Tankrabatt
Studie: Dieselfahrer haben nicht viel vom Tankrabatt

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- Die seit Anfang Oktober geltende Senkung der Kraftstoffsteuer wird bei Benzin nahezu vollständig an die Verbraucher weitergegeben.
- Bei Diesel kommt dagegen nur ein Teil der staatlichen Entlastung an den Zapfsäulen an, das zeigt eine aktuelle Auswertung des Münchner Ifo-Instituts.
- Damit wiederholt sich ein Muster, das die Wirtschaftsforscher bereits beim ersten Tankrabatt im Jahr 2022 beobachtet hatten.
Der Tankrabatt wirkt, das ist die gute Nachricht. Allerdings wirkt er nur eingeschränkt. Es sind vor allem Fahrer von Benziner, an die die Preissenkungen großteils weitergegeben werden. Nach Berechnungen des Instituts wurden von der Steuersenkung um 17 Cent je Liter bei Super E10 rund 16 Cent an die Autofahrer weitergegeben, das zeigt auch der regelmäßig aktualisierte Tracker des Instituts. Bei Super E5 kam die Entlastung sogar vollständig an. Diesel-Fahrer profitierten dagegen lediglich von einer durchschnittlichen Preissenkung um 14 Cent.
Diesel profitiert weniger von der Steuersenkung
Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, führt die Unterschiede unter anderem auf die Struktur des Dieselmarktes zurück. Deutschland importiert einen erheblichen Teil seines Dieselkraftstoffs. Die dadurch längeren Lieferketten bieten nach Einschätzung des Ökonomen mehr Möglichkeiten, einen Teil der Steuerentlastung nicht an die Endkunden weiterzugeben.
Hinzu kommt das unterschiedliche Nachfrageverhalten. Diesel wird häufig von Vielfahrern und Dienstwagennutzern getankt, die auf Preisänderungen weniger empfindlich reagieren. Auch die saisonal steigende Nachfrage nach Heizöl könnte die Dieselpreise beeinflussen.
Benzinpreise fallen deutlich stärker
Die aktuellen Kraftstoffpreise bestätigen die unterschiedliche Entwicklung. Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,088 Euro. Das waren 5,8 Cent weniger als eine Woche zuvor und zugleich der niedrigste Tagespreis seit Mitte Juli.
Diesel verbilligte sich im gleichen Zeitraum lediglich um 0,9 Cent auf durchschnittlich 2,246 Euro je Liter. Auch der ADAC geht inzwischen davon aus, dass der Tankrabatt bei Benzin weitgehend an die Verbraucher weitergegeben wird.
Der Tankrabatt war am 1. Oktober als Reaktion auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Krieges erneut eingeführt worden. Die Steuerentlastung ist bis zum Jahresende befristet.
Bundesbank erwartet weiterhin hohe Inflation
Die Bundesregierung reagierte mit der Maßnahme auf den erheblichen Preisanstieg an den Tankstellen. Im September hatten die Kraftstoffpreise Rekordwerte erreicht und die deutsche Inflationsrate auf 3,3 Prozent steigen lassen. Das war der höchste Wert seit fast drei Jahren.
Trotz der steuerlichen Entlastung rechnet die Bundesbank nicht mit einer schnellen Normalisierung. In ihrem aktuellen Monatsbericht erwartet sie, dass die Inflation bis ins kommende Jahr hinein merklich erhöht bleibt. Der durch gestiegene Rohstoffpreise verursachte Kostendruck werde nur langsam nachlassen.
Für seine Untersuchung vergleicht das Ifo-Institut die Kraftstoffpreise in Deutschland mit denen in Frankreich, wo keine entsprechende Steuersenkung eingeführt wurde. Als Vergleichszeitraum dienen die drei Wochen vor dem Start des Tankrabatts. Die Daten stammen von der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts und dem französischen Wirtschaftsministerium.
Tanken
Über den Autor
Roman van Genabith
Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.Jetzt leasen!
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