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Fiat Multipla-Comeback: Vom Design-Schreck zum charmanten Retro-Stromer

Der Fiat Multipla steht vor einem überraschenden Comeback. Wer dabei an den ungewöhnlich gestalteten Familienvan aus den 1990er-Jahren denkt, liegt allerdings daneben. Fiat orientiert sich vielmehr am historischen Fiat 600 Multipla aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Aus dessen platzsparender Grundidee soll ein kompakter Elektro-Viersitzer für die Stadt entstehen.
Das bislang als Multiplina Concept bezeichnete Fahrzeug ist kein klassischer Pkw, sondern ein elektrisches Leichtfahrzeug. Mit einer Länge von ungefähr drei Metern soll es zwischen dem nur 2,54 Meter kurzen Fiat Topolino und dem deutlich größeren Fiat 500 Elektro positioniert werden. Die Serienversion ist nach aktuellem Stand für 2028 geplant.
Vier Sitze statt Topolino-Minimalismus
Während der Topolino lediglich zwei Personen Platz bietet, soll der neue Mini-Van mit vier vollwertigen Sitzplätzen deutlich alltagstauglicher werden. Trotz der kompakten Außenmaße verspricht das kantige Design einen überraschend geräumigen Innenraum.
Die aufrechte Front, das hohe Dach und die weit nach außen gerückten Räder erinnern bewusst an den historischen Fiat 600 Multipla. Dieser gilt aufgrund seiner ungewöhnlichen Raumaufteilung als einer der frühen Vorläufer moderner Vans. Das neue Modell bleibt allerdings konsequent einfach. Nach bisherigem Stand sind nur zwei Türen vorgesehen. Denkbar sind ein Rolldach und eine einfache Klimaanlage, die der kleinere Topolino bislang nicht bietet.
Mehr Leistung und Tempo als beim Topolino
Der elektrische Viersitzer soll in die europäische Fahrzeugklasse L7e fallen. Fahrzeuge dieser Kategorie dürfen stärker motorisiert sein als die auf 45 km/h begrenzten L6e-Modelle.
Konkrete technische Daten nennt Fiat bislang nicht. In dieser Klasse sind jedoch häufig Geschwindigkeiten zwischen 80 und 90 km/h möglich. Damit wäre der neue Multipla nicht nur für kurze Wege im Stadtzentrum geeignet, sondern könnte auch auf Landstraßen und größeren Ausfallstraßen sinnvoll eingesetzt werden.
Ein vollwertiges Elektroauto wird daraus trotzdem nicht. Reichweite, Komfort, Crashsicherheit und Geräuschdämmung dürften unterhalb klassischer Kleinwagen liegen. Dafür könnte das Modell leichter, sparsamer und günstiger werden.
Der Name ist noch nicht endgültig entschieden
Noch offen bleibt, wie das Serienfahrzeug tatsächlich heißen wird. In einer früheren Stellantis-Präsentation tauchte die Bezeichnung Quattrolino auf, später wurde das Fahrzeug als Multiplina Concept vorgestellt.
Fiat-Chef Olivier François soll allerdings deutlich gemacht haben, dass der traditionsreiche Name Multipla weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Möglich wäre daher, dass Fiat die Serienversion tatsächlich als neuen Multipla vermarktet oder sich für die abgewandelte Bezeichnung Multiplina entscheidet.
Fiat sucht die Lücke zwischen Roller und Kleinwagen
Mit dem geplanten Elektro-Viersitzer verfolgt Fiat einen interessanten Ansatz. Viele moderne Elektroautos werden größer, schwerer und teurer. Der neue Multipla geht bewusst in die entgegengesetzte Richtung: kleine Batterie, geringe Außenmaße und möglichst viel Innenraum.
Ob dieses Konzept auch in Deutschland funktioniert, bleibt offen. Elektrische Leichtfahrzeuge sind hier bislang deutlich weniger verbreitet als in Italien oder Frankreich. Vier Sitze, mehr Komfort und ein höheres Tempo könnten den neuen Fiat jedoch wesentlich attraktiver machen als bisherige Mini-Stromer.
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