Home » News » Elektromobilität » Tesla FSD: Elon Musk verspricht flächendeckendes autonomes Fahren bis Ende 2026

News

Tesla FSD: Elon Musk verspricht flächendeckendes autonomes Fahren bis Ende 2026

Tesla Robotaxi Cybercab
Tesla Robotaxi Cybercab, Quelle: Pressefoto

Tesla-Chef Elon Musk sorgt beim Thema autonomes Fahren wieder einmal für reichlich Diskussionsstoff. Während eines virtuellen Auftritts auf dem Smart Mobility Summit in Tel Aviv verkündete er, dass das unüberwachte Full Self-Driving (FSD) bis Ende dieses Jahres in den USA flächendeckend zum Einsatz kommen soll. Für Kenner der Marke ist diese Ankündigung ein altbekanntes Muster, da Musk bereits seit über einem Jahrzehnt ähnliche Versprechungen macht.

Die Realität auf den amerikanischen Strassen

Schaut man sich die aktuellen Zahlen an, wird deutlich, wie gross die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit derzeit noch ist. Momentan betreibt Tesla laut Branchenberichten weniger als 30 tatsächlich unüberwachte Robotaxis, die sich auf die drei texanischen Städte Austin, Dallas und Houston verteilen. Eine Skalierung von rund 30 Fahrzeugen auf eine flächendeckende Verfügbarkeit in den gesamten USA innerhalb der verbleibenden Monate des Jahres gilt unter Experten als nahezu unmöglich.

Gefühlte Intelligenz im Auto

Musk untermauerte seine kühne Prognose auf der Konferenz mit sehr emotionalen Worten. Die aktuelle FSD-Software fühle sich bereits so an, als ob das Auto ein eigenes Bewusstsein besitze. Fahrer könnten regelrecht spüren, wie dieses Bewusstsein durch die ständigen Updates weiterwachse. Solche Aussagen befeuern die Begeisterung der weltweiten Tesla-Community, blenden die regulatorischen und technischen Hürden jedoch weitgehend aus.

Eine lange Historie voller Ankündigungen

Die Liste von Musks nicht eingehaltenen Terminen beim autonomen Fahren ist lang. Bereits 2015 versprach er die vollständige Autonomie binnen zwei Jahren, gefolgt von der Ankündigung einer autonomen Fahrt quer durch die USA im Jahr 2016. Erst im April 2026 ruderte Musk bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen ein Stück zurück und erklärte, dass komplexe Kreuzungen, schlechte Strassenmarkierungen und Wetterkapriolen den Zeitplan ausbremsen. Damals sprach er von einem Rollout für Endkunden im vierten Quartal 2026 frühestens.

Widersprüche bei den Sicherheitsdaten

Auch bei den Sicherheitsbehauptungen gibt es Widersprüche. Auf dem Summit betonte Musk, dass sich Tesla auf einem klaren Weg befinde, um das System um ein Vielfaches sicherer als menschliche Fahrer zu machen. Nur wenige Wochen zuvor behauptete er auf der Plattform X, dass FSD bereits jetzt zehnmal sicherer sei als ein Mensch. Kritiker und Experten bemängeln seit Jahren, dass Tesla keine unabhängig überprüfbaren Daten veröffentlicht, die solche Aussagen stützen. Im Vergleich dazu legt die Konkurrenz, wie etwa die Google-Schwester Waymo, wissenschaftlich fundierte Sicherheitsanalysen vor.

Fazit und Ausblick für Autofans

Ob Tesla das Versprechen dieses Mal halten kann, bleibt extrem fragwürdig. Wer auf ein schnelles, völlig unüberwachtes Fahren im eigenen Tesla hofft, muss sich vermutlich noch gedulden. Für die Lese-Community von Sparneuwagen zeigt sich jedoch, dass das Rennen um die automobile Zukunft und die Marktführerschaft bei Software-Upgrades voll entbrannt ist. Tesla bleibt ein Innovationstreiber, auch wenn die Uhren in Texas etwas schneller ticken als im Rest der Welt.


Themen des Beitrags:
Elon MuskTesla