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Verkehr

Zu viele Baustellen, zu hohe Parkgebühren: Autofahrer und Fußgänger in Deutschland laut ADAC-Mobilitätsmonitor immer unzufriedener

Mobilitätsmonitor 2026 - ADAC-Pressefoto
Mobilitätsmonitor 2026 - ADAC-Pressefoto
    • Die Zufriedenheit mit der Mobilität in deutschen Mittelgroßstädten ist in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen, das zeigt der neue ADAC Monitor 2026, für den mehr als 11.600 Menschen in 29 Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern befragt wurden.
    • Besonders Autofahrer bewerten die Verkehrssituation zunehmend kritisch.
    • Münster erreicht erneut die höchste Gesamtzufriedenheit, während Oberhausen auf dem letzten Platz landet.

Immer unzufriedener werden Verkehrsteilnehmer in Deutschland. Autofahrer spüren Verschlechterungen allerdings offenbar besonders deutlich, wie die aktuelle Ausgabe des Mobilitätsmonitors zeigt, der jährlich vom ADAC erstellt wird. Für die Untersuchung wurden Einwohner, Pendler und Besucher zu ihren Erfahrungen mit dem Auto, dem öffentlichen Personennahverkehr, dem Fahrrad und als Fußgänger befragt. Die Ergebnisse werden in einem Zufriedenheitsindex zwischen minus 100 und plus 100 dargestellt. Positive Werte bedeuten, dass die zufriedenen Befragten überwiegen.

Gesamtzufriedenheit seit 2021 gesunken

Über alle untersuchten Städte und Verkehrsmittel hinweg sank der Zufriedenheitsindex gegenüber der vorherigen Erhebung aus dem Jahr 2021 um vier Punkte von +21 auf +17. Dennoch überwiegt in 27 der 29 untersuchten Städte weiterhin die Zufriedenheit.

Die beste Gesamtbewertung erreicht wie bereits vor fünf Jahren Münster. Die westfälische Stadt erzielt bei sämtlichen untersuchten Fortbewegungsarten gute Ergebnisse und kann damit ihre Spitzenposition behaupten.

Die stärkste Verbesserung verzeichnet Mönchengladbach. Auch Kiel, Potsdam und Karlsruhe konnten ihre Gesamtwerte steigern. In Erfurt, Augsburg und Bielefeld blieb die Zufriedenheit gegenüber 2021 unverändert.

In allen übrigen Städten verschlechterte sich die Bewertung. Besonders deutlich fiel der Rückgang in Oberhausen aus. Die nordrhein-westfälische Stadt belegt zugleich den letzten Platz der Gesamtwertung.

Autofahrer bewerten Verkehrssituation besonders kritisch

Die größten Unterschiede zeigen sich beim Vergleich der einzelnen Verkehrsmittel. Während Fußgänger und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs jeweils einen Zufriedenheitsindex von +28 erreichen, kommen Radfahrer auf +20.

Deutlich schlechter fällt die Bewertung des Autoverkehrs aus. Mit einem Indexwert von -9 ist der Pkw das einzige untersuchte Verkehrsmittel, bei dem die Unzufriedenheit überwiegt.

Besonders häufig kritisieren Autofahrer das Baustellenmanagement, den Zustand der Straßen, die Höhe der Parkgebühren und das Verhalten von E-Scooter-Fahrern.

Lediglich in Augsburg und Erfurt erreicht die Pkw-Mobilität noch einen leicht positiven Zufriedenheitswert. In allen anderen untersuchten Städten überwiegen die negativen Bewertungen.

Die sinkende Zufriedenheit der Autofahrer trägt nach Angaben des ADAC wesentlich zum Rückgang des Gesamtindex bei. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Oberhausen, wo die Bewertung des Autoverkehrs erheblich schlechter ausfiel als noch 2021.

Öffentlicher Nahverkehr bleibt stabil

Anders als beim Autoverkehr hat sich die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Personennahverkehr seit der vorherigen Untersuchung insgesamt nicht verändert. Der Index liegt weiterhin bei +28.

