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V2L: Wenn das E-Auto zur Steckdose wird

Auto laden
Auto laden, Bild: Stockfoto
    • Eine wenig bekannte Funktion vieler E-Autos kann unterwegs von großem Nutzen sein.
    • Mit dem V2L-Feature können Autofahrer weitere elektrische Geräte über ihr Fahrzeug betreiben.
    • Die Funktion will jedoch mit Bedacht eingesetzt werden, sonst drohen böse Überraschungen.

Elektroautos können längst mehr, als nur von A nach B zu fahren. Dank der sogenannten Vehicle-to-Load-Technologie (V2L) lassen sich externe Geräte direkt über die Fahrzeugbatterie mit Strom versorgen. Ob beim Camping, auf Baustellen oder bei Freizeitveranstaltungen, die Fahrzeuge können dabei als mobile Energiequelle dienen. Der ADAC hat nun untersucht, wie sich aktuelle Elektroautos in diesem Einsatzgebiet schlagen.

Elektrische Leistung teils sehr unterschiedlich

Für die Stromversorgung wird ein spezieller Adapter in die Ladebuchse des Fahrzeugs gesteckt. Dieser stellt anschließend eine haushaltsübliche Steckdose bereit. Im Test zeigte sich jedoch, dass die Leistungsfähigkeit der Systeme je nach Modell deutlich variiert.

Während der MG4 maximal 2,2 kW Leistung bereitstellte, erreichte der neue BMW iX3 kurzzeitig Spitzenwerte von bis zu 7,2 kW. Solche Leistungsspitzen können insbesondere beim Anlaufen von Geräten wie Kreissägen oder Kompressoren von Vorteil sein, die kurzfristig hohe Ströme benötigen. Im Dauerbetrieb bewegte sich die Leistungsabgabe der getesteten Fahrzeuge überwiegend zwischen 3,4 und 3,7 kW.

Positiv bewertete der ADAC die Sicherheitsfunktionen der Systeme. Bei simulierten Kurzschlüssen unterbrachen sämtliche Testfahrzeuge die Stromversorgung umgehend.

Im Alltag stießen die Tester jedoch auch auf Schwächen. So verfügen nicht alle Fahrzeuge über eine Verriegelung des V2L-Adapters, wodurch dieser teilweise auch während des Betriebs entfernt werden kann. Unterschiede zeigten sich zudem bei der Bedienung: Während einige Hersteller die Aktivierung direkt über das Fahrzeugmenü ermöglichen, ist bei anderen Modellen ein zusätzlicher Schalter am Adapter erforderlich. Hinzu kamen vereinzelt irreführende Fehlermeldungen im Bordcomputer.

Kritisch sieht der ADAC außerdem die Hinweise in den Betriebsanleitungen. Keiner der untersuchten Hersteller erlaubt offiziell den Betrieb der V2L-Funktion bei Regen, obwohl die Technologie häufig für Outdoor-Anwendungen beworben wird.

Worauf Nutzer achten müssen

Ein weiterer Aspekt betrifft den Energieverbrauch des Fahrzeugs selbst. Damit Strom abgegeben werden kann, müssen verschiedene Fahrzeugsysteme aktiv bleiben. Dadurch entsteht ein Eigenverbrauch von bis zu 500 Watt. Bei längerer Nutzung kann dies die Reichweite des Fahrzeugs spürbar reduzieren. Es gilt also, V2L nur zu nutzen, sofern man absehbar Zugang zu einem Ladeunkt haben wird.

Insgesamt bewertet der ADAC die V2L-Technologie als praktisches Zusatzfeature für Freizeit- und Gewerbeanwendungen. Nutzer sollten die Funktion jedoch vor dem ersten Einsatz testen und den zusätzlichen Energiebedarf bei längeren Stromabgaben berücksichtigen.


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Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.

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