit der erneuten Gewinnwarnung hat BMW insbesondere seine Erwartungen an die Profitabilität des Kerngeschäfts deutlich reduziert.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern bei der operativen Marge der Automobilsparte vor Zinsen und Steuern (EBIT) nur noch mit einem Wert zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Bislang hatte BMW eine Marge zwischen einem und drei Prozent erwartet.

Damit schließt der Hersteller nicht mehr aus, dass sein eigentliches Automobilgeschäft im Gesamtjahr operativ Verluste schreibt.

Die Prognosekorrektur hängt allerdings nicht ausschließlich mit der schwachen Nachfrage zusammen. Auch die Kosten für den beschleunigten Konzernumbau belasten das Ergebnis.

Sparprogramm verursacht zunächst hohe Kosten

BMW hatte im Sommer ein umfangreiches Programm zum Personalabbau angekündigt. Die Umsetzung begann Anfang Oktober. Bereits nach weniger als drei Wochen wurde das Angebot wieder geschlossen, weil sich deutlich mehr Beschäftigte als erwartet für einen freiwilligen Austritt interessierten.

Der Konzern hatte attraktive Abfindungen angeboten, die in einzelnen Fällen deutlich sechsstellige Beträge erreichen konnten.

Aus früheren Angaben geht hervor, dass BMW für das Programm mit Kosten von etwas mehr als einer Milliarde Euro kalkulierte. Die kurzfristigen Belastungen wirken sich nun auf die Profitabilität aus, während die angestrebten Einsparungen erst in den kommenden Jahren vollständig zum Tragen kommen dürften.

Zusätzliche Aufwendungen entstehen durch die Entscheidung, ältere Fahrzeugmodelle früher als ursprünglich geplant auslaufen zu lassen. Damit will BMW seine Modellpalette schneller erneuern und die betrieblichen Strukturen vereinfachen.

Konzernführung will Umbau beschleunigen

Finanzvorstand Walter Mertl bezeichnet die zusätzlichen Belastungen in einer kommunikativen Kraftanstrengung als Investition in die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

BMW wolle die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Verschlankung seiner Strukturen noch im laufenden Jahr intensivieren. Ziel sei es, die Profitabilität in den kommenden Jahren wieder zu verbessern.

Auch Vorstandschef Milan Nedeljković betont die Notwendigkeit schneller Entscheidungen. Angesichts der Veränderungen in der Automobilindustrie müssten strukturelle Anpassungen konsequent umgesetzt und beschleunigt werden.

Der Konzern setzt damit auf einen beschleunigten Umbau, nimmt dafür jedoch zunächst erhebliche Belastungen des laufenden Geschäftsergebnisses in Kauf.

BMW senkt auch Absatzprognose

Neben der erwarteten Gewinnmarge hat BMW seine Absatzprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert.

Statt eines bislang erwarteten leichten Rückgangs von einem bis 4,9 Prozent rechnet das Unternehmen nun mit einem moderaten Absatzminus zwischen fünf und 9,9 Prozent.

Die Prognose für das Konzernergebnis vor Steuern bleibt dagegen unverändert. BMW erwartet hier weiterhin einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Nach der vom Unternehmen verwendeten Definition entspricht dies einer Abnahme von mehr als 15 Prozent.

Diese Einschätzung war bereits im Zuge der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer angepasst worden.

BMW bleibt beim Quartalsgewinn vor Audi und Volkswagen

Trotz der erheblichen Belastungen erzielte BMW im dritten Quartal weiterhin einen Milliardengewinn. Mit 1,45 Milliarden Euro lag das Nettoergebnis nur knapp unter dem des Konkurrenten Mercedes-Benz, der im gleichen Zeitraum 1,52 Milliarden Euro verdiente.

Deutlich schlechter schnitten dagegen Audi und der Volkswagen-Konzern ab, deren Ergebnisse durch die schwache Nachfrage und zusätzliche Sonderbelastungen beeinträchtigt wurden.

Für BMW wird nun entscheidend sein, wie schnell die eingeleiteten Sparmaßnahmen ihre Wirkung entfalten und ob sich die Nachfrage auf dem chinesischen Markt stabilisiert.

Die erneute Gewinnwarnung zeigt zugleich, dass der Konzern trotz seines laufenden Umbaus kurzfristig mit erheblichen wirtschaftlichen Belastungen rechnen muss.


Themen des Beitrags:
BMW

Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.

Jetzt leasen!

BMW M2 Coupé 2026
Für 749,-- €/Monat brutto: BMW M2 M xDrive Coupé • Privat

BMW M2 Coupé Leasing für 749 Euro im Monat brutto [sofort verfügbar]

Verbrauch und Umwelt WLTP: kombiniert: 9,9 l/100 km* • Emissionen: kombiniert: 232 g/km CO2*


BMW i7
Für 0,-- €/Monat brutto: BMW i7 50xDrive • Gewerbe • Privat

BMW i7 50xDrive Kaufdeal für 87.189 Euro brutto [29 % Rabatt]

Verbrauch und Umwelt WLTP: kombiniert: 17,6 - 18,6 kWh/100 km* • Emissionen: kombiniert: 0,0 g/km CO2*


BMW X3
Ab 479,-- €/Monat netto: BMW X3 30e xDrive • Gewerbe

BMW X3 xDrive30e Leasing für 479 Euro im Monat netto [frei konfigurierbar]

Stromverbrauch und Umwelt WLTP: kombiniert: 16,7 kWh/100 km • Verbrauch: kombiniert: 3,3 l/100 km* • Emissionen: kombiniert: 76 g/km CO2*