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ZDK-Umfrage

E-Auto-Zulassungen steigen – doch Autohandel warnt

Tesla mit eingestecktem Kabel
E-Auto, Quelle: Ernest Ojeh, Unsplash

Die Zahl der Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) wächst seit Jahresbeginn kontinuierlich. Doch während die amtlichen Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ein positives Bild zeichnen, blickt das Kfz-Gewerbe zunehmend skeptisch auf die Marktentwicklung. Laut der aktuellen Halbjahresumfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) trüben sich Geschäftslage, Umsatzaussichten und Auftragslage für E-Fahrzeuge deutlich ein.

Statistik blendet reale Nachfrage aus

„Die Geschäftssituation vieler Autohäuser und Kfz-Betriebe ist deutlich angespannter, als es die offizielle Zulassungsstatistik vermuten lässt“, warnt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Die steigenden BEV-Zahlen seien häufig das Ergebnis von Eigenzulassungen durch Hersteller und Händler sowie Flottengeschäften – nicht aber Ausdruck einer starken Kundennachfrage.

Tatsächlich haben sich die Eigenzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zu 2023 mehr als verdoppelt – auf 65.401 Fahrzeuge. Allein die Hersteller steigerten ihre Eigenzulassungen in diesem Zeitraum auf das Vierfache. Gleichzeitig schrumpften die privaten BEV-Neuzulassungen um 9 Prozent auf 82.294 Einheiten. Rechnet man die Eigenzulassungen heraus, gingen die gewerblichen Erstzulassungen zwischen Januar und Juli 2025 im Vergleich zu 2023 sogar um 0,8 Prozent zurück.

E-Auto: Politik unterschätzt Absatzkrise

Peckruhn sieht dringenden Handlungsbedarf: „Die Politik nimmt diese Absatzkrise nicht wahr, weil sie nur auf die Entwicklung der amtlichen Zulassungszahlen schaut.“ Insbesondere Privatkunden bräuchten jetzt gezielte Anreize. Die derzeitigen Förderinstrumente wirkten fast ausschließlich im Bereich hochpreisiger Dienstwagen.

Vier von fünf der befragten Kfz-Betriebe bewerten die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität als unzureichend. Besonders häufig genannt wurden Forderungen nach sinkenden Strompreisen, einem schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur und mehr Transparenz bei den Ladetarifen.

Ziele für E-Auto-Umsatz in Gefahr

Seit dem Auslaufen der staatlichen Förderung Ende 2023 kommt die Marktdurchdringung nur schleppend voran. „Um die CO₂-Flottenziele bis 2035 zu erreichen, bräuchten wir bereits jetzt rund 100.000 zusätzliche BEV-Neuzulassungen pro Jahr“, so Peckruhn. „Davon sind wir weit entfernt.“

Größere Betriebe besonders pessimistisch

Auch die Umsatzerwartungen der Branche sind eingetrübt. 44 Prozent der befragten Betriebe haben ihre Prognosen für das zweite Halbjahr zurückgeschraubt, nur 20 Prozent blicken optimistischer in die Zukunft. Besonders größere Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten zeigen sich skeptisch: 54 Prozent erwarten schlechtere Ergebnisse bis Jahresende. Kleinere Betriebe, die stärker vom Werkstattgeschäft leben, sind etwas zuversichtlicher.

Unterm Strich zeigt die ZDK-Umfrage ein deutliches Stimmungsbild: Trotz steigender Zulassungszahlen wächst die Sorge, dass die Elektromobilität im Handel nicht nachhaltig Fuß fasst – und ohne neue politische Impulse ins Stocken gerät.


Themen des Beitrags:
ElektrowendePolitik

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