VW
Chinageschäft kracht ein: VW rauscht ungebremst weiter in die Krise

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- Die Absatzkrise bei Volkswagen verschärft sich.
- Der Wolfsburger Automobilkonzern hat im dritten Quartal weltweit rund 1,88 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit 14,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
- Besonders deutlich fiel der Rückgang erneut in China aus.
Bei VW herrscht weiter Krisenstimmung: Konzernweit brechen Umsätze und Absätze ein. Auch die Kernmarke Volkswagen und die Premiummarken Audi und Porsche mussten erhebliche Einbußen hinnehmen.
Damit setzt sich die negative Entwicklung der vergangenen Quartale fort. Während die Auslieferungen zu Jahresbeginn noch um vier Prozent zurückgegangen waren, betrug das Minus im zweiten Quartal bereits 8,6 Prozent. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verkaufte der Konzern insgesamt 6,01 Millionen Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
China bleibt größtes Problem für VW
Besonders schwierig entwickelt sich das Geschäft in China. Dort lieferte Volkswagen laut Quartalszahlen zwischen Juli und September nur noch knapp 406.000 Fahrzeuge aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von 38,5 Prozent.
Seit Jahresbeginn summieren sich die Auslieferungen in der Volksrepublik auf rund 1,38 Millionen Fahrzeuge, ein Minus von 30,2 Prozent. Zuwächse in Europa und Südamerika konnten diese Verluste nicht ausgleichen.
Volkswagen leidet in China unter einem rückläufigen Gesamtmarkt, erheblichem Preisdruck und der zunehmenden Konkurrenz einheimischer Automobilhersteller. Insbesondere bei Elektrofahrzeugen stehen die etablierten deutschen Marken unter Druck.
Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander, der zugleich den Konzernvertrieb verantwortet, verweist allerdings auf erste Fortschritte bei den neuen, speziell für den chinesischen Markt entwickelten Elektromodellen. Im dritten Quartal seien dort rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge ausgeliefert worden als im Vorjahreszeitraum. In diese Kategorie fallen neben reinen Elektroautos auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender.
Elektroautos in Europa legen deutlich zu
Positiver entwickelt sich für Volkswagen der europäische Markt für Elektrofahrzeuge. Zwischen Januar und September waren rund 586.000 der insgesamt 2,96 Millionen in Europa ausgelieferten Konzernfahrzeuge vollelektrisch. Damit verfügte etwa jedes fünfte Fahrzeug über einen reinen Elektroantrieb.
Nach Angaben des Unternehmens sorgen vor allem die hohen Kraftstoffpreise und das wachsende Angebot günstigerer Elektromodelle für eine steigende Nachfrage.
Besonders die neuen elektrischen Kleinwagen sollen das Geschäft beleben. Für den VW ID. Polo und die verwandten Modelle ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval liegen nach Konzernangaben inzwischen fast 150.000 Bestellungen vor.
Auch die Auftragseingänge für Elektroautos entwickelten sich in Europa positiv. Im dritten Quartal stiegen sie um mehr als 50 Prozent. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am gesamten europäischen Auftragsbestand liegt mittlerweile bei rund 40 Prozent.
Weltweit sinkt der Elektroautoabsatz dennoch
Trotz der positiven Entwicklung in Europa musste Volkswagen bei vollelektrischen Fahrzeugen weltweit ebenfalls Rückgänge hinnehmen. Im dritten Quartal lieferte der Konzern gut 240.000 Elektroautos aus, 4,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Besonders deutlich waren die Einbußen in China mit einem Minus von 30,1 Prozent. In den USA brachen die Auslieferungen vollelektrischer Modelle sogar um 86,4 Prozent ein.
In den ersten neun Monaten des Jahres verkaufte der Konzern weltweit rund 679.000 reine Elektroautos. Das entspricht einem Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Audi und Porsche verlieren ebenfalls deutlich
Auch zwischen den einzelnen Konzernmarken zeigen sich erhebliche Unterschiede. Die Kernmarke Volkswagen Pkw verzeichnete im dritten Quartal mit gut 946.000 ausgelieferten Fahrzeugen einen Rückgang von 19,3 Prozent.
Bei Audi sank der Absatz um 19,7 Prozent auf knapp 315.000 Fahrzeuge. Porsche lieferte etwas mehr als 56.000 Sport- und Geländewagen aus und blieb damit 15 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Vergleichsweise stabil entwickelte sich dagegen Škoda mit 256.700 Auslieferungen. Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete außerdem die Nutzfahrzeugholding Traton, zu der unter anderem MAN und Scania gehören. Ihre Verkäufe stiegen um 10,5 Prozent auf rund 78.900 Fahrzeuge.
Insgesamt bleibt die Lage für Volkswagen damit angespannt. Während neue Elektromodelle in Europa auf wachsende Nachfrage treffen, belasten insbesondere die massiven Absatzverluste in China und die rückläufigen Verkäufe in den USA das weltweite Geschäft.
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