Gewerkschaften
Gegen Standortschließungen und Stellenabbau: Mercedes-Beschäftigte protestieren bundesweit

-
- Beschäftigte von Daimler Truck und Mercedes-Benz haben sich am Montag an einem bundesweiten Aktionstag der IG Metall beteiligt.
- Bei einer Kundgebung demonstrierten mehrere Hundert Teilnehmer für den Erhalt von Arbeitsplätzen, Tarifverträge und eine aus Sicht der Gewerkschaft sozial verträgliche Transformation der Industrie.
- Die deutsche Autobranche erwägt auch die Schließung von Standorten als Reaktion auf die anhaltende Krise.
Beschäftigte der beiden zum selben Konzern gehörenden Autobauer dringen auf einen sozialverträglichen Kurs der Unternehmensleitung angesichts im Raum stehender Sparmaßnahmen in weiten Teilen der Autobranche. Der Aktionstag am 21. September stand unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“. Nach Angaben der IG Metall fanden im Bezirk Mitte mehr als 50 Veranstaltungen statt. Bundesweit organisierte die Gewerkschaft mehr als 200 Aktionen.
Im Mittelpunkt standen die Veränderungen in der Automobil- und Zulieferindustrie. IG Metall und Betriebsrat wandten sich insbesondere gegen Standortverlagerungen und Beschäftigungsabbau sowie gegen längere Arbeitszeiten und Einschränkungen der betrieblichen Mitbestimmung.
Gewerkschaft kritisiert Forderung nach längeren Arbeitszeiten
Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, verwies auf die Belastungen der vergangenen Jahre. Die Beschäftigten hätten unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie, Probleme in den Lieferketten und den laufenden technologischen Umbau der Automobilindustrie bewältigen müssen. Sie dürften deshalb nicht für Fehlentscheidungen oder hohe Renditeerwartungen zur Verantwortung gezogen werden, argumentierte Köhlinger.
Kritik äußerte die Gewerkschaft auch an Forderungen nach einer Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne entsprechenden Lohnausgleich. Dies käme aus Sicht der IG Metall einer Lohnkürzung gleich. Stattdessen seien Investitionen in neue Technologien, die Qualifizierung der Belegschaften und gute Arbeitsbedingungen erforderlich.
Auch Marc Tinger, Geschäftsführer der IG Metall Landau, forderte, die Beschäftigten stärker in den Umbau der Industrie einzubeziehen. Die Transformation könne nur funktionieren, wenn gleichzeitig Arbeitsplatzsicherheit, angemessene Einkommen und langfristige Perspektiven gewährleistet würden. Längere Arbeitszeiten, Reallohnverluste und Standortschließungen lehnt die Gewerkschaft ab.
Weitere Proteste für den 26. September geplant
Die Kundgebung war Teil einer größeren Mobilisierung der Gewerkschaften. Die IG Metall rief die Beschäftigten zugleich dazu auf, sich am 26. September an bundesweiten Protestaktionen der DGB-Gewerkschaften zu beteiligen.
Dabei soll es unter anderem um den Erhalt sozialstaatlicher Leistungen, die Rente nach 45 Versicherungsjahren und bestehende Möglichkeiten für einen gleitenden Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand gehen.
Mit dem Aktionstag erhöht die IG Metall damit den Druck in der laufenden Debatte über die Zukunft der deutschen Automobilindustrie. Die Gewerkschaft signalisiert grundsätzlich ihre Bereitschaft, den Strukturwandel mitzutragen, knüpft dies jedoch an die Forderung, Beschäftigung und tarifliche Standards abzusichern.
Verkehr
Über den Autor
Roman van Genabith
Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.Jetzt leasen!
🔥 VW Tiguan Leasing für 158 Euro im Monat netto
Verbrauch und Umwelt WLTP: kombiniert: 6,2 l/100 km* • Emissionen: kombiniert: 139 g/km CO2*
Škoda Epiq Leasing für 249 Euro im Monat brutto [ohne Anzahlung]
Verbrauch und Umwelt WLTP: kombiniert: 13,7 kWh/100 km* • Emissionen: kombiniert: 0,0 g/km CO2*
VW Golf Leasing für 149 Euro im Monat netto [kurzfristig verfügbar]
Verbrauch und Umwelt WLTP: kombiniert: 5,3 l/100 km* • Emissionen: kombiniert: 120 g/km CO2*


