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Leasingübernahme vs. aktueller Neuwagen-Deal: Was lohnt sich mehr?

Neues Auto, Schlüsselübergabe
Neues Auto, Schlüsselübergabe; Bild: unsplash

Ein laufender Leasingvertrag wird mit einer attraktiven Monatsrate angeboten, das Fahrzeug ist bereits vorhanden und die Restlaufzeit angenehm kurz. Eine Leasingübernahme kann deshalb auf den ersten Blick wie ein echtes Schnäppchen wirken.

Doch gerade in Zeiten günstiger Neuwagenaktionen lohnt sich ein genauer Vergleich. Denn eine niedrige Rate allein sagt wenig darüber aus, welches Angebot tatsächlich günstiger ist. Übernahmegebühren, Restkilometer, Fahrzeugzustand und zusätzliche Kosten können das Ergebnis deutlich verändern.

Wir zeigen, wann eine Leasingübernahme sinnvoller ist und wann ein aktueller Neuwagen-Deal die bessere Wahl sein kann.

Leasingübernahme oder neuer Vertrag: Wo liegt der Unterschied?

Bei einer Leasingübernahme steigt ein neuer Leasingnehmer in einen bereits laufenden Vertrag ein und übernimmt die verbleibenden Raten sowie die vertraglichen Rechte und Pflichten.

Wie eine Leasingübernahme im Detail funktioniert, welche Voraussetzungen gelten und worauf bei Fahrzeugzustand und Vertragswechsel zu achten ist, erklären wir bereits ausführlich in unserem Ratgeber zur Leasingübernahme.

Für den Vergleich mit einem Neuwagen-Deal ist vor allem entscheidend: Die Vertragslaufzeit ist bereits teilweise verstrichen, ein Teil der vereinbarten Kilometer möglicherweise gefahren und das Fahrzeug wurde bereits genutzt. Beim neuen Leasingvertrag beginnen Laufzeit, Kilometerkontingent und Fahrzeugnutzung dagegen von vorn.

Die Leasingübernahme kann dafür mit einer deutlich kürzeren Restlaufzeit punkten. Wer sich beispielsweise nur noch zwölf oder 18 Monate binden möchte, bleibt flexibler als bei einem neuen Vertrag über 24, 36 oder 48 Monate.

Entscheidend sind die Gesamtkosten und nicht nur die Leasingrate

Wer Leasingangebote miteinander vergleichen möchte, sollte nie ausschließlich auf die monatliche Rate schauen.

Zusätzlich können etwa Überführungskosten, Sonderzahlungen oder andere einmalige Kosten entstehen. Genau deshalb weisen wir bei unseren Leasing-Deals neben der regulären Leasingrate auch die Gesamtkosten und die Gesamtkosten pro Monat aus.

Mehr zu den verschiedenen Zusatzkosten erklären wir in unserem Ratgeber über die Kosten beim Leasing.

Bei einer Leasingübernahme sollte genauso gerechnet werden.

Für einen direkten Vergleich mit einem Neuwagen-Deal sind insbesondere zu berücksichtigen:

  • alle noch ausstehenden Leasingraten
  • Übernahme- oder Umschreibungsgebühren
  • mögliche Abstandszahlungen
  • eventuell anfallende Transport- oder Übergabekosten

So lassen sich die vertragsbezogenen Kosten beider Varianten möglichst vergleichbar gegenüberstellen.

Mögliche Wartungs-, Reifen- oder Verschleißkosten sollten anschließend zusätzlich betrachtet werden. Sie gehören zwar zur wirtschaftlichen Entscheidung, sind aber auch bei einem Neuwagen nicht Bestandteil der ausgewiesenen Leasing-Gesamtkosten.

Praxisbeispiel: Leasingübernahme oder aktueller Ford-Puma-Deal?

Wie groß der Unterschied zwischen beworbener Leasingrate und tatsächlichen monatlichen Gesamtkosten sein kann, zeigt ein aktueller Deal auf sparneuwagen.de.

Der Ford Puma 1,0 EcoBoost Hybrid Titanium wird aktuell für 131,73 Euro brutto pro Monat im Privatleasing angeboten.

Der Leasingvertrag läuft über 24 Monate und umfasst 10.000 Kilometer pro Jahr. Eine Sonderzahlung fällt nicht an.

Zusätzlich werden jedoch 1.290 Euro Überführungskosten berechnet.

Damit ergibt sich folgende Rechnung:

24 × 131,73 Euro = 3.161,52 Euro Leasingraten

plus

1.290 Euro Überführungskosten

ergibt:

4.451,52 Euro Gesamtkosten

Auf die Laufzeit verteilt entsprechen diese Gesamtkosten:

4.451,52 Euro ÷ 24 Monate = 185,48 Euro pro Monat

Die beworbene Leasingrate beträgt somit 131,73 Euro, die tatsächlichen Gesamtkosten pro Monat liegen bei 185,48 Euro.

