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Kurios

Mit halb leerem E-Auto in den Urlaub: Griechische Fähren lehnen voll geladene Stromer ab

Peugeot Elektromodelle
Peugeot Elektromodelle; Quelle: Pressefoto

Mit dem E-Auto in den Urlaub? Wer nach Griechenland möchte, muss nun ordentlich rechnen, was die Reichweitenangst der Deutschen nicht unbedingt dämpfen dürfte. Denn wer mit der Fähre übersetzen möchte, darf nicht mehr allzu viel Saft im Akku haben. Grund ist die Angst vor verheerenden Feuern von E-Autos auf den Schiffen.

Schlechte Nachricht für E-Auto im Urlaub

E-Autos haben in der Frachtschifffahrt keinen guten Ruf, was sich auch auf den Fährbetrieb auswirkt. Hintergrund dieser Abneigung ist der Umstand, dass es immer wieder zu verheerenden Bränden auf Frachtschiffen kam, die Elektroautos geladen hatten. Geraten diese Fahrzeuge in Brand, sind sie auch an Land nur äußerst schwer zu löschen: Die Akkus brennen extrem heiß und hartnäckig, was schon zu einigen katastrophalen Verläufen von Großfeuern auf Frachtschiffen führte.

Griechenland verbietet volle Akkus an Bord

Dabei kann im Grunde noch von Glück im Unglück gesprochen werden: Bislang ereigneten sich schwere Zwischenfälle durch Feuer nur auf Frachtern mit geringer Besatzungsstärke. Man mag sich kaum vorstellen, wie hoch die Opferzahl steigen könnte, käme es auf einer voll besetzten Autofähre zu einem E-Auto-Akkubrand. Auf diese latente Gefahr reagieren nun verschiedene griechische Fährlinien wie Anek Lines, Minoan Lines und Superfast Ferries. Sie setzen damit eine Weisung aus dem griechischen Ministerium für Schifffahrt und Inselpolitik um und die besagt folgendes: E-Autos und Hybride dürfen nur noch mit Akkus mit einer Restladung von weniger als 40% auf die Fähre. Gasgetriebene Autos, gleich welcher Art, müssen mit einem Tank mit weniger als 50% Füllstand einchecken, hier ist die konkrete Vorgabe für Passagiere nachzulesen.

Die Mitarbeiter sollen zudem auch die Akkutemperatur messen, ohne dass klar wird, wie das geschehen soll.

Probleme für das E-Auto im Urlaub

Diese Weisung mag aus sicherheitstechnischen Erwägungen heraus sinnvoll sein, für Urlauber wird die Anreise mit dem Stromer aber unattraktiv. Auf den griechischen Inseln ist die Ladeinfrastruktur nur schwach ausgebaut. Nur abenteuerlustige Urlauber werden unter diesen Vorzeichen wohl weiterhin freudig mit dem E-Auto anreisen. Gerade deutsche Autofahrer werden beim Elektroauto noch immer allzu rasch von der Reichweitenangst gepackt, die lange ein Hemmnis für die Verkäufe darstellte.


Themen des Beitrags:
Elektrowende

Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.

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