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Škoda-Chef wechselt zu Volvo: Auf Klaus Zellmer wartet eine Mammutaufgabe

Bei Škoda läuft es derzeit ausgesprochen gut, trotzdem steht an der Spitze des tschechischen Autobauers ein großer Wechsel bevor. Klaus Zellmer verlässt Škoda und übernimmt künftig die Führung von Volvo Cars. Der 1967 geborene Manager wurde vom Verwaltungsrat des schwedischen Herstellers zum neuen Präsidenten und CEO bestimmt. Sein Amt soll Zellmer spätestens zum 1. Oktober 2027 antreten. Bis dahin soll der derzeitige Volvo-Chef Håkan Samuelsson gemeinsam mit dem Verwaltungsrat eine geordnete Übergabe vorbereiten.
Für Zellmer ist der Wechsel durchaus bemerkenswert. Seit 2022 führt er Škoda, eine Marke, die sich in den vergangenen Jahren ausgesprochen erfolgreich entwickelt hat. Volvo selbst verweist darauf, dass Škoda unter Zellmers Führung zu den meistverkauften Automarken Europas aufgestiegen ist, 2025 Rekordergebnisse erzielt hat und im ersten Halbjahr 2026 auch bei den Auslieferungen von Elektroautos neue Bestwerte erreichte.
Vom Škoda-Erfolg mitten in den Volvo-Umbau
Bei Volvo wartet dagegen eine deutlich kompliziertere Aufgabe. Der schwedische Hersteller befindet sich mitten in einer umfassenden Neuaufstellung und kämpft gleichzeitig mit einem härter werdenden internationalen Wettbewerb. US-Zölle, eine schwächere Nachfrage nach Elektroautos, hohe Entwicklungskosten sowie rückläufige Verkäufe in China haben die Profitabilität unter Druck gesetzt. Auch an der Börse zeigt sich die schwierige Lage: Die Volvo-Aktie hatte laut Reuters im bisherigen Jahresverlauf zuletzt mehr als 45 Prozent an Wert verloren.
An mangelnden Ambitionen liegt es allerdings nicht. Erst wenige Tage vor der Bekanntgabe des Chefwechsels präsentierte Volvo eine umfangreiche Modellstrategie. 13 neue Modelle sollen bis 2030 auf den Markt kommen, sechs davon für China und sieben für westliche Märkte. Neben Elektroautos bleiben dabei auch Hybridmodelle Bestandteil der Strategie. Gleichzeitig möchte Volvo seinen Marktanteil verdoppeln und die Profitabilität deutlich verbessern. Die Vorsteuermarge soll von 3,5 Prozent im Jahr 2025 langfristig auf mehr als acht Prozent steigen.
Genau hier dürfte Zellmers Erfahrung gefragt sein. Der künftige Volvo-Chef bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche mit. Vor seiner Zeit bei Škoda gehörte er dem Vorstand der Marke Volkswagen an. Zuvor arbeitete Zellmer mehr als zwei Jahrzehnte für Porsche und leitete unter anderem Porsche Deutschland sowie Porsche Cars North America. Damit kennt er sowohl das Geschäft mit großen Volumenmarken als auch das Premiumsegment. Für Volvo ist genau diese Kombination offenbar entscheidend.

Volvo muss Wachstum und Profitabilität zusammenbringen
Die eigentliche Herausforderung dürfte darin bestehen, Volvos ambitionierte Wachstumspläne umzusetzen, ohne dabei die Kosten aus den Augen zu verlieren. Die Schweden wollen Plattformen stärker gemeinsam nutzen, die Zusammenarbeit mit Geely ausbauen und gleichzeitig ihre Produktion so aufstellen, dass Handelsbarrieren und Zölle weniger stark ins Gewicht fallen. Modelle für westliche Märkte sollen künftig auf zwei gemeinsamen Volvo-Plattformen basieren, während Fahrzeuge für China enger zusammen mit Geely entwickelt werden.
Zellmer selbst spricht von einem wichtigen Zeitpunkt in der Entwicklung des Unternehmens. Volvo verfüge über eine starke Grundlage und eine klar erkennbare Markenidentität. Gleichzeitig sei die Fähigkeit des Unternehmens, sich immer wieder neu zu erfinden, nicht nur eine Stärke, sondern auch eine dauerhafte Herausforderung.
Wer übernimmt jetzt Škoda?
Während bei Volvo damit die langfristige Führungsfrage geklärt ist, entsteht bei Škoda eine neue. Wer Klaus Zellmer an der Spitze des tschechischen Herstellers nachfolgen wird, steht bislang nicht fest.
Der Zeitpunkt ist besonders interessant, denn Škoda befindet sich mitten in einer der größten Produktoffensiven seiner jüngeren Geschichte. Die Elektropalette wächst und gleichzeitig bleibt die Marke mit ihren klassischen Modellen auf dem europäischen Markt ausgesprochen stark.
Für Zellmer bedeutet der Wechsel deshalb einen deutlichen Kontrast: Er verlässt einen Hersteller auf Erfolgskurs und übernimmt bei Volvo eine Marke, die große Wachstumsziele verfolgt, dafür aber gleichzeitig mehrere Baustellen lösen muss. Die Voraussetzungen für eine echte Mammutaufgabe sind damit durchaus gegeben.
Über den Autor
Christian Lahl
Christian Lahl ist Redakteur und Autor bei Sparneuwagen.de. Sein Schwerpunkt liegt auf Leasingangeboten, Fahrzeugdeals und aktuellen Entwicklungen der Automobilbranche. Dabei legt er besonderen Wert darauf, Angebote transparent einzuordnen und die wichtigsten Konditionen verständlich zusammenzufassen.Jetzt leasen!
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