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Studie überrascht: Deutschland zeigt höchste E-Auto-Wechselbereitschaft im Vergleich

Elektroauto
Elektroauto; Bild von Joenomias auf Pixabay

Ausgerechnet Deutschland entwickelt sich zum besonders interessanten Markt für Elektroautos. Laut dem neuen HERE-SBD EV Index 2026 wollen 27 Prozent der befragten deutschen Benzin- und Dieselfahrer beim nächsten Fahrzeug sehr wahrscheinlich auf ein reines Elektroauto wechseln. Damit erreicht Deutschland den höchsten Wert unter allen in der internationalen Befragung untersuchten Märkten.

Für die Untersuchung wurden mehr als 4.000 Autofahrer aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, den USA, Indien und Australien befragt. „Weltweit“ bedeutet in diesem Zusammenhang also: Deutschland liegt innerhalb dieser international untersuchten Märkte an der Spitze.

Interesse am E-Auto wächst deutlich

Noch interessanter ist der Blick auf die Entwicklung innerhalb Deutschlands. 54 Prozent der Befragten beschäftigen sich heute stärker mit dem Kauf eines Elektroautos als noch vor einem Jahr.

Dabei scheint weniger eine plötzliche Begeisterung für Elektromobilität als vielmehr eine Mischung aus besserer Technik und wirtschaftlichen Gründen den Ausschlag zu geben. 37 Prozent nennen Verbesserungen bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit als wichtigen Grund für ihr gestiegenes Interesse. Jeweils 34 Prozent verweisen auf die bessere Ladeinfrastruktur und auf steigende Kraftstoffpreise.

Gerade der letzte Punkt dürfte derzeit bei vielen Autofahrern eine Rolle spielen. Laut ADAC kostete Super E10 am 9. September bundesweit durchschnittlich 2,259 Euro pro Liter, Diesel sogar 2,321 Euro. Innerhalb nur einer Woche waren die Preise um 7,6 beziehungsweise 8,9 Cent gestiegen. Der ADAC bewertet das aktuelle Preisniveau weiterhin als deutlich zu hoch.

Geld wird wichtiger als das grüne Gewissen

Auch bei den Gründen für einen möglichen Kauf zeigt die Studie eine interessante Verschiebung. 41 Prozent nennen niedrigere Betriebskosten als wichtigen Vorteil eines Elektroautos. Für 38 Prozent spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis eine wichtige Rolle, Umweltaspekte folgen mit 37 Prozent.

Damit wird Elektromobilität zunehmend weniger über Verzicht oder Klimaschutz verkauft, sondern über eine ganz klassische Autofahrerfrage: Was kostet mich das Auto im Alltag?

Das passt auch zur aktuellen Marktentwicklung. Immer mehr Hersteller bringen Elektroautos unterhalb der 30.000-Euro-Marke auf den Markt, während Reichweiten von 400 oder 500 Kilometern längst keine Ausnahme mehr sind.

Deutschland bei der Infrastruktur trotzdem nur auf Platz sechs

Ganz ohne Schwächen läuft die Entwicklung allerdings nicht. Im europäischen HERE-SBD EV Index liegt Deutschland bei der gesamten Elektromobilitätsreife nur auf Rang sechs, gemeinsam mit Österreich. Norwegen und die Niederlande führen das Ranking an.

Auch die Wahrnehmung der Ladeinfrastruktur zeigt weiterhin Verbesserungspotenzial. Nur 39 Prozent aller deutschen Befragten bewerten die öffentliche Ladeverfügbarkeit positiv. Unter Fahrern, die bereits ein Elektroauto besitzen, sind es dagegen 59 Prozent. Offenbar wirkt das Ladenetz auf Menschen ohne eigene E-Auto-Erfahrung problematischer als auf diejenigen, die es tatsächlich regelmäßig nutzen.

Vom E-Auto-Skeptiker zum Wechselkandidaten?

Die Zahlen zeigen jedenfalls einen deutlichen Wandel. Mehr als jeder vierte Verbrennerfahrer in Deutschland kann sich beim nächsten Auto bereits konkret den Wechsel auf einen reinen Stromer vorstellen.

Dazu kommen höhere Spritpreise, bessere Reichweiten und eine stetig wachsende Modellvielfalt. Deutschland ist damit vielleicht noch nicht das führende E-Auto-Land Europas, bei der Bereitschaft zum Umstieg liegt der Markt laut aktueller Studie aber überraschend weit vorne.

Und vielleicht ist genau das der entscheidende Unterschied zu früher: Das Elektroauto muss mittlerweile immer weniger grundsätzlich überzeugen. Für viele Käufer geht es inzwischen schlicht darum, wann Preis, Reichweite und Alltagstauglichkeit für den persönlichen Wechsel passen.


Themen des Beitrags:
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