Wirtschaft
Stimmungstief in der Autoindustrie: Branche spürt den Chinastress

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- Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich im September deutlich verschlechtert.
- Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts sank von minus 22,0 Punkten im August auf minus 35,0 Punkte.
- Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage damit so schlecht wie zu keinem anderen Zeitpunkt in diesem Jahr.
In der Autoindustrie herrscht weiterhin dicke Luft. Die krisenhafte Entwicklung bei allen großen Autobauern und den Zulieferern drückt sich im Ifo-Geschäftsklimaindex von September deutlich aus. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben pessimistisch. Sie waren bereits im August stark zurückgegangen und verharrten im September auf niedrigem Niveau. „Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise“, erklärte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Auch andere Indikatoren zeigen eine zunehmende Belastung der Branche. Nachdem sich die Exporterwartungen zuvor noch verbessert hatten, gingen sie im September wieder zurück. Gleiches gilt für die Beschäftigungserwartungen. Ihren Auftragsbestand bewerteten die Unternehmen ebenfalls schlechter als im Vormonat. Die vierteljährlich abgefragte Ertragslage verschlechterte sich im dritten Quartal gegenüber den drei Monaten zuvor deutlich.
Andere Industriezweige entwickeln sich besser
Damit unterscheidet sich die Entwicklung der Autobranche von Teilen der übrigen deutschen Industrie. Unter anderem in der Elektro- und Chemieindustrie hat sich die Stimmung zuletzt aufgehellt.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Autohersteller ist der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Unternehmen, insbesondere bei Elektroautos. Chinesische Hersteller bauen ihre Präsenz auf dem europäischen Markt aus. Gleichzeitig stehen sie auf ihrem Heimatmarkt unter hohem Wettbewerbs- und Preisdruck, während der Zugang zum US-Markt durch Handelsbeschränkungen stark eingeschränkt ist.
Deutsche Traditionsautobauer unter Druck
Vor diesem Hintergrund verändert sich auch die Haltung der deutschen Autoindustrie gegenüber handelspolitischen Schutzmaßnahmen. Importzölle werden inzwischen nicht mehr grundsätzlich abgelehnt. Nach Ansicht von VDA-Präsidentin Hildegard Müller sollten jedoch weiterhin die Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit und der Dialog mit China als Handelspartner im Mittelpunkt stehen. Derzeit befindet sich vor allem der VW-Konzern in einer mittelschweren Krise, die nicht nur den Mutterkonzern betrifft, sondern auch auf seine Töchter wie Audi durchschlägt. In dieser Situation sind weitere umfangreiche Stellenstreichungen, aber auch Werksschließungen in Deutschland im Gespräch.
Verkehr
Über den Autor
Roman van Genabith
Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.Jetzt leasen!
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