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Job-Hammer: Volkswagen will 100.000 Jobs streichen

VW-Werk in Wolfsburg, Schornsteine, Backstein
VW-Werk in Wolfsburg, Quelle: Akhil Simha, Unsplash
    • Volkswagen prüft einem Medienbericht zufolge einen deutlich umfangreicheren Stellenabbau als bislang bekannt.
    • Nach Informationen des NDR und des Manager Magazins könnten weltweit bis zu 100.000 der rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen.
    • Zudem stehen mehrere deutsche Werke auf dem Prüfstand.

VW steckt in der Krise. Die ist laut Einschätzung des Vorstands sogar so schwerwiegend, dass die Existenz des ganzen Konzerns bedroht sein könnte. Darum wird das ohnehin schon drastische Einsparprogramm nach jüngsten Berichten noch weiter verschärft. Demnach hat Konzernchef Oliver Blume Führungskräften ein Sanierungskonzept vorgestellt, das unter anderem die Standorte Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm betrifft. Nach Auslaufen der dort derzeit produzierten Modelle könnte die Fertigung an diesen Standorten eingestellt werden. Eine offizielle Bestätigung der konkreten Pläne gibt es bislang nicht.

Mit dem neuen Konzept würde Volkswagen seine bisherigen Sparziele deutlich ausweiten. Ende 2024 hatte sich der Konzern mit den Gewerkschaften auf den Abbau von rund 50.000 Stellen bis 2030 verständigt. Für die deutschen Standorte gilt bis dahin eine Beschäftigungssicherung: Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen, ebenso Werksschließungen – mit Ausnahme des Standorts Osnabrück, an dem die Produktion des T-Roc Cabrio 2027 auslaufen soll.

Gewerkschaften und Betriebsrat erschüttert

Der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall reagierten mit scharfer Kritik auf die Berichte. In einer gemeinsamen Stellungnahme bezeichneten sie mögliche Werksschließungen als „unverantwortliche Drohungen“ und kündigten Widerstand gegen entsprechende Pläne an.

Volkswagen selbst wollte sich zu den veröffentlichten Informationen nicht äußern. Ein Unternehmenssprecher erklärte, es handele sich um eine vertrauliche Unterlage, die zunächst in den zuständigen Gremien beraten werde. Zugleich bestätigte der Konzern, dass der Vorstand in den vergangenen Monaten an einem Zukunftsplan für die Neuausrichtung des Unternehmens gearbeitet habe.

Werksschließungen wieder ein Thema

Besonders im Fokus der Diskussion stehen die Werke Hannover und Emden. Während Wolfsburg als Konzernzentrale als gesichert gilt und die Zukunft des Werks Osnabrück bereits seit Längerem offen ist, gelten Hannover und Emden als vergleichsweise kostenintensive Standorte mit geringer Auslastung. Neue Volumenmodelle wie der elektrische Polo sollen stattdessen in kostengünstigeren Werken, etwa in Spanien, produziert werden.

Hinzu kommt die schwächere Nachfrage nach einzelnen Modellen. So blieb der Absatz des in Hannover gefertigten Elektrobusses ID. Buzz deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Gleichzeitig belasten der verschärfte Wettbewerb in China, hohe Produktionskosten und sinkende Erträge das Geschäft des Konzerns.

Wie der mögliche Stellenabbau umgesetzt werden soll, ist derzeit offen. Nach Angaben des Manager Magazins soll der Aufsichtsrat am 9. Juli über die Pläne beraten. Ob das Gremium zustimmt, ist ungewiss. Arbeitnehmervertreter stellen gemeinsam mit den Vertretern des Landes Niedersachsen die Mehrheit im Aufsichtsrat.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und die stellvertretende Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne), die beide dem Aufsichtsrat angehören, sprachen sich gegen Werksschließungen aus. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie, die Zukunft des Konzerns liege in wettbewerbsfähigen Fahrzeugen, innovativen Produkten, einer besseren Nutzung von Synergien und einer klaren strategischen Ausrichtung – nicht in immer neuen Sparprogrammen.

Volkswagen verweist auf die grundlegenden Herausforderungen der Branche. Das bisherige Geschäftsmodell, Fahrzeuge in Deutschland zu entwickeln, in Europa zu produzieren und weltweit zu exportieren, funktioniere nicht mehr für alle Marken gleichermaßen. Ziel sei es daher, den Konzern effizienter aufzustellen, Synergien stärker zu nutzen und eine umfassende Transformation des Unternehmens voranzutreiben.


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