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Herbert Diess bald ohne Job? E-Mail-Leak enthüllt: VW will 30.000 Stellen abbauen

Dr. Herbert Diess, VW-Vorstands-Chef
Dr. Herbert Diess, VW-Vorstands-Chef; Quelle: Pressefoto

Business. Die Lage im Vorstand bei Volkswagen spitzt sich zu. Eine kürzlich geleakte E-Mail könnte Vorstandschef Herbert Diess nun zum Verhängnis werden und ihn den Job kosten. Nach Recherchen des Business Insider hat eine interne E-Mail das Vertrauen von Aufsichtsrat und Betriebsrat in VW-Chef Diess nachhaltig zerstört. In dem Schreiben soll es um den Abbau von rund 30.000 Stellen gehen.

Geleakte Mail zeigt auf: Stellenabbau in Tausenderhöhe

Dem Bericht zufolge begann die Aufregung mit einem E-Mail-Chat zwischen Diess und seiner Strategie-Truppe Mitte September. Gegenstand des Chats war ein „Zielbild 2030“ zum Auf-, Ab- und Umbau beim Personal in der Volkswagen AG. Es folgten diverse Mailings. In einem davon stellte Vorstandschef Diess den Abbau von 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätzen in Wolfsburg zur Diskussion. Und erteilte den VW-Strategen den Auftrag, das Zielbild zu erarbeiten.

Besonders brisant: In keinem der E-Mails befand sich ein Mitglied des Betriebsrates. Dennoch dauerte es nur wenige Tage, bis die entscheidende Mail des Vorstandsvorsitzenden an einen Arbeitnehmervertreter durchsickerte. Fazit: Der Betriebsrat konnte so sehen, dass VW-Chef Diess heimlich daran arbeitete, im Wolfsburger Stammwerk jede zweite Stelle zu streichen.

Diess soll erteilten Auftrag zurücknehmen

Betriebsratschefin Daniela Cavallo trug, Berichten Business Insiders zufolge, die Nachricht in das Präsidium des Aufsichtsrates weiter. Diess wurde daraufhin am 23. September zum Rapport einbestellt. Bereits vergangene Woche kam ein Vermittlungsausschuss in der Kausa Diess versus Betriebsrat zusammen. Diesmal ging es um den Tadel der Eigentümer-Familien Porsche und Piëch, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Cavallo, die gegenüber Diess erklärten, sein Verhalten sei inakzeptabel. Er könne solch weitreichenden Planungen nicht ohne den Betriebsrat durchführen. Dieser Kulturbruch werde nicht toleriert. Letztendlich zwang das Präsidium den VW-Chef dazu, den Auftrag aus der E-Mail zurückzuziehen.

Diess enttäuschte aber weiter. Nur 24 Stunden nach seinem Tadel pochte er in der Aufsichtsratssitzung weiterhin auf den Personalabbau. Er zog Parallelen zum BMW-Werk in Birmingham, das er einst jahrelang geleitet hatte. Dort habe das Management zu lange gezögert und am Ende die bittere Pille schlucken müssen. Dieses Schicksal wolle er Wolfsburg ersparen.

Das oberste Gremium scheint arg enttäuscht zu sein und sich vor allem hintergangen zu fühlen. Ein Aufsichtsratsmitglied sagte auf das Beharren des Stellenabbaus Folgendes: „Er hätte nach der Präsidiumssitzung einfach schweigen sollen.“ In den kommenden Wochen beraten Mitglieder des Aufsichtsrates in Vermittlungsgremien darüber, ob Diess noch weitermachen darf. Das läge nun nicht mehr in seinen eigenen Händen.


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