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In den Urlaub mit dem E-Auto? Kein Problem in den meisten europäischen Ländern

E-Auto-Ladestation
Ladestation für E-Autos, Quelle: E-Go auf Unsplash
    • Gerade vor der Fahrt in den Urlaub per E-Auto schrecken viele Deutsche noch zurück – das muss aber nicht sein.
    • Reisen mit dem Elektroauto sind auf den wichtigsten europäischen Fernstrecken inzwischen weitgehend problemlos möglich.
    • Nach Einschätzung des Automobilclubs ACE sollten Fahrer vor längeren Auslandsfahrten dennoch die Ladeinfrastruktur, Bezahlmöglichkeiten und regionalen Besonderheiten prüfen.

Das Elektroauto hat vor allem bei den Deutschen besonders inpunknto Reichweite noch immer ein schlechtes Image. Mit einem Stromer in den Urlaub zu fahren, können sich viele hierzulande nach wie vor nicht vorstellen, dabei ist ein Ferientrip mit dem E-Auto inzwischen gar kein großes Problem mehr, da vielerorts schon ausreichend Ladepunkte vorhanden sind. Besonders dicht ist das Ladenetz demnach in Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz. Auch Großbritannien verfügt über eine vergleichsweise gute Infrastruktur. In Italien und Spanien sind insbesondere die Hauptverkehrsachsen gut erschlossen. Abseits der Ballungsräume, im Süden und auf Inseln können die Abstände zwischen den Ladestationen allerdings deutlich größer werden.

Nordische Länder bestens aufgestellt

Ähnlich ist die Situation in Skandinavien. Während Städte und wichtige Fernstraßen in Schweden und Finnland gut versorgt sind, nimmt die Dichte der Ladepunkte Richtung Norden ab. Auch in Polen, Slowenien und Kroatien bestehen regional noch Lücken. Größere Abstände sind zudem in Südosteuropa, Süditalien sowie auf Routen nach Griechenland und in die Türkei möglich. Der ACE empfiehlt dort, Ladehalte vorab festzulegen und ausreichend Reichweitenreserve einzuplanen.

Was E-Mobilisten im Ausland beachten sollten

Unterschiede gibt es auch bei der Bezahlung. Eine Kreditkarte ist für Auslandsreisen meist besser geeignet als eine deutsche Girokarte, die vielerorts nicht akzeptiert wird. Auch Debitkarten funktionieren nicht an jedem Ladeterminal. Zusätzlich können digitale Zahlungsdienste hilfreich sein.

Viele deutsche Ladekarten lassen sich per Roaming im europäischen Ausland verwenden. Allerdings werden nicht alle Länder und Betreiber abgedeckt. Insbesondere in Norwegen, Großbritannien, Ungarn und Teilen Südosteuropas können Einschränkungen bestehen. Manche Ladestationen akzeptieren außerdem ausschließlich physische RFID-Karten und keine Apps. Der ACE empfiehlt deshalb, zwei bis drei Ladekarten beziehungsweise Apps verschiedener Anbieter mitzunehmen und deren Abdeckung vor der Abfahrt zu überprüfen.

Auch die Preise sollten vor Reisebeginn verglichen werden. Bei deutschen Roamingtarifen können im Ausland laut ACE Aufschläge von bis zu 100 Prozent anfallen. Lokale Anbieter sind teilweise deutlich günstiger. Eine Registrierung sollte möglichst bereits vor der Reise erfolgen, da lokale Anmeldeverfahren zusätzliche Anforderungen stellen können. In Italien kann beispielsweise bei einer Registrierung vor Ort eine italienische Steuernummer verlangt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Ad-hoc-Laden ohne Vertrag. Bezahlt wird dabei direkt per Kreditkarte oder Smartphone. Abhängig vom Land und Betreiber kann dies günstiger als ein Roamingtarif sein. In Vilnius nennt der ACE beispielsweise einen Preis von 28,7 Cent pro Kilowattstunde.

Vor dem Start des Ladevorgangs empfiehlt sich außerdem ein Blick auf das Abrechnungsmodell. In einigen Ländern wird häufiger nach Ladezeit statt nach gelieferter Energiemenge abgerechnet. Besonders bei Fahrzeugen mit geringer Ladeleistung können dadurch höhere Kosten entstehen. Bei Zahlungen in Fremdwährungen ist die Abrechnung in der jeweiligen Landeswährung meist günstiger als die vom Terminal angebotene direkte Umrechnung in Euro.

Technische Besonderheiten können ebenfalls eine Rolle spielen. In Nicht-EU-Ländern wie Albanien sind teilweise chinesische GB/T-Anschlüsse vorhanden, für die europäische Fahrzeuge einen entsprechenden Adapter benötigen. In italienischen Tiefgaragen finden sich zudem teilweise Drehstromanschlüsse, die mit einer mobilen Wallbox und geeigneten Adaptern genutzt werden können.

Besondere Regeln gelten mitunter bei Fährverbindungen. Reisende sollten deshalb bereits bei der Buchung prüfen, welchen Ladezustand die jeweilige Reederei erlaubt. Auf einigen griechischen Fähren darf der Akku beispielsweise höchstens zu 40 Prozent geladen sein. Andere Anbieter stellen Ladeplätze an Bord zur Verfügung, die häufig im Voraus reserviert werden müssen.

Bei Fahrten durch die Schweiz empfiehlt der ACE schließlich, Ladestationen und Kartenmaterial vorab offline zu speichern. Hintergrund ist, dass die Schweiz bei vielen deutschen Mobilfunktarifen nicht vom kostenlosen EU-Roaming erfasst wird und eine spontane Online-Suche dadurch zusätzliche Kosten verursachen kann.


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Elektrowende

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