Elektrowende
E-Auto-Förderung ist China-Förderung: Deutsche Marken geraten unter die Räder

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- Die neue E-Auto-Förderung sorgt für steigende Zulassungszahlen, kommt deutschen Herstellern bislang aber nur eingeschränkt zugute.
- Lediglich 16 Prozent der Förderanträge entfallen auf deutsche Marken.
- Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht sich dennoch gegen eine Bevorzugung heimischer Hersteller aus und lehnt auch eine Preisobergrenze für besonders teure Elektroautos ab.
Fördert die neue E-Auto-Förderung der Bundesregierung vor allem chinesische Hersteller? Im Juli wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts 78.609 reine Elektroautos neu zugelassen. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von knapp 62 Prozent. Der BEV-Anteil am gesamten Neuwagenmarkt erreichte damit den Rekordwert von 29,3 Prozent.
Chinamarken profitieren überdurchschnittlich stark
Vom Wachstum profitieren allerdings auch chinesische Hersteller erheblich. BYD kam im Juli beispielsweise auf 5.240 Neuzulassungen und steigerte sein Volumen damit gegenüber dem Vorjahresmonat um 365 Prozent. Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY sieht deshalb für die deutsche Autoindustrie bislang nur begrenzte Vorteile durch den aktuellen Elektroboom.
Eine Beschränkung der staatlichen Förderung auf deutsche oder europäische Hersteller lehnt der VDA dennoch ab. Der Verband stehe grundsätzlich für freien und fairen Wettbewerb, erklärte VDA-Kommunikationschef Simon Schütz gegenüber ntv. Lediglich sieben Prozent der Förderanträge entfielen demnach auf chinesische Marken, deren Marktanteil bei rund sechs Prozent liege. Von einer überwiegenden Förderung chinesischer Hersteller könne daher keine Rede sein.
Deutsche Autobauer geraten ins Hintertreffen
Gleichzeitig zeigen aktuelle Auswertungen, dass lediglich 16 Prozent der seit Mai eingereichten Förderanträge Fahrzeuge deutscher Hersteller betreffen. Der VDA sieht die heimische Industrie dennoch gut aufgestellt. Entscheidend sei, Käufer mit attraktiven Modellen zu überzeugen.
Keine Preisgrenze für Luxus-E-Autos
Kritik gibt es außerdem daran, dass mit dem Förderprogramm auch besonders teure Elektroautos bezuschusst werden. Unter den bislang genehmigten Anträgen befinden sich mehr als 50 Fahrzeuge der Spitzenklasse, deren Preise teilweise deutlich über 100.000 Euro liegen.
Eine Obergrenze beim Listenpreis hält der VDA trotzdem nicht für notwendig. Die Förderung von Luxusfahrzeugen sei lediglich ein Randphänomen, argumentiert Schütz. Mehr als die Hälfte der Anträge komme von Menschen mit einem Einkommen von weniger als 50.000 Euro.
Zur möglichen Laufzeit des Förderprogramms äußert sich der Verband zurückhaltender. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hatte zuletzt in Aussicht gestellt, die Förderung nach Ausschöpfung der derzeit vorgesehenen drei Milliarden Euro nicht fortzusetzen. Nach Ansicht des VDA sollte zunächst die für 2027 vorgesehene Evaluation des Programms abgewartet werden.
Gleichzeitig spricht sich der Verband dafür aus, die Förderung künftig auf gebrauchte Elektroautos auszuweiten. Grundsätzlich zeigt sich die Branche zuversichtlich, ihre Stromer langfristig auch ohne staatliche Kaufanreize verkaufen zu können. Nach Angaben des VDA stammen derzeit rund zwei Drittel der in Deutschland neu zugelassenen Elektroautos von deutschen Herstellern. Europaweit liegt deren Anteil bei etwa 50 Prozent.
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