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Elektroauto mit Anhänger: Was muss man beachten?

Tesla mit Anhänger
Tesla mit Anhänger, Quelle: Laurin dal Castel, Unsplash

Immer mehr Autofahrer steigen auf ein Elektroauto um. Doch wie sieht es aus, wenn man einen Wohnwagen, Pferdeanhänger oder Gartenabfälle transportieren möchte? Lange Zeit galten E-Autos als ungeeignet für den Anhängerbetrieb. Das hat sich glücklicherweise geändert. Dennoch gibt es vor dem Kauf oder Leasing einige wichtige Punkte zu beachten.

Darf ich mit dem Elektroauto einen Anhänger ziehen?

Grundsätzlich ja, aber nicht jedes Modell ist dafür zugelassen. Wer ein E-Auto als Zugfahrzeug nutzen möchte, muss zwingend die technischen Spezifikationen prüfen. Während kleine Stadtflitzer oft gar keine oder nur eine sehr geringe Anhängelast für Fahrradträger eingetragen haben, können große Elektro-SUVs mittlerweile problemlos bis zu 2.500 Kilogramm ziehen. Modelle wie der BMW iX, der Kia EV9 oder das Tesla Model X sind hier aktuelle Vorreiter auf dem Markt.

Steigungen und Anhängelast: Auf die 8 Prozent Regelung achten

Ein wichtiger Faktor beim Gespannfahren mit einem E-Auto ist die Bewältigung von Steigungen. Beim Blick in die Fahrzeugpapiere findet sich oft eine Besonderheit. Die reguläre maximale Anhängelast wird in Europa standardmäßig für Steigungen von bis zu 12 Prozent angegeben. Viele Hersteller erlauben jedoch eine höhere Zuglast, wenn die gefahrene Steigung auf maximal 8 Prozent begrenzt ist. Da Elektroautos durch die Batterie bereits ein hohes Eigengewicht mitbringen, bedeutet ein schwerer Anhänger an steilen Bergpässen eine enorme thermische und mechanische Belastung für die Elektromotoren und das Kühlsystem. Wer also Fahrten in die Berge plant, muss unbedingt die Angaben in der Zulassungsbescheinigung genau prüfen und die Route entsprechend anpassen.

E-Auto mit Anhänger: Der Einfluss auf die Reichweite

Der wichtigste Aspekt beim Gespannfahren mit Stromern ist der Energieverbrauch. Ein Anhänger erhöht nicht nur das Gesamtgewicht, sondern verschlechtert vor allem die Aerodynamik drastisch. Das gilt insbesondere für große und klobige Wohnwagen. Fahrer müssen in der Praxis damit rechnen, dass sich die Reichweite des Elektroautos nahezu halbiert. Eine sorgfältige Routenplanung mit ausreichend eingeplanten Ladestopps ist daher für eine entspannte Fahrt unerlässlich.

Herausforderungen an der Ladesäule

Ein oft unterschätztes Problem im Alltag ist das Aufladen des Fahrzeugs mit angekoppeltem Anhänger. Die meisten Ladesäulen in Deutschland und Europa sind so konzipiert, dass man vorwärts oder rückwärts in eine Parkbucht fahren muss. Drive-through-Ladeparks, bei denen man wie an einer klassischen Tankstelle mit dem gesamten Gespann durchfahren kann, sind leider noch die Ausnahme. In der Regel bedeutet das, dass der Anhänger vor jedem Ladevorgang abgekuppelt werden muss.

Fahrverhalten und Dynamik

Bei den Fahreigenschaften spielen Elektroautos ihre konzeptionellen Stärken voll aus. Das sofort anliegende Drehmoment der Elektromotoren macht das Anfahren mit einem schweren Anhänger selbst an starken Steigungen zum Kinderspiel. Zudem sorgt der tiefe Schwerpunkt, bedingt durch die schwere Batterie im Unterboden, für eine enorme Fahrstabilität des gesamten Gespanns. Ein gefährliches Aufschaukeln des Anhängers wird dadurch deutlich minimiert.

Fazit zum E-Auto als Zugfahrzeug

Elektroautos und Anhänger schließen sich heute längst nicht mehr aus. Wer regelmäßig schwere Lasten zieht oder mit dem Wohnwagen in den Urlaub fährt, sollte sich gezielt für ein Modell mit großer Batteriekapazität und entsprechend hoher Anhängelast entscheiden. Wenn man das Thema Steigungen im Blick behält und etwas mehr Zeit für die Ladeplanung einplant, steht dem elektrischen Gespannfahren nichts mehr im Wege.


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