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Milliarden für die USA, Stellenabbau in Deutschland: Audi-Chef bei Trump-Auftritt in der Kritik

Autoschlüssel
Autoschlüssel; Jake Kling Bild von Unsplash

Audi-Chef Gernot Döllner sorgt mit einem Auftritt an der Seite von US-Präsident Donald Trump für Kritik. Auf einer republikanischen Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia kündigte der Autobauer eine Investition von rund 4,2 Milliarden Dollar und die Schaffung von 4.500 Arbeitsplätzen an. Besonders brisant ist der Zeitpunkt: Während Audi in den USA expandieren möchte, sollen in Deutschland bis 2029 rund 7.500 Stellen wegfallen. Die Verbindung aus Milliardeninvestition, Stellenabbau und Wahlkampfauftritt wirft Fragen auf.

In Deutschland wird gespart, in den USA investiert

Während Audi an seinen deutschen Standorten Ingolstadt und Neckarsulm bis 2029 rund 7.500 Stellen abbauen will, plant der Premiumhersteller in den Vereinigten Staaten sein erstes eigenes Automobilwerk.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • 4,2 Milliarden US-Dollar sollen in das neue Werk in Georgia fließen.
  • 4.500 neue Arbeitsplätze sind am US-Standort geplant.
  • 200.000 Fahrzeuge jährlich sollen dort künftig produziert werden.
  • 2027 soll der Bau beginnen, die Produktion Anfang der 2030er-Jahre anlaufen.
  • 7.500 Stellen sollen dagegen bei Audi in Deutschland bis 2029 wegfallen.

Für die Beschäftigten in Deutschland dürfte diese Gegenüberstellung Fragen aufwerfen. Während hier Stellen gestrichen und Kosten reduziert werden, fließen Milliarden in den Aufbau neuer Produktionskapazitäten auf der anderen Seite des Atlantiks.

Allerdings plant Audi gleichzeitig Investitionen von rund acht Milliarden Euro in seine deutschen Standorte. Der Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2033 ausgeschlossen.

Warum ausgerechnet eine Trump-Wahlkampfveranstaltung?

Noch kontroverser als die Investition selbst ist der öffentliche Auftritt des Audi-Chefs. Donald Trump verkündete das Milliardenprojekt am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Perry, Georgia. Anschließend betrat Gernot Döllner die Bühne und bedankte sich beim US-Präsidenten für dessen Unterstützung.

Nur zehn Tage später, am 3. November, finden in den USA die Kongresswahlen statt.

Für Trump kam die Ankündigung damit zu einem politisch günstigen Zeitpunkt. Der Präsident präsentierte die Investition als Erfolg seiner Wirtschafts- und Zollpolitik.

Aus der deutschen Politik folgte deutliche Kritik. Auch innerhalb der Arbeitnehmervertretung sorgt der Auftritt für Unverständnis.

Besonders bemerkenswert: Laut Medienberichten könnte Döllners Teilnahme sogar gegen eine interne Selbstverpflichtung von Audi zur politischen Neutralität im Wahlkampf verstoßen haben.

Wirtschaftlich nachvollziehbar, politisch fragwürdig?

Für den Bau eines US-Werks gibt es durchaus wirtschaftliche Argumente. Audi importiert seine Fahrzeuge für den amerikanischen Markt bislang aus anderen Ländern und wird dadurch von den US-Importzöllen belastet. Eine Produktion vor Ort könnte diese Kosten reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Zudem handelt es sich bei den geplanten amerikanischen Produktionskapazitäten nicht nachweislich um Arbeitsplätze, die unmittelbar aus Deutschland verlagert werden. Auch die endgültige Zustimmung des VW-Aufsichtsrats steht noch aus.

Trotzdem bleibt eine entscheidende Frage: Warum musste Audi eine wirtschaftlich nachvollziehbare Milliardeninvestition ausgerechnet auf einer Wahlkampfbühne von Donald Trump verkünden?

Die Investition lässt sich mit wirtschaftlichen Interessen erklären. Der gemeinsame politische Auftritt dürfte dagegen noch länger für Diskussionen sorgen.


Themen des Beitrags:
Audi

Über den Autor

Christian Lahl

Christian Lahl ist Redakteur und Autor bei Sparneuwagen.de. Sein Schwerpunkt liegt auf Leasingangeboten, Fahrzeugdeals und aktuellen Entwicklungen der Automobilbranche. Dabei legt er besonderen Wert darauf, Angebote transparent einzuordnen und die wichtigsten Konditionen verständlich zusammenzufassen.

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