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Studie: Elektroautofahrer sind zufrieden und haben dem Verbrenner abgeschworen

E-Auto beim Laden an einer öffentlichen Ladestation
E-Auto beim Laden an einer öffentlichen Ladestation; Bild: YRKA PICTURED/Unsplash
    • Die Zufriedenheit mit Elektroautos ist in Deutschland offenbar hoch.
    • Laut der Shell Elektromobilitätsstudie 2026 können sich 89 Prozent der heutigen Elektroautofahrer vorstellen, auch beim nächsten Fahrzeug wieder auf einen elektrischen Antrieb zu setzen.
    • Gleichzeitig erwägen 37 Prozent der Fahrer von Verbrennern und Hybridfahrzeugen den Wechsel zu einem reinen Elektroauto.

Es hat gedauert, aber langsam setzt sich auch in Deutschland das Elektroauto als Massenphänomen durch. Dabei sind einmal umgestiegene Autofahrer zumeist sehr zufrieden mit ihrem fahrbaren Untersatz, wie eine aktuelle Studie nun zeigt. Für die inzwischen neunte Ausgabe der Untersuchung ließ Shell weltweit 7.400 Interviews in den USA, China, Singapur und Europa durchführen. Davon entfielen 1.500 auf Deutschland. Befragt wurden sowohl private als auch gewerbliche Fahrer unterschiedlicher Antriebsarten.

Ladeinfrastruktur wird besser bewertet

Neben der hohen Bereitschaft zum erneuten Kauf eines Elektroautos zeigt die Untersuchung eine zunehmend positive Wahrnehmung der öffentlichen Ladeinfrastruktur. So berichten 69 Prozent der befragten Elektroautofahrer von einer verbesserten Verfügbarkeit öffentlicher Ladepunkte. 67 Prozent sehen mittlerweile eine größere Auswahl an Ladeanbietern. Auch bei der Zuverlässigkeit und Standortqualität nehmen viele Befragte Fortschritte wahr.

Allerdings spielen die Lademöglichkeiten am eigenen Wohnort weiterhin eine wichtige Rolle. Laut Studie verfügen 81 Prozent der Elektroautofahrer über einen privaten Ladeanschluss beziehungsweise eine Lademöglichkeit zu Hause.

Auch längere Strecken werden mit Elektroautos zunehmend selbstverständlich zurückgelegt. Mehr als zwei Drittel der Befragten haben bereits Langstreckenfahrten mit einem Elektrofahrzeug unternommen. Nur etwa jeder sechzehnte Fahrer verzichtet wegen der Ladeinfrastruktur grundsätzlich auf längere Fahrten.

Dennoch bleiben Reichweite, Ladezeiten und Kosten wichtige Faktoren. Rund vier von zehn Fahrern ohne reines Elektroauto betrachten Reichweiten- und Ladeprobleme weiterhin als Hindernis für einen Umstieg. Drei von zehn nennen die Anschaffungskosten als entscheidenden Nachteil.

Bei der Wahl eines Ladepunkts achten 42 Prozent der Elektroautofahrer besonders auf die Ladekosten, während für 38 Prozent die Ladegeschwindigkeit ausschlaggebend ist. Zugleich würden 73 Prozent einen Umweg in Kauf nehmen, um eine zuverlässigere Ladestation zu erreichen. Mehr als die Hälfte, konkret 54 Prozent, wäre bereit, für schnelleres Laden einen höheren Preis zu bezahlen.

Ladepausen werden zunehmend für Einkäufe genutzt

Die Untersuchung beschäftigt sich außerdem mit den zusätzlichen Dienstleistungen an öffentlichen Ladestandorten. Demnach kauft jeder zweite Elektroautofahrer regelmäßig Kaffee an Tankstellen oder Ladeparks. Rund ein Drittel nutzt dort Einkaufs- oder Gastronomieangebote. Etwa ebenso viele nehmen regelmäßig eine Fahrzeugwäsche in Anspruch.

Bei der gewünschten Ausstattung von Ladestandorten stehen Verpflegungsangebote weit oben. 41 Prozent der Befragten wünschen sich warme Speisen oder gastronomische Einrichtungen, während 38 Prozent Einkaufsmöglichkeiten während des Ladevorgangs wichtig finden.

Shell sieht darin einen Hinweis, dass künftig nicht allein die Anzahl der Ladepunkte über die Attraktivität eines Standorts entscheidet. Florian Glattes, Leiter des Mobility-Geschäfts von Shell in Deutschland, Österreich und der Schweiz, verweist auf die wachsende Bedeutung von Zuverlässigkeit, digitalen Dienstleistungen und zusätzlichen Angeboten während der Ladepause.

Die Ergebnisse sind auch vor dem geschäftlichen Hintergrund des Auftraggebers einzuordnen. Shell betreibt nach eigenen Angaben derzeit rund 2.400 Ultraschnellladepunkte in Deutschland und erweitert das Netz sowohl an eigenen Standorten als auch gemeinsam mit Partnerunternehmen.

Die Studie beschreibt damit eine hohe Akzeptanz unter bestehenden Elektroautofahrern, zeigt aber zugleich, dass Anschaffungspreise und Ladebedingungen für einen größeren Teil der bisherigen Verbrennerfahrer weiterhin entscheidende Hürden darstellen.


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Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.

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