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Führerschein Reform: Kabinett beschließt Pläne für günstigere Fahrausbildung

Führerschein digitalisieren
Führerschein digitalisieren; Quelle: wir_sind_klein auf Pixabay

Der Weg zum eigenen Auto beginnt mit dem Führerschein. Doch die Fahrerlaubnis der Klasse B ist in Deutschland in den vergangenen Jahren zu einem echten Kostentreiber geworden. Mit durchschnittlichen Ausgaben von rund 3.400 Euro stellt die Fahrschulausbildung für viele junge Menschen und Familien eine enorme finanzielle Hürde dar. Das Bundeskabinett hat nun umfassende Pläne für eine Führerschein-Reform auf den Weg gebracht, die die Ausbildung moderner, digitaler und vor allem bezahlbarer machen soll. Wir fassen die wichtigsten Eckpunkte und erste Reaktionen aus der Branche für euch zusammen.

Digitalisierung statt Präsenzpflicht im Theorieunterricht

Ein zentraler Bestandteil der geplanten Reform ist die Digitalisierung der Theorieausbildung. Bisher waren zahlreiche Stunden im Unterrichtsraum der Fahrschule gesetzlich vorgeschrieben. Künftig soll diese Präsenzpflicht entfallen. Fahrschüler können den Stoff zeitgemäß und flexibel über digitale Plattformen oder Apps lernen. Dies spart nicht nur Zeit, sondern entlastet auch die Fahrschulen, die keine großen und teuren Unterrichtsräume mehr anmieten müssen.

Entschlackter Fragenkatalog und kürzerer Praxistest

Auch die Theorieprüfung selbst wird im Zuge der Führerschein-Reform modernisiert. Der aktuell über 1.100 Fragen umfassende Katalog soll um gut ein Drittel gekürzt werden. Zukünftig soll jede Frage in der Prüfung pauschal nur noch einen Punkt zählen. Besonders sicherheitsrelevante Fragen dürfen jedoch weiterhin unter keinen Umständen falsch beantwortet werden. Zusätzlich wird die praktische Fahrprüfung angepasst. Die reine Fahrzeit während der Prüfung soll auf 25 Minuten verkürzt werden.

Weniger Pflichtfahrten und Einsatz von Simulatoren

Im praktischen Teil der Ausbildung setzt das Verkehrsministerium auf mehr Flexibilität. Fahrsimulatoren sollen künftig verstärkt integriert werden, um teure Fahrstunden auf der Straße zu reduzieren. Gleichzeitig werden die starren Vorgaben für Sonderfahrten gelockert. Vorgeschrieben ist künftig nur noch mindestens eine Nachtfahrt, eine Überlandfahrt und eine Autobahnfahrt. Die weitere Anzahl orientiert sich rein am individuellen Lernfortschritt. Auch private Übungsfahrten sollen im Rahmen der Reform eine größere Rolle spielen können.

Mehr Transparenz bei der Fahrschulwahl

Um den Wettbewerb zu fördern und angehenden Autofahrern die Auswahl zu erleichtern, ist zudem ein neues Online-Register geplant. Dort sollen künftig Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen transparent veröffentlicht werden. Ein Inkrafttreten der neuen Regelungen wird für Anfang 2027 angestrebt. Bis dahin müssen noch der Bundestag und der Bundesrat dem vorliegenden Gesetzentwurf zustimmen.

ACV mahnt verbindliche Qualitätsstandards an

Die Pläne stoßen in der Branche nicht nur auf ungeteilte Zustimmung. Der ACV Automobil-Club Verkehr bewertet den Kabinettsbeschluss differenziert. Während der Club die geplante Transparenz und die digitale Modernisierung ausdrücklich begrüßt, fordert er verbindliche Qualitätssicherungen ein. Vertreter des ACV betonen, dass eine moderne Fahrausbildung zwar digitaler und günstiger werden müsse, dabei aber die Verkehrssicherheit stets oberste Priorität behalten muss. Insbesondere beim Theorieunterricht, den reduzierten Sonderfahrten sowie den privaten Übungsfahrten dürften keine Abstriche bei den Qualitätsstandards gemacht werden, damit mögliche Kostenersparnisse nicht auf Kosten der Sicherheit gehen.


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