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VW kassiert Umsatzprognose: Aktie verliert

VW-Werk in Wolfsburg, Schornsteine, Backstein
VW-Werk in Wolfsburg, Quelle: Akhil Simha, Unsplash
    • VW hat seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 deutlich nach unten korrigiert.
    • Der Wolfsburger Konzern erwartet inzwischen nur noch eine operative Umsatzrendite von höchstens einem Prozent.
    • Bislang war VW von 4,0 bis 5,5 Prozent ausgegangen.
    • Im vergangenen Jahr hatte die operative Umsatzrendite 2,8 Prozent erreicht.

VW kassiert seine Gewinnprognose und schickt die Aktie damit kurz vor dem Wochenende auf Talfahrt. Die Rendite schrammt nach der neuen Schätzung nur noch knapp an einem Verlust vorbei. Als Gründe nennt Volkswagen mehrere Sondereffekte, die das Konzernergebnis voraussichtlich mit insgesamt rund zehn Milliarden Euro belasten werden. Dazu zählen insbesondere eine milliardenschwere Wertberichtigung der Beteiligung an Porsche, zusätzliche Kosten für den Konzernumbau und die schwierige Geschäftsentwicklung in China.

Beim Umsatz rechnet Volkswagen für 2026 mit rund 315 Milliarden Euro. Damit bewegt sich die neue Erwartung in der Mitte der bisherigen Prognosespanne. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern noch 321,9 Milliarden Euro umgesetzt. Bereits zur Vorlage der Halbjahreszahlen hatte VW seine Erwartungen für das laufende Jahr reduziert.

China-Geschäft unter zunehmendem Druck

Finanzvorstand Arno Antlitz verwies auf eine weitere Verschärfung der Situation auf den internationalen Automärkten. Besonders schwierig sei die Entwicklung in China. Nach seinen Angaben ist der größte Automarkt der Welt um 20 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig erhöhten chinesische Hersteller mit vergleichsweise günstigen Exportfahrzeugen den Wettbewerbsdruck in Europa.

Zusätzliche Auswirkungen haben laut Volkswagen die geopolitische Lage und die stark gestiegenen Benzinpreise. Dadurch habe sich die Nachfrage stärker in Richtung batterieelektrischer Fahrzeuge verschoben. Für Volkswagen stellt diese Entwicklung kurzfristig eine zusätzliche Belastung dar, da die Margen bei Elektroautos derzeit niedriger ausfallen als bei vergleichbaren Verbrennern. Insbesondere die Marken Volkswagen und Audi entwickeln sich deshalb nach Konzernangaben schwächer als bislang erwartet.

Porsche-Abschreibung belastet mit sechs Milliarden Euro

Den größten einzelnen Sondereffekt verursacht Porsche. Volkswagen bewertet die mittel- und langfristigen Geschäftsaussichten des Sportwagenherstellers inzwischen um zehn bis 15 Prozent niedriger. Daraus ergibt sich für den VW-Konzern eine Belastung von rund sechs Milliarden Euro.

Porsche kämpft unter anderem mit Problemen bei seiner Elektrifizierungsstrategie. Nach einem zunächst soliden Absatz der elektrischen Modelle ging die Nachfrage zurück. Einige Modelle wurden daraufhin teilweise wieder aus dem Programm genommen. Gleichzeitig musste Porsche bereits getätigte Investitionen abschreiben.

Weitere zwei Milliarden Euro Belastungen erwartet Volkswagen im zweiten Halbjahr durch zusätzliche Restrukturierungskosten. Dazu gehören ausgeweitete Vorruhestandsregelungen, der geplante Verkauf des Werks in Osnabrück sowie weitere Abschreibungen aufgrund der schwächeren Entwicklung in China.

Nahost-Konflikt und Zölle bleiben Risiken

Zusätzliche wirtschaftliche Risiken sind in der neuen Prognose noch nicht vollständig berücksichtigt. Volkswagen erklärte, mögliche weitere Folgen der Eskalation im Nahen Osten ließen sich derzeit nicht verlässlich abschätzen und seien deshalb nicht in die Prognose eingeflossen.

Auch die weitere Entwicklung der Handelszölle bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Für Exporte aus der Europäischen Union in die USA gilt derzeit im Rahmen eines Abkommens ein Zollsatz von 15 Prozent. Höhere Belastungen könnten das Ergebnis zusätzlich beeinträchtigen.

Die Aktie geriet nach Veröffentlichung der Mitteilung deutlich unter die Räder. Das Papier schloss den Handel mit einem Tagesverlust von gut fünfeinhalb Prozent. Auch die Porsche-Aktie wurde von den Anlegern abgestraft.


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