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Aus für den Cybertruck: Tesla stellt Produktion 2027 ein

Tesla Cybertruck Innenraum
Tesla Cybertruck Innenraum; Quelle: Cybertruck Owners Club-Forum
    • Tesla will die Produktion seines umstrittenen Elektro-Pickups Cybertruck im texanischen Werk Mitte 2027 einstellen, das kündigte Unternehmenschef Elon Musk auf seiner Plattform X an.
    • Die dadurch frei werdenden Produktionskapazitäten sollen künftig für den Bau des autonom fahrenden Robotaxis Cybercab genutzt werden.
    • Ob der Cybertruck anschließend an einem anderen Standort weiterproduziert oder vollständig aus dem Modellprogramm gestrichen wird, ist bislang unklar.

Die Entscheidung könnte das Ende eines der auffälligsten und zugleich umstrittensten Fahrzeuge des US-Elektroautobauers einläuten: Tesla wird die Produktion des Cybertrucks in Texas Mitte kommenden Jahres auslaufen lassen. Der Cybertruck hatte seit seiner Vorstellung mit technischen Problemen, Rückrufen und einer hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibenden Nachfrage zu kämpfen.

Tesla äußerte sich zunächst nicht weiter zu den Plänen. Die Ankündigung erfolgte unmittelbar nach einem Wahlerfolg der Demokraten im traditionell republikanisch geprägten Bundesstaat Texas. Ein Zusammenhang zwischen dem Wahlergebnis und der Produktionsentscheidung ist allerdings nicht belegt.

Cybertruck konnte Erwartungen nicht erfüllen

Tesla hatte den Cybertruck ursprünglich als elektrischen Konkurrenten zu den in den USA besonders beliebten Pickup-Modellen von Ford und General Motors positioniert.

Das Fahrzeug unterscheidet sich mit seiner kantigen Edelstahlkarosserie und dem ungewöhnlichen Design deutlich von herkömmlichen Pickups. Die Gestaltung sorgte bereits bei der Präsentation für kontroverse Reaktionen und wurde sowohl als futuristisch gelobt als auch vielfach verspottet.

Trotz der großen Aufmerksamkeit gelang es Tesla nicht, den Cybertruck dauerhaft als ernsthaften Wettbewerber der etablierten Pickup-Baureihen zu positionieren.

Zuletzt ging die Nachfrage deutlich zurück. Gleichzeitig sorgten technische Mängel und zahlreiche Rückrufaktionen für zusätzliche Belastungen.

In den USA wird der Cybertruck je nach Ausführung zu Preisen zwischen rund 60.000 und 100.000 Dollar angeboten. Auf dem deutschen Markt ist das Fahrzeug nicht regulär erhältlich und verfügt hierzulande nicht über eine allgemeine Typgenehmigung.

Cybertruck hatte von Anfang an schlechten Start

Die Geschichte des Cybertrucks begann mit einer aufsehenerregenden Panne. Bei der offiziellen Vorstellung im November 2019 wollte Tesla die Widerstandsfähigkeit der Fahrzeugscheiben demonstrieren.

Chefdesigner Franz von Holzhausen warf dazu eine Stahlkugel gegen eine Seitenscheibe. Entgegen den Erwartungen wurde das Glas dabei erheblich beschädigt. Auch ein zweiter Versuch führte zu einem ähnlichen Ergebnis.

Die Szene verbreitete sich weltweit und wurde zu einem der bekanntesten Zwischenfälle bei einer Fahrzeugpräsentation.

Musk erklärte später, dass zuvor ausgeführte Schläge mit einem Vorschlaghammer gegen die Fahrzeugtür die Scheiben beschädigt beziehungsweise ihre Widerstandsfähigkeit beeinträchtigt hätten.

Die misslungene Demonstration wurde zu einem frühen Symbol für die Schwierigkeiten, die Tesla bei der Entwicklung und Vermarktung des ungewöhnlichen Pickups begleiteten.