Genau diese Zahl sollte für den Vergleich mit einer Leasingübernahme verwendet werden.

Beispielhafte Leasingübernahme im Vergleich

Angenommen, ein vergleichbares Fahrzeug wird zur Vertragsübernahme angeboten. Die folgenden Konditionen dienen dabei bewusst als Rechenbeispiel.

Die Restlaufzeit beträgt zwölf Monate und die monatliche Leasingrate liegt bei 149 Euro. Zusätzlich verlangt die Leasinggesellschaft eine Übernahmegebühr von 400 Euro. Eine Abstandszahlung fällt nicht an.

Damit ergibt sich:

12 × 149 Euro = 1.788 Euro Leasingraten

plus

400 Euro Übernahmegebühr

ergibt:

2.188 Euro Gesamtkosten

Auf die zwölf Monate verteilt entstehen damit effektive Kosten von:

2.188 Euro ÷ 12 Monate = 182,33 Euro pro Monat

Der direkte Vergleich

Leasingübernahme Ford Puma als Neuwagen-Deal
Beworbene Leasingrate 149,00 € 131,73 €
Laufzeit 12 Monate 24 Monate
Einmalige Zusatzkosten 400 € 1.290 €
Gesamtkosten 2.188 € 4.451,52 €
Gesamtkosten pro Monat 182,33 € 185,48 €
Fahrzeug bereits genutzt Neuwagen
Kilometer abhängig vom Restkontingent 10.000 km/Jahr

Obwohl die Leasingübernahme mit einer beworbenen Rate von 149 Euro zunächst teurer aussieht als der Neuwagen für 131,73 Euro, liegen die tatsächlichen monatlichen Gesamtkosten nahezu gleichauf.

Die Leasingübernahme kostet rechnerisch etwa 182,33 Euro im Monat, der neue Ford Puma 185,48 Euro.

Der Unterschied beträgt lediglich 3,15 Euro pro Monat.

Bei einem derart geringen Preisabstand sollten deshalb andere Kriterien stärker gewichtet werden.

Drei Euro Unterschied – aber zwei völlig verschiedene Angebote

Bei der Leasingübernahme beträgt die Vertragsbindung in unserem Beispiel nur zwölf Monate. Das ist ein erheblicher Vorteil für Fahrer, die flexibel bleiben möchten.

Beim Ford Puma handelt es sich dagegen um einen Neuwagen. Die vertraglich vereinbarte Kilometerleistung steht vollständig zur Verfügung und es gibt keine bereits vorhandenen Gebrauchsspuren eines vorherigen Leasingnehmers. Dafür beträgt die Vertragslaufzeit 24 Monate.

Das Beispiel zeigt deshalb sehr deutlich: Nicht die niedrigere Leasingrate entscheidet darüber, welches Angebot besser ist.

Erst die monatlichen Gesamtkosten machen die beiden Angebote finanziell vergleichbar. Danach muss entschieden werden, welchen Wert kurze Vertragslaufzeit, Fahrzeugzustand, Kilometerleistung und Flexibilität persönlich haben.

Restkilometer können eine günstige Übernahme teuer machen

Bei einer Leasingübernahme muss unbedingt geprüft werden, wie viele Kilometer aus dem ursprünglichen Vertrag noch zur Verfügung stehen.

Wurden beispielsweise insgesamt 30.000 Kilometer vereinbart und das Fahrzeug hat bei der Übernahme bereits 22.000 Kilometer zurückgelegt, bleiben noch rund 8.000 Kilometer.

Wer während der verbleibenden Laufzeit deutlich mehr fährt, muss möglicherweise für Mehrkilometer bezahlen. Eine günstige Vertragsübernahme kann dadurch schnell teurer werden als ein neuer Leasingvertrag mit passend gewählter Kilometerleistung.

Fahrzeugzustand ebenfalls berücksichtigen

Auch der Zustand des Fahrzeugs gehört in den Vergleich. Kratzer, Felgenschäden, Reifen, Innenraum, Wartungszustand und bekannte Unfallschäden sollten vor der Übernahme geprüft und vorhandene Schäden schriftlich dokumentiert werden.

Wer die Risiken eines bereits genutzten Fahrzeugs vermeiden möchte, kann stattdessen entweder einen aktuellen Neuwagen-Deal wählen oder sich mit dem Gebrauchtwagen-Leasing als Alternative beschäftigen.

Abstandszahlung unbedingt auf die Laufzeit umlegen

Manchmal verlangt der bisherige Leasingnehmer zusätzlich eine sogenannte Abstandszahlung. Für den neuen Leasingnehmer zählt diese vollständig zu den tatsächlichen Kosten.

Bei zwölf Monaten Restlaufzeit und einer Abstandszahlung von 1.200 Euro erhöhen sich die effektiven Kosten beispielsweise um:

1.200 Euro ÷ 12 Monate = 100 Euro pro Monat

Eine außergewöhnlich niedrige Leasingrate kann dadurch schnell ihren Preisvorteil verlieren.

