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Hochautomatisiertes Fahren bis 130 km/h: Deutschland erlaubt es

Mercedes-Benz EQS mit Drive Pilot in Berlin
Mercedes-Benz EQS mit Drive Pilot in Berlin; Quelle: Pressefoto

Business. Technologie. Seit Jahreswechsel erlaubt Deutschland nun hochautomatisiertes Fahren bis 130 km/h. Technisch ist es bisher noch nicht, doch die Automobilbranche könnte bald dazu bereit sein.

Deutschland ist das erste Land in der EU, das seit dem Jahreswechsel hochautomatisiertes Fahren bis 130 km/h auf Autobahnen erlaubt. Die globale Geschwindigkeitsbegrenzung war bereits im Sommer 2022 von 60 km/h auf 130 km/h vom Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften der UN-Wirtschaftskommission (UNECE) heraufgesetzt worden. In den Weltmärkten China und USA gelten eigene Regeln für selbstfahrende Autos. Stand heute hat sich noch kein Fahrzeug beim KBA für die höhere Geschwindigkeit qualifiziert, heißt es auf heise.de.

Unter den Herstellern hat derzeit Mercedes-Benz die besten Voraussetzungen, als erster Autobauer die Qualifizierung zu erreichen. Seit 17. Mai 2022 hat die Marke mit dem Stern mit der S-Klasse und dem Mercedes EQS zwei Modelle im Angebot, die mit ihrem „Drive Pilot“ genannten System Level-3-Fahren auf öffentlichen Straßen erlauben. Noch sind die S-Klasse und der EQS auf 60 km/h beschränkt. Dies dürfte sich aber bald ändern. Zur stärksten Konkurrenz von Mercedes beim automatisierten Fahren zählen übrigens Audi, BMW und Porsche. Eine schrittweise Annäherung an die neue Geschwindigkeitsbegrenzung erfordert eine rasch anwachsende Datenmenge.

Level-3-Fahren als Komfortgewinn

Im Übrigen bedeutet Level-3-Fahren, dass Fahrer:innen nicht mehr in der Lage sein müssen, die Führung vom System ständig zurückübernehmen zu können. Erstmals geht mit der Verlängerung der Rückübernahmezeit auf zehn Sekunden ein Komfortgewinn einher. Der Fahrer kann sich nun ablenken lassen und sich mit Dingen abseits des Fahrens beschäftigen. Sofern er in der Lage ist, innerhalb einer gewissen Zeit die Steuerung erneut zu übernehmen. Für autonomes Fahren ist vor allem das Zusammenspiel aus Radar, Kameras, Ultraschallsensoren und Lidar entscheidend. Dies funktioniert allerdings nicht ohne hochgenaues Positionierungssystem mit exaktem Kartenmaterial, damit das System zentimetergenau und in Echtzeit navigieren kann. Aufgrund des noch begrenzten Kartenmaterials dürfen die Fahrzeuge auch nur in Deutschland hochautomatisiert fahren. Damit es nicht versehentlich zu Überschreitungen von Staatsgrenzen kommt, wurde ein Geofencing einprogrammiert. Es soll Unfälle verhindern.

Teslas FSD kaum möglich

Dass Deutschland die neue Regelung in nationales Recht übernommen hat, ist ein klares Signal an die Autoindustrie. Es soll der Branche die Chance eröffnen, ihren technologischen Stand weiter auszubauen.

Teslas Full-Self-Driving (FSD) Autopilot, der in den USA bereits mehrfach für Furore gesorgt hat und seit Längerem in Testung ist, wird in Deutschland kaum eine Rolle spielen. Der Grund: Eine Zertifizierung nach Level 3 ist wegen der Kameras als einzigen Sensoren und dem Verzicht von Kartendaten kaum möglich. FSD kostet in den USA derzeit 15.000 Dollar. Seit Ende November 2022 ist das Full-Self-Driving für alle Besitzer:innen in Nordamerika verfügbar, die das Paket bestellt haben.


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