China
Mehr Elektro und Wasserstoff: China treibt Verkehrswende voran

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- China hat einen neuen Aktionsplan zur Senkung der CO₂-Emissionen vorgestellt und darin ehrgeizige Ziele für den Verkehrssektor formuliert.
- Bis 2030 sollen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben rund 30 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands ausmachen.
- Gleichzeitig plant die Regierung einen beschleunigten Ausbau der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur.
China hat neue, ambitionierte Ziele für einen klimaneutralen Verkehrssektor vorgestellt. Der vom Staatsrat veröffentlichte Plan, aus dem staatsnahe chinesische Medien zitieren, ist Bestandteil des 15. Fünfjahresplans und soll dazu beitragen, dass China den Höchststand seiner CO₂-Emissionen spätestens bis 2030 erreicht. Unter den Begriff „New Energy Vehicles“ (NEV) fasst das Land batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride einschließlich Range-Extender-Modellen sowie in den meisten Märkten kaum verbreitete Brennstoffzellenfahrzeuge zusammen.
Ehrgeiziges Vorhaben
Um das Ziel zu erreichen, müsste sich der Bestand an NEVs in den kommenden fünf Jahren mehr als verdoppeln. Nach Angaben des chinesischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit waren Ende 2025 rund 43,97 Millionen Fahrzeuge dieser Kategorie zugelassen. Das entsprach 12,01 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands. Etwa 30,22 Millionen davon waren reine Elektroautos.
Neben dem Pkw-Markt nimmt der Aktionsplan auch den Nutzfahrzeugsektor in den Fokus. Bis 2030 sollen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ein Viertel der gewerblich genutzten Fahrzeugflotte ausmachen. Darüber hinaus will die chinesische Regierung die Elektrifizierung öffentlicher Fahrzeugflotten vorantreiben und den Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge auf Baustellen, in Bergwerken, Häfen und Flughäfen ausweiten. Auch schwere Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben sollen stärker verbreitet werden.
Massiver Ausbau der Infrastruktur geplant
Parallel dazu soll die Infrastruktur deutlich wachsen. Geplant sind zusätzliche Ladepunkte, Batteriewechselstationen sowie Tankstellen für grünen Wasserstoff, Ammoniak und Methanol. Ein Schwerpunkt liegt auf stark frequentierten Fernstraßen und nationalen Verkehrsachsen, auf denen schrittweise CO₂-arme Transportkorridore entstehen sollen.
Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Klimastrategie. Bis 2030 soll der CO₂-Ausstoß pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts um 17 Prozent sinken. Gleichzeitig soll der Anteil nicht-fossiler Energieträger am gesamten Energieverbrauch auf 25 Prozent steigen. Vorgesehen sind außerdem der weitere Ausbau von Wind- und Solarenergie, Kernkraft, Energiespeichern sowie CO₂-neutralen Industrieparks und Produktionsstandorten.
Der neue Aktionsplan fällt in eine Phase, in der China seine Förderpolitik für Elektromobilität neu ausrichtet. Nachdem direkte Kaufanreize den Markthochlauf über Jahre unterstützt hatten, werden diese schrittweise zurückgefahren. Anfang Juli kündigte die Regierung an, die Steuerbefreiung für Plug-in-Hybride und mehrere elektrifizierte Nutzfahrzeugklassen ab 2027 auslaufen zu lassen. Batterieelektrische Pkw bleiben dagegen weiterhin von der Kfz-Steuer befreit. Damit verlagert sich der Schwerpunkt der chinesischen Elektromobilitätsstrategie zunehmend von direkten Kaufanreizen hin zu langfristigen Ausbauzielen für Fahrzeugbestand, Infrastruktur und Energiewende.
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