Umgekehrt kann der bisherige Leasingnehmer auch einen finanziellen Anreiz bieten und beispielsweise die Umschreibegebühren übernehmen. Deshalb sollten sämtliche Zahlungen in die Vergleichsrechnung einbezogen werden.

Leasingfaktor oder Gesamtkosten: Welche Zahl ist besser?

Bei klassischen Neuwagenangeboten hilft der Leasingfaktor, die Leasingrate in Relation zum Listenpreis des Fahrzeugs zu setzen.

Bei einer Leasingübernahme ist er allerdings weniger hilfreich, weil nur noch ein Teil des ursprünglichen Vertrags übernommen wird.

Für den direkten Vergleich zwischen Leasingübernahme und Neuwagen-Deal sind deshalb die Gesamtkosten pro Monat meist die verständlichere Kennzahl.

Bei unserem Ford-Puma-Beispiel sieht man das besonders gut: Die reguläre Leasingrate beträgt 131,73 Euro und der Leasingfaktor liegt bei 0,47. Berücksichtigt man zusätzlich die Überführungskosten, ergeben sich Gesamtkosten von 185,48 Euro pro Monat.

Leasingübernahme und Neuwagen-Deal im Überblick

Punkt Leasingübernahme Aktueller Neuwagen-Deal
Laufzeit häufig kurze Restlaufzeit meist 24 bis 48 Monate
Verfügbarkeit Fahrzeug bereits vorhanden, Übertragung erforderlich abhängig vom Deal und Lieferzeit
Monatsrate kann besonders günstig sein durch Aktionen ebenfalls sehr günstig möglich
Einmalkosten Übernahmegebühr, eventuell Abstandszahlung häufig Überführung/Bereitstellung
Kilometer ein Teil kann bereits verbraucht sein vollständig verfügbar
Fahrzeugzustand bereits genutzt Neuwagen
Flexibilität hoch bei kurzer Restlaufzeit längere Bindung
Konfiguration Fahrzeug steht bereits fest teilweise noch konfigurierbar
Verschleiß vorhandener Verschleiß möglich kein Vorverschleiß durch vorherigen Leasingnehmer

Wann lohnt sich eine Leasingübernahme?

Eine Leasingübernahme kann besonders interessant sein, wenn:

  • nur für kurze Zeit ein Fahrzeug benötigt wird
  • ein bereits vorhandenes Fahrzeug gesucht wird
  • der ursprüngliche Vertrag außergewöhnlich günstige Konditionen bietet
  • keine oder nur geringe Übernahmegebühren anfallen
  • die verbleibenden Kilometer zum eigenen Fahrprofil passen
  • der Fahrzeugzustand einwandfrei dokumentiert ist
  • keine größere Abstandszahlung verlangt wird

Besonders attraktiv kann die Übernahme werden, wenn der bisherige Leasingnehmer bereits eine hohe Sonderzahlung geleistet hat oder sich sogar an den Kosten der Vertragsübernahme beteiligt.

Wann ist ein aktueller Neuwagen-Deal besser?

Ein neuer Leasingvertrag kann dagegen sinnvoller sein, wenn:

  • das Auto mehrere Jahre genutzt werden soll
  • aktuell besonders günstige Leasingaktionen verfügbar sind
  • die Kilometerleistung individuell gewählt werden soll
  • ein Neuwagen bevorzugt wird
  • keine Risiken durch vorhandene Schäden entstehen sollen
  • eine bestimmte Ausstattung oder aktuelle Fahrzeuggeneration gewünscht ist

Gerade bei stark rabattierten Leasingangeboten sollte deshalb vor einer Übernahme immer geprüft werden, was ein vergleichbarer Neuwagen aktuell kostet.

Fazit: Erst rechnen, dann übernehmen

Eine Leasingübernahme kann vor allem wegen der kurzen Restlaufzeit und des bereits vorhandenen Fahrzeugs eine interessante Alternative zum neuen Leasingvertrag sein.

Eine günstige Monatsrate allein ist jedoch kein Beweis für ein Schnäppchen. Übernahmegebühren, Abstandszahlungen, bereits verbrauchte Kilometer und der Fahrzeugzustand können den tatsächlichen Preis deutlich verändern.

Deshalb gilt: Zuerst sämtliche unmittelbar mit der Vertragsübernahme verbundenen Kosten auf die verbleibende Vertragslaufzeit umlegen und anschließend mit den Gesamtkosten pro Monat eines aktuellen Neuwagen-Deals vergleichen.

Unser Praxisbeispiel zeigt, warum das wichtig ist: Zwischen der angenommenen Leasingübernahme und dem aktuellen Ford-Puma-Neuwagenangebot liegen trotz deutlich unterschiedlicher beworbener Monatsraten effektiv gerade einmal gut drei Euro pro Monat.

Erst wenn dieser Kostenvergleich steht, lässt sich entscheiden, ob die kurze Laufzeit der Übernahme oder die Vorteile eines neuen Fahrzeugs wichtiger sind.