Elektromobilität
EU elektrisiert: E-Autos bei Neuzulassungen mit großem Sprung

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- Der europäische Automarkt ist in den ersten acht Monaten des Jahres gewachsen.
- Zwischen Januar und August wurden in der Europäischen Union rund 7,5 Millionen neue Pkw zugelassen, das entspricht einem Anstieg von 5,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
- Besonders stark entwickelte sich der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge.
Bedingt gute Neuigkeiten für die geplagte Autobranche: Die Verkäufe in Europa haben sich in diesem Jahr bislang positiv entwickelt. Besonders die Zulassungen neuer Elektroautos weist einen signifikanten Aufwärtstrend auf. Nach Angaben des europäischen Herstellerverbands Acea kamen rund 1,64 Millionen reine Elektroautos neu auf die Straßen. Damit lagen die BEV-Neuzulassungen 44,9% über dem Vorjahreswert. Ihr Anteil am gesamten EU-Neuwagenmarkt erreichte 21,7%.
Als Gründe für die Entwicklung nennt Acea unter anderem staatliche Förderprogramme in zahlreichen Mitgliedstaaten und die inzwischen größere Auswahl an Elektroautos. Besonders kräftig stiegen die BEV-Neuzulassungen in Deutschland, Frankreich und Dänemark.
68% der Neuwagen mit elektrifiziertem Antrieb
Werden reine Elektroautos, Hybride und Plug-in-Hybride zusammengezählt, verfügten 68% aller zwischen Januar und August neu zugelassenen Pkw über einen elektrifizierten Antrieb. Gleichzeitig gingen die Zulassungen klassischer Benzin- und Dieselfahrzeuge weiter zurück.
Die größte einzelne Antriebskategorie bildeten im betrachteten Zeitraum Plug-in-Hybride. Auf sie entfielen rund 2,7 Millionen Neuzulassungen und damit ein Marktanteil von 36,6%.
Förderprogramme treiben den Markt
Constantin Gall vom Beratungsunternehmen EY führt den kräftigen Zuwachs bei Elektroautos vor allem auf die staatliche Unterstützung in verschiedenen europäischen Ländern zurück, in Deutschland hat die Bundesregierung eine neue Förderung für E-Autos aufgelegt. Die Förderprogramme hätten nicht nur die BEV-Zulassungen erhöht, sondern dadurch auch den gesamten Automarkt gestützt.
Für die Hersteller sieht Gall dennoch schwierige Rahmenbedingungen. Neben der schwachen Konjunktur nennt er hohe Ölpreise, mögliche Risiken für die Energieversorgung im Winter, Inflation und steigende Arbeitslosigkeit als Faktoren, die Verbraucher beim Kauf eines Neuwagens zurückhaltender werden lassen könnten. Dabei handelt es sich um die Einschätzung des EY-Experten.
Chinesische Marken gewinnen Marktanteile
Von den Förderprogrammen profitieren Gall zufolge überdurchschnittlich stark chinesische Hersteller sowie Tesla. Insbesondere im unteren und mittleren Preissegment könnten einige dieser Anbieter mit wettbewerbsfähigen Fahrzeugen und Finanzierungskonditionen punkten.
Im August stammte demnach bereits etwa jeder neunte neu zugelassene Pkw in der EU von einer chinesischen Marke. Gleichzeitig ging der gemeinsame Marktanteil deutscher Hersteller zurück. Im August sank er im Vorjahresvergleich von 41,3 auf 39,1 Prozent.
Die aktuellen Zahlen zeigen damit eine weitere Verschiebung des europäischen Neuwagenmarktes hin zu elektrifizierten Antrieben. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck auf die etablierten europäischen Hersteller durch neue Anbieter weiter zu.
Elektrowende
Über den Autor
Roman van Genabith
Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.Jetzt leasen!
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