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Kaum Edelmetall trotz ECE-Kennzeichnung: DUH warnt vor Billig-Katalysatoren

Wer bei seinem Auto den defekten Katalysator wechseln lässt, geht in der Regel davon aus, dass die Abgasreinigung danach wieder einwandfrei funktioniert. Doch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schlägt nun Alarm. Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe sind zahlreiche auf dem Ersatzteilmarkt angebotene Austausch-Katalysatoren unzureichend ausgestattet und können ihre Reinigungswirkung vorzeitig verlieren. Das Erschreckende daran ist, dass diese Bauteile über eine offizielle ECE-Zulassung verfügen und somit völlig legal verkauft werden dürfen.
Gefahr durch Billig-Kats mit zu wenig Edelmetall
Laut aktuellen Labortests der DUH an fünf neuen Pkw-Austauschkatalysatoren weisen diese eine extrem geringe Beschichtung mit wichtigen Edelmetallen auf. Diese Beschichtung ist jedoch zwingend notwendig, um eine langfristig wirksame Abgasreinigung zu gewährleisten. Die Umweltschützer gehen in einer Hochrechnung davon aus, dass allein in Deutschland bis zu 2,7 Millionen Benzin-Pkw mit unzureichenden Katalysatoren die Luft verpesten. Die DUH sieht darin einen Systemfehler bei Zulassung und Kennzeichnung. Nach Angaben der DUH tragen auch Katalysatoren eine ECE-Kennzeichnung, deren Edelmetallbeschichtung nur einen Bruchteil der für eine dauerhaft wirksame Abgasreinigung notwendigen Menge ausmacht.
Werkstätten und Teilehandel in der Kritik
Für Autofahrer entsteht ein erhebliches Problem, da sie sich auf die Fachkompetenz der Werkstätten und Händler verlassen müssen. Die DUH vermutet zudem Probleme im Teilehandel und bei Werkstattketten. Eine Befragung von 21 Unternehmen habe nur wenige vollständige Antworten ergeben. Mit angekündigten Testbesuchen will die Organisation nun überprüfen, welche Katalysatoren Werkstätten tatsächlich anbieten und wie deren Reinigungsleistung nach einer gewissen Laufleistung ausfällt. Mit Blick auf die geplante Verschärfung des Umweltstrafrechts kündigt die DUH außerdem rechtliche Schritte an, wenn Händler oder Werkstätten wissentlich unzureichend wirksame Katalysatoren in Verkehr bringen.
Forderung nach strengeren Kontrollen bei der AU
Die heutige Abgasuntersuchung im Rahmen der Hauptuntersuchung erkennt diese defizitären Katalysatoren laut DUH nicht zuverlässig. Deshalb fordert die Organisation vom Bundesverkehrsministerium und dem Kraftfahrt-Bundesamt deutlich verschärfte Kontrollen. Insbesondere sollen Stickoxidmessungen am Auspuff künftig auch für Benziner verpflichtend werden. Autofahrern rät die DUH derweil, beim Austausch des Katalysators unbedingt auf Originalteile der Hersteller zu bestehen oder zumindest Produkte auszuwählen, die das Umweltzeichen Blauer Engel tragen. Damit sollen Autofahrer das Risiko eines vorzeitigen Wirkungsverlusts deutlich reduzieren.
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