Home » News » Business » Autobauer in der Krise: VW treibt Sparprogramm energisch voran

VW

Autobauer in der Krise: VW treibt Sparprogramm energisch voran

VW-Werk in Wolfsburg, Schornsteine, Backstein
VW-Werk in Wolfsburg, Quelle: Akhil Simha, Unsplash
    • Bei VW nimmt der angekündigte Stellenabbau weiter Gestalt an.
    • Konzernchef Oliver Blume kündigte im Vorfeld der Hauptversammlung in Wolfsburg zusätzliche Sparmaßnahmen an und machte deutlich, dass der Kostendruck trotz bereits eingeleiteter Einschnitte hoch bleibt.
    • Weiterhin will sich keine neue Dynamik bei den Verkäufen einstellen.

VW treibt sein aggressives Sparprogramm voran, das der Konzern sich in der branchenweiten Krise auferlegt hatte. Nach Unternehmensangaben haben inzwischen rund 28.000 Beschäftigte verbindlich vereinbart, den Konzern bis zum Jahr 2030 zu verlassen. Bereits bis Ende 2026 soll die Zahl der Arbeitsplätze an den zehn deutschen Volkswagen-Standorten um etwa 19.000 sinken.

Noch nicht genug gespart

Trotz dieser Maßnahmen sieht die Konzernführung laut Medienberichten weiteren Handlungsbedarf. Für den Sommer stellte Blume eine neue Sparrunde in Aussicht. Beobachter gehen davon aus, dass insbesondere die Konzerntöchter Audi und Porsche von zusätzlichen Einschnitten betroffen sein könnten.

Während beide Premiummarken über viele Jahre als Ertragsbringer galten, haben sich die Rahmenbedingungen zuletzt deutlich verschlechtert. Vor allem Porsche kämpft derzeit mit einer schwächeren Geschäftsentwicklung und rückläufigen Absatzzahlen in wichtigen Märkten.

Vorerst keine Werksschließungen, oder?

Für die Kernmarke Volkswagen gelten weiterhin die Vereinbarungen aus dem jüngsten Tarifabschluss. Betriebsbedingte Kündigungen sind demnach bis 2030 ausgeschlossen. Auch Werksschließungen sind grundsätzlich nicht vorgesehen. Eine Ausnahme bildet der Standort Osnabrück, für den weiterhin verschiedene Zukunftsszenarien geprüft werden.

Blume hatte bereits zuvor angekündigt, die weltweiten Produktionskapazitäten des Konzerns zu reduzieren. Künftig soll Volkswagen seine maximale Jahreskapazität auf rund neun Millionen Fahrzeuge begrenzen. Hintergrund sind schwächere Absatzentwicklungen in mehreren Märkten sowie der anhaltende Transformationsdruck in der Automobilindustrie.

Mit den zusätzlichen Sparmaßnahmen will der Konzern seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Kostenstruktur an die veränderten Marktbedingungen anpassen.


Themen des Beitrags:
VW