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Schwerlastverkehr

Förderung für E-LKW: Bund legt noch einmal nach

LKW, Lastwagen auf Parkplatz von oben
Symbolbild LKW, Quelle: Unsplash
    • Die ersten Förderrunden des Bundes für den Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw sind auf eine deutlich höhere Nachfrage als erwartet gestoßen.
    • Nach einer ersten Bilanz des Projektträgers Jülich waren alle drei im Frühsommer gestarteten Förderaufrufe erheblich überzeichnet.
    • Für die Programme standen zusammen rund 300 Millionen Euro bereit.

Die Bundesregierung möchte nicht nur die private Elektromobilität mit einem Förderprogramm für E-Autos auf Touren bringen, auch der Schwerlastverkehr soll in Zukunft stärker unter Strom stehen. Zu diesem Zweck hat die Politik auch hier eine Initiative auf den Weg gebracht, diese zielt indes primär auf die Errichtung von mehr Ladepunkten für E-LKWs. Die Mittel fließen offenbar zügig ab, insgesamt wurden zunächst 300 Millionen Euro bereitgestellt. Weitere Förderrunden sollen zeitnah folgen.

Das Bundesverkehrsministerium hatte Anfang Mai eine neue Förderrichtlinie für die Ladeinfrastruktur schwerer Elektrofahrzeuge vorgestellt. Unterstützt werden sowohl nicht öffentlich zugängliche Ladepunkte auf Betriebsgeländen als auch öffentliche Lkw-Ladestationen. Insgesamt will der Bund über einen Zeitraum von vier Jahren rund eine Milliarde Euro bereitstellen.

Zunächst Fokus auf Mittelständler

Der erste Förderaufruf richtete sich an kleine und mittlere Unternehmen, die Ladeinfrastruktur für eigene Fahrzeuge oder einen begrenzten Nutzerkreis errichten wollen. Voraussetzung sind mindestens 50 kW Ladeleistung je Ladepunkt. Gefördert werden bis zu 500 Euro netto je installiertem Kilowatt.

Die Nachfrage war so groß, dass der am 5. Juni gestartete Aufruf bereits nach wenigen Stunden geschlossen wurde. Rund 430 Anträge mit einem Fördervolumen von etwa 150 Millionen Euro gingen ein. Ursprünglich waren lediglich 50 Millionen Euro vorgesehen, das Budget wurde kurzfristig auf 150 Millionen Euro aufgestockt. Nach Angaben des Projektträgers sollen grundsätzlich alle an diesem Tag eingegangenen förderfähigen und vollständigen Anträge berücksichtigt werden.

Antragsprozess immer wieder von Störungen verlangsamt

Allerdings verlief das Verfahren nicht reibungslos. Einige Unternehmen berichteten anschließend von technischen Problemen, durch die sie ihre Anträge nicht rechtzeitig einreichen konnten. Für künftige Runden ist deshalb ein neues Antragssystem vorgesehen.

Noch größer fiel die Nachfrage beim zweiten Förderaufruf aus, der nicht öffentliche Ladeinfrastruktur für Unternehmen aller Größenklassen umfasst. Rund 1.050 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von etwa 400 Millionen Euro stehen einem Budget von lediglich rund 67 Millionen Euro gegenüber.

Anders als beim ersten Programm entscheidet hier ein Wettbewerbsverfahren über die Vergabe. Ein wesentliches Kriterium ist die Förderintensität, also die beantragte Fördersumme je installiertem Kilowatt Ladeleistung. Nach aktuellem Stand sind 206 Projekte vorgesehen, die höchstens rund 230 Euro Förderung je kW beantragt haben. Bei identischer Förderintensität werden Projekte mit höherer Ladeleistung bevorzugt.

Auch die Förderung öffentlich zugänglicher Lkw-Ladeinfrastruktur ist stark überzeichnet. Rund 380 Anträge mit einem Gesamtvolumen von etwa 500 Millionen Euro wurden eingereicht, während lediglich 83 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Gefördert werden Ladepunkte mit mindestens 100 kW Leistung.

Die Auswahl erfolgt anhand einer Priorisierungszahl. Zu 70 Prozent fließt die beantragte Förderintensität in die Bewertung ein. Weitere 20 Prozent entfallen auf Standorte entlang der nach der europäischen AFIR-Verordnung relevanten Verkehrsachsen, zehn Prozent auf die Unterstützung des sogenannten Durchleitungsmodells. Dieses ermöglicht es Nutzern, ihren eigenen Stromvertrag beziehungsweise Stromlieferanten beim Laden zu verwenden.

Nach dem Stand von Anfang August sind 67 Anträge für eine Förderung vorgesehen. Rund drei Viertel davon betreffen AFIR-Standorte, etwa die Hälfte unterstützt das Durchleitungsmodell. Die Förderintensität liegt bei maximal 289 Euro je kW. Projekte, die keines der beiden zusätzlichen Kriterien erfüllen, mussten dagegen eine Förderintensität von weniger als 129 Euro je kW erreichen.

Die endgültige Zahl der geförderten Projekte kann sich noch verändern, da einzelne Anträge bei der weiteren Prüfung als nicht förderfähig eingestuft werden könnten. Dadurch könnten sich auch die derzeitigen Schwellenwerte verschieben.

Für den Bund bestätigen die ersten drei Runden einen erheblichen Investitionsbedarf beim Aufbau der Lkw-Ladeinfrastruktur. Die bisher vergebenen beziehungsweise vorgesehenen rund 300 Millionen Euro bilden lediglich den Auftakt des insgesamt eine Milliarde Euro umfassenden Förderprogramms. Aufgrund der hohen Nachfrage kündigt der Projektträger Jülich bereits weitere Förderaufrufe an. Einen konkreten Termin dafür gibt es bislang nicht.


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