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Milliarden-Spritze für die E-Mobilität: EU-Kommission startet „Battery Booster“ mit 1,5 Milliarden Euro

EU-Flagge
EU-Flaggen - Symbolbild

Die Europäische Kommission hat offiziell die sogenannte „Battery Booster Facility“ ins Leben gerufen. Mit einem Budget von bis zu 1,5 Milliarden Euro soll die europäische Batterieindustrie beim schnellen Ausbau ihrer Produktionskapazitäten unterstützt werden. Die Mittel für diese massive Investition stammen aus den Einnahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS), die über den Innovationsfonds bereitgestellt werden.

Zinslose Darlehen statt traditioneller Zuschüsse

Ein Novum bei dieser Fördermaßnahme: Die Kommission greift erstmals auf zinslose Darlehen als Instrument der direkten Unterstützung zurück. Batteriehersteller können für ihre Projekte Kredite in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro beantragen. Die Entscheidung gegen klassische, nicht rückzahlbare Zuschüsse wurde bewusst getroffen. Laut Kommission sollen durch die Darlehen ein solides Kapitalmanagement gefördert, private Investitionen angezogen und die Unternehmen schneller in die wirtschaftliche Rentabilität überführt werden.

Strenge Kriterien für Bewerber

Um sich für die Fördermittel zu qualifizieren, müssen die Hersteller klare Vorgaben erfüllen. Gefördert werden ausschließlich Projekte, deren Batterietechnologie für den Einsatz in Elektrofahrzeugen (EVs) geeignet ist – auch wenn die Endprodukte später in anderen Bereichen Verwendung finden könnten. Zudem muss die Produktion innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) stattfinden und eine Mindestkapazität von 10 Gigawattstunden (GWh) umfassen.

Europas Souveränität im Fokus

Führende EU-Politiker betonten die strategische Bedeutung des Projekts für die europäische Unabhängigkeit. Wopke Hoekstra, EU-Kommissar für Klima, Netto-Null und sauberes Wachstum, erklärte: „Europas Batterieindustrie hat wichtige Fortschritte gemacht, steht aber jetzt an einem kritischen Wendepunkt. Der ‚Battery Booster‘ setzt in der kapitalintensivsten Phase der industriellen Skalierung an. Finanziert durch den Emissionshandel, verwandeln wir so die Kosten für Emissionen in Treibstoff für Innovation.“

Stéphane Séjourné, Exekutiv-Vizepräsident für Wohlstand und Industriestrategie, verwies auf den globalen Wettbewerb und die Notwendigkeit von Batterien „Made in Europe“. Diese seien unerlässlich für strategische Sektoren wie die Automobilindustrie, das Stromnetzmanagement und sogar für Verteidigungsdrohnen. „Es geht um Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität – um den Aufbau einer europäischen Batterie-Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis zum Recycling“, so Séjourné.

Zügige Umsetzung geplant

Die Zeit drängt, und die EU drückt aufs Tempo: Bereits im dritten Quartal 2026 soll die Ausschreibung (Call for Proposals) starten. Interessierte Unternehmen haben dann voraussichtlich sechs Wochen Zeit, ihre Anträge einzureichen, die anschließend auf ihre technische und finanzielle Reife sowie ihren Mehrwert für die europäische Wirtschaft geprüft werden. Die ersten Förderzusagen und Auszahlungen sollen noch vor Ende 2026 erfolgen.

Der neue „Battery Booster“ baut auf früheren Maßnahmen zur Stärkung der Batteriebranche auf, darunter ein Förderaufruf in Höhe von einer Milliarde Euro im Dezember 2024 sowie die im Dezember 2025 verabschiedete „Battery Booster Strategy“.


Themen des Beitrags:
ElektrowendePolitik

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