Grünheide
Tesla will wachsen: Standort Grünheide soll ausgebaut werden

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- Der US-Elektroautobauer Tesla treibt die geplante Erweiterung seiner Gigafactory im brandenburgischen Grünheide voran.
- Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) will das Unternehmen im Dezember weitere Genehmigungsunterlagen für den Ausbau des Werks im Landkreis Oder-Spree einreichen.
- Kern des Vorhabens ist eine zusätzliche Produktionshalle, die nördlich der bestehenden Fertigungsanlagen entstehen soll.
Tesla möchte in Grünheide weiter wachsen. Hierzu ist der Bau einer zusätzlichen Fabrikationshalle vorgesehen. Die geplante Halle soll eine Grundfläche von rund 536.000 Quadratmetern erreichen und damit mehr als doppelt so groß ausfallen wie das bisherige Produktionsgebäude mit etwa 219.000 Quadratmetern. Langfristig verfolgt Tesla das Ziel, die jährliche Produktionskapazität des Standorts auf bis zu eine Million Fahrzeuge zu erhöhen.
Deutlich mehr Produktionsfläche geplant
Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze durch die Erweiterung entstehen könnten, ist bislang offen. Frühere Planungen sahen langfristig bis zu 42.000 Beschäftigte am Standort Grünheide vor. Derzeit arbeiten dort rund 12.000 Menschen.
Trotz der wesentlich größeren Grundfläche soll die neue Halle zunächst über eine Produktionsfläche verfügen, die mit jener des bestehenden Gebäudes vergleichbar ist. Ein erheblicher Teil des zusätzlichen Platzes ist nach den bisherigen Antragsunterlagen aus dem Jahr 2023 für Lagerhaltung und Logistik vorgesehen.
Als möglicher Beginn der Bauarbeiten wird nach Informationen des rbb das Jahr 2027 genannt. Tesla selbst wollte weder den geplanten Zeitpunkt der Antragstellung noch den weiteren Zeitplan offiziell bestätigen.
Ausbau erfolgt in drei Genehmigungsphasen
Die Erweiterung der Gigafactory ist bereits seit mehreren Jahren Bestandteil der Unternehmensplanung. Tesla hatte 2023 ein dreistufiges Genehmigungskonzept vorgelegt, in dem auch die möglichen Umweltauswirkungen des Ausbaus beschrieben wurden.
Die erste Teilgenehmigung erteilte das brandenburgische Landesamt für Umwelt am 15. Oktober 2024. Sie umfasste unter anderem die Modernisierung bestehender Produktionsanlagen sowie zusätzliche Lager- und Logistikflächen.
Nach Angaben Teslas wurde mit dieser Entscheidung zugleich die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit des geplanten Gesamtausbaus festgestellt.
Die nun anstehende zweite Genehmigungsphase betrifft vor allem die Errichtung der zusätzlichen Produktionshalle. Ein entsprechender Antrag soll die rechtlichen Voraussetzungen für den späteren Baubeginn schaffen.
In einer dritten Phase ist unter anderem der Bau eines eigenen Güterbahnhofs auf dem Werksgelände vorgesehen. Obwohl die drei Ausbaustufen bereits 2023 grundsätzlich beantragt wurden, müssen für die zweite und dritte Phase weitere Unterlagen vorgelegt werden.
Tesla plant zusätzliche Wasseraufbereitung
Besondere Aufmerksamkeit gilt erneut der Wasserversorgung des Standorts Grünheide. Seit der Ansiedlung des US-Konzerns ist der industrielle Wasserbedarf in der Region Gegenstand öffentlicher Diskussionen.
Nach Informationen des rbb sieht Tesla für den erweiterten Produktionsstandort einen zusätzlichen Wasserkreislauf und eine neue Anlage zur Abwasseraufbereitung vor. Diese soll künftig auch Sanitärabwasser behandeln.
Zwar würde der Wasserbedarf durch die zusätzliche Produktionshalle und eine möglicherweise wachsende Belegschaft insgesamt steigen. Durch die interne Wiederaufbereitung soll jedoch verhindert werden, dass größere Mengen an Sanitärabwasser an die öffentliche Entsorgung abgegeben werden müssen.
Tesla geht demnach davon aus, dass die bislang mit dem Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) vereinbarten Frischwasser- und Abwassermengen auch für die geplante Erweiterung ausreichen. Die zusätzliche Aufbereitung würde der Konzern eigenständig auf seinem Werksgelände betreiben.
Kommunen und Umweltverbände informiert
Über die aktuellen Ausbaupläne hat Tesla bereits Vertreter der betroffenen Kommunen und Umweltorganisationen unterrichtet.
Am Montag waren Bürgermeister aus dem Versorgungsgebiet des Wasserverbands Strausberg-Erkner sowie Vertreter des WSE zu Gesprächen in die Gigafactory eingeladen worden. Am darauffolgenden Dienstag informierte das Unternehmen zudem mehrere Umweltverbände über das Vorhaben. Steffen Schorcht von der Grünen Liga bestätigte entsprechende Gespräche gegenüber dem rbb.
Neben der neuen Produktionshalle und den zusätzlichen Anlagen zur Wasseraufbereitung ist auch ein eigenes Umspannwerk vorgesehen. Diese Infrastrukturprojekte sollen Bestandteil der Genehmigungsunterlagen werden, die Tesla nach den bisherigen Informationen im Dezember einreichen möchte.
Mit dem geplanten Ausbau würde die Gigafactory Berlin-Brandenburg ihre Bedeutung als europäischer Produktionsstandort des Elektroautobauers weiter ausbauen. Ob und wann die angestrebte Jahreskapazität von einer Million Fahrzeugen tatsächlich erreicht wird, bleibt allerdings offen.
Tesla
Über den Autor
Roman van Genabith
Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.Jetzt leasen!
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