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Neue Porsche-Strategie bis 2035: Das ändert sich bei Verbrennern, E-Autos und Modellen

Porsche GT3 RS
Porsche GT3 RS von Pavel Keyzik auf Unsplash

Porsche richtet sich neu aus. Unter dem Namen „Sportwagenschmiede ’35“ hat der Hersteller aus Zuffenhausen eine neue Strategie vorgestellt, die bis 2035 reichen soll und tief in die künftige Modellpalette eingreift. Dabei verabschiedet sich Porsche nicht vom Elektroauto, setzt künftig aber deutlich stärker auf einen Mix aus Verbrennern, Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Modellen. Gleichzeitig soll das Angebot übersichtlicher werden, während besonders exklusive und hochpreisige Fahrzeuge eine größere Rolle bekommen.

Weniger Varianten, dafür mehr Fokus

Ein zentraler Punkt der neuen Strategie betrifft die Modellvielfalt. Porsche möchte die Zahl seiner Modellvarianten um rund 20 Prozent reduzieren. Weniger Derivate sollen die Entwicklung und Produktion vereinfachen und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich die einzelnen Modelle wirtschaftlich stärker lohnen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Porsche seine Modellpalette grundsätzlich verkleinern möchte. Vielmehr sollen weniger Varianten innerhalb einer Baureihe angeboten werden, während gleichzeitig neue Fahrzeuge in besonders lukrativen Segmenten hinzukommen.

Bis 2030 will Porsche nach eigenen Angaben jedes Jahr mindestens ein neues, markenprägendes Produkt auf den Markt bringen. Gleichzeitig richtet sich der Blick verstärkt auf größere und teurere Modelle.

Verbrenner bleiben wichtiger Teil der Zukunft

Besonders interessant ist die neue Antriebsstrategie. Noch vor wenigen Jahren hatte Porsche einen sehr ambitionierten Hochlauf der Elektromobilität angekündigt. Mit „Sportwagenschmiede ’35“ wird dieser Kurs nun deutlich flexibler.

Künftig setzt Porsche ausdrücklich auf drei Antriebssäulen: Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektroautos. In alle drei Technologien soll weiter investiert werden.

Der klassische Verbrennungsmotor bleibt damit wesentlich länger Bestandteil der Porsche-Palette als zwischenzeitlich erwartet. Gleichzeitig sollen Plug-in-Hybride insbesondere bei größeren Modellen eine wichtige Brücke zwischen Verbrenner und Elektroantrieb bilden.

Für Kundinnen und Kunden bedeutet das vor allem eines: Bei Porsche dürfte die Wahl des Antriebs in den kommenden Jahren stärker vom jeweiligen Modell und dessen Einsatzzweck abhängen.

Elektrischer 718 bleibt Teil der Planung

Trotz der stärkeren Betonung von Verbrennern und Hybridantrieben zieht sich Porsche keineswegs aus der Elektromobilität zurück. Die nächste Generation der 718-Baureihe mit Boxster und Cayman soll weiterhin elektrisch werden.

Darüber hinaus investiert der Hersteller weiter in Batterietechnologien der nächsten Generation. Elektroautos bleiben somit ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Produktstrategie, allerdings nicht mehr als alleinige Zukunftslösung für nahezu alle Baureihen.

Damit verfolgt Porsche künftig einen deutlich technologieoffeneren Ansatz als noch vor einigen Jahren.

Noch mehr Luxus oberhalb von Cayenne und 911

Besonders spannend wird es am oberen Ende der Modellpalette. Porsche prüft unter anderem ein neues SUV oberhalb des Cayenne. Ein solches Modell würde sich noch stärker im Luxussegment positionieren und könnte zum neuen Spitzenmodell unter den Porsche-SUVs werden.

Auch bei den Sportwagen gibt es große Pläne. Porsche hat die Entwicklung einer neuen Mittelmotor-Supersportwagen-Plattform angekündigt. Auf ihrer Basis könnte künftig ein Fahrzeug entstehen, das innerhalb des Portfolios sogar oberhalb des Porsche 911 positioniert wird.

Gleichzeitig soll auch der 911 selbst weiter ausgebaut werden. Besonders emotionale und exklusive Varianten sollen das Angebot ergänzen.

Porsche setzt auf „Value over Volume“

Hinter der Neuausrichtung steckt auch ein verändertes wirtschaftliches Konzept. Porsche möchte künftig weniger stark von hohen Verkaufszahlen abhängig sein und stattdessen mit jedem Fahrzeug mehr Wert erwirtschaften.

Das Unternehmen bezeichnet diesen Ansatz als „Value over Volume“, also Wert vor Stückzahl.

Ein größerer Anteil besonders hochwertiger Modelle, zusätzliche Individualisierungsmöglichkeiten und exklusive Sondermodelle sollen dabei helfen. Bei den teuersten Fahrzeugen möchte Porsche den durchschnittlichen Verkaufspreis mittelfristig sogar um rund 20 Prozent erhöhen.

Parallel dazu soll das Unternehmen effizienter werden. Die Gewinnschwelle möchte Porsche künftig bereits bei weniger als 200.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr erreichen.

Porsche wird exklusiver, aber nicht rein elektrisch

Die neue Strategie zeigt deutlich, wohin sich Porsche bis 2035 entwickeln möchte. Statt möglichst viele Modellvarianten anzubieten, konzentriert sich der Hersteller stärker auf exklusive, profitable und besonders sportliche Fahrzeuge.

Gleichzeitig fällt die Entscheidung beim Antrieb weniger radikal aus als noch vor einigen Jahren erwartet. Elektroautos bleiben ein wichtiger Bestandteil der Zukunft, doch Verbrenner und Plug-in-Hybride bekommen wieder deutlich mehr Gewicht.

Für Porsche-Fans dürfte vor allem die angekündigte Modelloffensive interessant werden. Ein SUV oberhalb des Cayenne, ein möglicher Supersportwagen oberhalb des 911 und neue elektrische Sportwagen zeigen, dass die Modellpalette trotz weniger Varianten keineswegs langweilig werden soll.


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Porsche

Über den Autor

Christian Lahl

Christian Lahl ist Redakteur und Autor bei Sparneuwagen.de. Sein Schwerpunkt liegt auf Leasingangeboten, Fahrzeugdeals und aktuellen Entwicklungen der Automobilbranche. Dabei legt er besonderen Wert darauf, Angebote transparent einzuordnen und die wichtigsten Konditionen verständlich zusammenzufassen.