Zahlreiche Rückrufe wegen technischer Mängel

Nach dem Marktstart häuften sich die Probleme mit dem Cybertruck.

Im Jahr 2024 musste Tesla zunächst knapp 4.000 Fahrzeuge wegen eines möglichen Defekts am Gaspedal zurückrufen. Eine Abdeckung konnte sich lösen und unter ungünstigen Umständen dazu führen, dass das Pedal in gedrückter Stellung hängen blieb.

Als Ursache wurde ein Montageproblem festgestellt. Bei der Befestigung der Pedalabdeckung war ein nicht vorgesehener Schmierstoff verwendet worden, wodurch sich die Verbindung lösen konnte.

Wenig später folgte ein weiterer Rückruf von rund 11.700 Fahrzeugen wegen Problemen mit dem Scheibenwischer. Ein Defekt am Antrieb konnte dazu führen, dass der Wischer ausfiel und die Sicht bei Regen erheblich eingeschränkt wurde.

Auch die Karosserie bereitete Schwierigkeiten. Rund 46.000 Cybertrucks mussten wegen möglicherweise ablösbarer Verkleidungsteile zurückgerufen werden.

Weitere Beanstandungen betrafen unter anderem zu hell eingestellte Scheinwerfer sowie Verzögerungen bei der Anzeige des Rückfahrkamerabildes.

Die wiederholten Rückrufaktionen belasteten das Ansehen des Fahrzeugs und stellten die Fertigungsqualität des Cybertrucks infrage.

Cybercab soll Produktionskapazitäten übernehmen

Mit der geplanten Einstellung der Cybertruck-Fertigung in Texas will Tesla seine Produktionsstrategie stärker auf autonome Fahrzeuge ausrichten.

Im Mittelpunkt steht das Cybercab, ein speziell für den fahrerlosen Betrieb entwickeltes Elektrofahrzeug. Das zweisitzige Robotaxi verfügt über auffällige Flügeltüren und verzichtet vollständig auf ein klassisches Lenkrad sowie auf Gas- und Bremspedale für einen menschlichen Fahrer.

Tesla sieht in dem Fahrzeug einen zentralen Bestandteil seiner langfristigen Unternehmensstrategie. Musk will den Konzern zunehmend von einem klassischen Elektroautohersteller zu einem Anbieter autonomer Mobilitätslösungen und robotischer Systeme entwickeln.

Erste Cybercabs sind nach den vorliegenden Angaben bereits in Austin im US-Bundesstaat Texas unterwegs.

Mit der Verlagerung von Produktionskapazitäten könnte Tesla den geplanten Ausbau seiner Robotaxi-Flotte beschleunigen. Gleichzeitig hängt der wirtschaftliche Erfolg des Konzepts davon ab, ob sich die autonome Fahrzeugtechnik im regulären Betrieb bewährt und die notwendigen behördlichen Genehmigungen erhält.

Zukunft des Cybertrucks bleibt offen

Noch steht nicht fest, ob Tesla die Produktion des Cybertrucks vollständig aufgeben wird. Denkbar wäre grundsätzlich auch eine Verlagerung an einen anderen Fertigungsstandort. Konkrete Pläne dazu wurden bislang jedoch nicht bekannt.

Die angekündigte Umstellung in Texas zeigt, dass Tesla seine Prioritäten innerhalb des Fahrzeuggeschäfts neu gewichtet. Während der Cybertruck trotz großer öffentlicher Aufmerksamkeit hinter den Erwartungen zurückblieb, setzt Musk zunehmend auf die wirtschaftlichen Perspektiven autonomer Mobilität.

Sollte die Produktion des Cybertrucks tatsächlich vollständig enden, wäre dies ein bemerkenswerter Rückzug aus einem Fahrzeugsegment, in dem Tesla ursprünglich eine wichtige Rolle auf dem US-Markt übernehmen wollte.


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Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.

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