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Deutsche Jobs zu teuer: Mercedes-Chef kündigt auf Quartalskonferenz neue Entlassungen an

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- Mercedes-Benz will angesichts sinkender Gewinne und eines schwierigen China-Geschäfts weitere Arbeitsplätze in Deutschland abbauen.
- Konzernchef Ola Källenius kündigte an, das bestehende Abfindungsprogramm im Dezember erneut zu öffnen.
- Gleichzeitig senkte der Stuttgarter Autobauer seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2026.
-Die Kündigungswelle in der deutschen Autobranche rollt weiter. Angesichts mauer Verkäufe und der harten Konkurrenz aus China kennen die Konzerne nur noch eine Lösung: Stellenstreichungen, so nun erneut bei Mercedes, wo weitere Jobs wegfallen sollen. Wie viele Stellen von den zusätzlichen Sparmaßnahmen betroffen sein werden, ließ das Unternehmen zunächst offen. Ziel sei es, die Fixkosten weiter zu reduzieren und die Unternehmensstrukturen an die schwächere Ertragslage anzupassen.
Mercedes-Chef Källenius sieht hohe Kosten in Deutschland
Bei der Vorstellung der Quartalszahlen verwies Källenius in einer Telefonkonferenz gegenüber von Investoren auf die ungleiche Verteilung von Umsatz und Beschäftigung innerhalb des Konzerns. Deutschland stehe für rund 15 Prozent des Umsatzes, beherberge jedoch etwa zwei Drittel der Beschäftigten und Unternehmensstrukturen.
Zugleich betonte der Vorstandschef die niedrigeren Arbeitskosten an anderen Produktionsstandorten. Insbesondere in China, Ungarn, Rumänien und den USA könne Mercedes günstiger produzieren als in Deutschland. Auch Osteuropa biete grundsätzlich Möglichkeiten für eine Erweiterung industrieller Aktivitäten.
Der Konzern werde seine Kostenstrukturen deshalb weiterhin konsequent überprüfen und an die wirtschaftliche Entwicklung anpassen.
Gewinnmarge der Autosparte nahezu halbiert
Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal zeigen, wie stark Mercedes inzwischen unter Druck steht. Die bereinigte Umsatzrendite der Pkw-Sparte sank von 4,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nur noch 2,5 Prozent.
Der operative Gewinn im Autogeschäft fiel auf 560 Millionen Euro und lag damit bei weniger als der Hälfte des Vorjahreswertes. Als wesentliche Belastungen nennt Mercedes die rückläufigen Verkäufe in China und zusätzliche Ausgaben für neue Fahrzeugmodelle.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern inzwischen nur noch mit einer Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent. Zuvor hatte Mercedes eine Marge zwischen drei und fünf Prozent erwartet.
Auch die Prognose für den Vorsteuergewinn wurde zurückgenommen. Statt einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erwartet das Unternehmen nun lediglich ein Ergebnis auf dem Niveau von 2025.
China-Absatz bricht um 31 Prozent ein
Besonders problematisch entwickelt sich weiterhin der chinesische Markt. Im dritten Quartal verkaufte Mercedes dort rund 86.800 Fahrzeuge und damit 31 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Bereits im zweiten Quartal waren die Auslieferungen in der Volksrepublik um 30 Prozent zurückgegangen. Mercedes hatte deshalb schon im Juli seine Umsatzprognose reduziert.
Neben der schwachen Konsumstimmung verschärft insbesondere die Konkurrenz durch chinesische Automobilhersteller die Situation. Diese bieten zahlreiche Elektrofahrzeuge zu deutlich niedrigeren Preisen an und setzen damit die etablierten deutschen Premiummarken unter Druck.
Für das vierte Quartal erwartet Mercedes zusätzliche Belastungen. Neben den schwierigen Marktbedingungen in China rechnet der Konzern unter anderem mit steigenden Materialkosten.
Elektroautoabsatz steigt deutlich
Trotz der insgesamt schwachen Geschäftsentwicklung verzeichnet Mercedes in einzelnen Bereichen Wachstum. Nach Angaben von Källenius legten die Verkäufe in Europa und den USA weiter zu.
Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei rein elektrischen Fahrzeugen aus. Zwischen Juli und September stiegen die Auslieferungen im Jahresvergleich um 52 Prozent auf mehr als 78.000 Einheiten.
Källenius wertete dies als Zeichen dafür, dass die jüngsten Modellneuheiten bei den Kunden auf Interesse stoßen. Das Wachstum im Elektrosegment konnte die Rückgänge im chinesischen Gesamtgeschäft allerdings nicht ausgleichen.
Transporter- und Finanzgeschäft stabilisieren das Ergebnis
Vergleichsweise robust entwickelten sich die übrigen Konzernsparten. Mercedes-Benz Vans erzielte im dritten Quartal einen operativen Gewinn von 397 Millionen Euro. Die Umsatzrendite lag bei 9,4 Prozent und damit deutlich über der Pkw-Sparte.
Auch Mercedes-Benz Financial Services konnte das Ergebnis verbessern. Der operative Gewinn des Finanzdienstleistungsgeschäfts stieg auf 445 Millionen Euro.
Die positiven Beiträge dieser Geschäftsbereiche und die bereits laufenden Kostensenkungen helfen Mercedes nach eigenen Angaben, die Belastungen im Pkw-Geschäft abzufedern. Angesichts der schwachen Margen und der anhaltenden Probleme in China dürfte der Sparkurs jedoch auch in den kommenden Monaten eine zentrale Rolle spielen.
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