Die beste Bewertung erhält der Nahverkehr in Erfurt. Die thüringische Landeshauptstadt verbessert sich damit vom zweiten auf den ersten Platz. Dahinter folgt Rostock.

Am unteren Ende des Rankings stehen Oberhausen und Saarbrücken. Allerdings überwiegt auch in diesen beiden Städten weiterhin die Zufriedenheit mit Bus und Bahn.

Besonders positiv beurteilen die Befragten die Dichte des Haltestellennetzes sowie kurze Wege beim Umsteigen. Kritik gibt es dagegen vor allem am Preis-Leistungs-Verhältnis und an den verfügbaren Parkmöglichkeiten an Bahnhöfen.

Fußgänger deutlich weniger zufrieden als 2021

Obwohl das Zufußgehen gemeinsam mit dem öffentlichen Nahverkehr die höchste Zufriedenheit erreicht, hat sich die Bewertung des Fußverkehrs deutlich verschlechtert.

Der entsprechende Index sank gegenüber 2021 um neun Punkte. Dennoch erreicht die Fortbewegung zu Fuß weiterhin einen positiven Wert von +28.

An der Spitze der Bewertung steht Münster. Insgesamt zwölf Städte erreichen beim Fußverkehr einen Indexwert von mindestens +30 und damit besonders hohe Zufriedenheitswerte.

Die letzten Plätze belegen Oberhausen und Ludwigshafen. Auch dort fällt die Gesamtbewertung des Fußverkehrs allerdings noch positiv aus.

Besonders geschätzt werden direkte Fußwege und die Verfügbarkeit gesicherter Straßenquerungen.

Radfahrer etwas zufriedener – Freiburg übernimmt Spitzenplatz

Entgegen dem allgemeinen Trend hat sich die Zufriedenheit der Radfahrer gegenüber 2021 geringfügig verbessert.

Die beste Bewertung erhält Freiburg im Breisgau. Die Stadt übernimmt damit die Spitzenposition vor Münster. Den dritten Platz teilen sich Kiel und Karlsruhe.

In nahezu allen untersuchten Städten überwiegt die Zufriedenheit mit dem Radverkehr. Eine Ausnahme bildet Krefeld, wo die negativen Bewertungen überwiegen. In Oberhausen halten sich zufriedene und unzufriedene Radfahrer mit einem Indexwert von null die Waage.

Besonders deutlich verschlechterte sich die Bewertung in Oberhausen. Dort sank der Zufriedenheitsindex für den Radverkehr um 25 Punkte gegenüber der vorherigen Untersuchung.

Zu den wesentlichen Vorteilen des Fahrrads zählen aus Sicht der Befragten die gute Planbarkeit der Ankunftszeit und die Möglichkeit, Ziele auf direktem Weg zu erreichen.

Kritik äußern Radfahrer insbesondere am Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Neben Autofahrern werden dabei vor allem E-Scooter-Fahrer negativ bewertet.

Unterschiedliche Entwicklung der Verkehrsmittel

Die Untersuchung zeigt, dass sich die Zufriedenheit mit den einzelnen Verkehrsmitteln zunehmend unterschiedlich entwickelt. Während der öffentliche Nahverkehr stabile Bewertungen erreicht und das Fahrrad leicht an Zustimmung gewinnt, verschlechtert sich die Wahrnehmung des Fuß- und insbesondere des Autoverkehrs.

Gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Städten. Münster behauptet seine Spitzenposition durch gute Ergebnisse in sämtlichen Mobilitätsbereichen. Oberhausen verzeichnet dagegen sowohl den stärksten Rückgang der Gesamtzufriedenheit als auch besonders deutliche Verschlechterungen beim Auto- und Radverkehr.

Der ADAC Monitor bildet die subjektive Zufriedenheit der Befragten ab. Eine unmittelbare Bewertung der objektiven Verkehrsqualität, etwa anhand von Unfallzahlen, Reisezeiten oder Infrastrukturzustand, ist damit nicht verbunden.


Themen des Beitrags:
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Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.

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