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TÜV-Report 2026: Große Unterschiede bei Elektro-Transportern

Der aktuelle TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026 bringt teils erhebliche Qualitätsunterschiede bei leichten Transportern ans Licht. Während der elektrische Peugeot e-Expert mit vergleichsweise guten Ergebnissen abschneidet, fällt der chinesische Maxus Deliver 9 mit einer ungewöhnlich hohen Mängelquote negativ auf.
Elektro-Transporter erstmals stärker im TÜV-Fokus
Erstmals sind drei Elektro-Transporter der Klasse bis 3,5 Tonnen im TÜV-Report Nutzfahrzeuge vertreten. Die Ergebnisse fallen dabei sehr unterschiedlich aus.
Eine allgemeine Aussage über die technische Zuverlässigkeit elektrischer Transporter lässt sich daraus laut TÜV-Verband noch nicht ableiten. Dafür sei die Datenbasis bislang zu klein. Die bislang untersuchten Modelle zeigen jedoch bereits eine große Spannweite zwischen guten und auffälligen Ergebnissen.
Maxus als Schlusslicht, Peugeot überzeugt
Besonders deutlich werden die Unterschiede bei den ein bis zwei Jahre alten Fahrzeugen. Der Maxus Deliver 9 des chinesischen SAIC-Konzerns bildet mit einer Mängelquote von 33,6 Prozent mit großem Abstand das Schlusslicht. Gut jeder dritte geprüfte Transporter dieses Modells fällt damit bereits in jungen Jahren bei der Hauptuntersuchung mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln durch.
Besonders kritisch sind laut TÜV die überdurchschnittlich häufig auftretenden Probleme an der Bremsanlage. Auch bei der Abgasuntersuchung liegt der Maxus deutlich über dem Durchschnitt. Der größte Teil der Beanstandungen entfällt allerdings auf die Beleuchtung. Das Fahrwerk zeigt sich dagegen bei der Hauptuntersuchung unauffällig.
Dass Transporter mit Elektroantrieb deutlich besser abschneiden können, zeigt der Peugeot e-Expert. Er erreicht bei den ein bis zwei Jahre alten Fahrzeugen eine Mängelquote von lediglich 8,4 Prozent und landet damit auf einem guten fünften Platz.
Weniger überzeugend präsentiert sich der Mercedes eVito: Mit einer Mängelquote von 19,7 Prozent landet er in derselben Altersklasse auf dem vorletzten Platz unter 27 untersuchten Transportermodellen. Auffällig sind hier vor allem Mängel an Feststellbremse, Antriebswellen und Abblendlicht.
Streetscooter bei älteren Elektro-Transportern Schlusslicht
Bei den drei bis vier Jahre alten Fahrzeugen fällt außerdem der inzwischen nicht mehr produzierte Streetscooter B14/B16 negativ auf. Mit einer Mängelquote von 26,4 Prozent bildet er in seiner Altersklasse das Schlusslicht.
Die Beanstandungen ziehen sich hier laut TÜV durch mehrere Fahrzeugbereiche, darunter Bremsen, Fahrwerk und Beleuchtung.
Jedes fünfte Nutzfahrzeug fällt durch
Über die einzelnen Modelle hinaus zeigt der vom TÜV-Verband veröffentlichte Report ein weiterhin problematisches Gesamtbild. Insgesamt fallen 20,3 Prozent der geprüften Nutzfahrzeuge mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln bei der Hauptuntersuchung durch.
Grundlage der Auswertung sind rund 2,4 Millionen Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025. Untersucht wurden Fahrzeuge vom leichten Transporter bis zum schweren Lkw.
Besonders häufig stellen die Prüforganisationen Probleme an der Beleuchtung, Ölverlust und Mängel an Achsaufhängungen fest. Die höchste Mängelquote weisen erneut schwere Lkw auf.
Elektro-Nutzfahrzeuge gewinnen an Bedeutung
Gleichzeitig schreitet die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugmarktes voran. Von Januar bis Juli 2026 waren laut TÜV-Verband bereits 13 Prozent der neu zugelassenen Nutzfahrzeuge rein elektrisch. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 8,7 Prozent.
Vor allem bei leichten Transportern wächst das Angebot an elektrischen Modellen. Mit zunehmender Verbreitung dürfte deshalb auch die Aussagekraft der TÜV-Daten zu einzelnen Elektro-Nutzfahrzeugen in den kommenden Jahren deutlich steigen.