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Schaeffler plant 2.660 weitere Stellenstreichungen in Deutschland

Schaeffler verschärft seinen Sparkurs. Der Autozulieferer will in Europa 3.460 weitere Stellen abbauen, davon rund 2.660 in Deutschland. Das am 3. November vorgestellte Programm betrifft 16 europäische Standorte. Fünf sollen geschlossen werden, darunter vier in Deutschland. Die strukturellen Maßnahmen sind überwiegend für 2027 und 2028 vorgesehen.
Vier deutsche Standorte sollen schließen
Hierzulande stehen Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach auf der Schließungsliste. Die Werke in Dortmund und Morbach produzieren Komponenten für Verbrennungsmotoren. In Schwalbach soll ein großer Teil der Beschäftigten an den Standort Frankfurt wechseln.
Eine Standortschließung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sämtliche dortigen Arbeitsplätze entfallen. Für Beschäftigte kann allerdings auch eine Verlagerung erhebliche Veränderungen mit sich bringen, etwa längere Arbeitswege oder einen notwendigen Umzug. Entscheidend wird sein, welche Tätigkeiten erhalten bleiben und welche Angebote die Betroffenen tatsächlich erhalten.
Auch Forschung und Entwicklung betroffen
Schaeffler begründet den Schritt mit schwächerer Nachfrage nach Verbrennerkomponenten, einem verzögerten Hochlauf der Elektromobilität und hohen Kosten. Etwa die Hälfte des geplanten Stellenabbaus entfällt auf die Produktion, weitere 30 Prozent auf Forschung und Entwicklung.
Damit reicht der Einschnitt über die Fertigung hinaus. Die Anpassung betrifft auch jene Bereiche, in denen künftige Produkte entstehen. Der Umbau stellt damit nicht nur die kurzfristige Auslastung, sondern auch die langfristige Aufstellung des Zulieferers auf die Probe.
Freiwilliger Gehaltsverzicht noch nicht vereinbart
Zusätzlich plant das Unternehmen einen zeitweisen freiwilligen Gehaltsverzicht über alle Hierarchieebenen hinweg, einschließlich des Vorstands. Details müssen noch ausgearbeitet und mit den zuständigen Gremien abgestimmt werden. Eine bereits vereinbarte Gehaltskürzung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ab 2030 sollen jährlich rund 300 Millionen Euro eingespart werden. Dem stehen erwartete Einmalkosten von etwa 480 Millionen Euro gegenüber. Die Umsetzung soll im Dialog mit Arbeitnehmervertretungen erfolgen.
Für die Belegschaft bleibt damit neben dem Umfang des Abbaus vor allem dessen Ausgestaltung entscheidend. Ob Versetzungen, freiwillige Angebote oder andere Lösungen möglich sind, wird für die Folgen an den einzelnen Standorten maßgeblich sein. Die angekündigten Gespräche müssen diese Fragen beantworten.
Zulieferer
Über den Autor
Fabian Schwarzenbach
Fabian Schwarzenbach ist Journalist, Podcaster und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte sind Elektromobilität, neue Modelle, Fahrzeugtechnik und Digitalisierung. Bekannt ist er außerdem als Moderator des Apple-Podcasts „Apfelplausch“.Jetzt leasen!
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