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China greift gegen Billigpreise durch, doch Europas Autobauer bleiben unter Druck

Tor des Himmlischen Friedens
Tor des Himmlischen Friedens, Quelle: Nick Fewings auf Unsplash

China will den ruinösen Preiskampf auf seinem Automarkt eindämmen. Neue Vorgaben sollen Hersteller und Händler daran hindern, Fahrzeuge mit undurchsichtigen Rabatten oder sogar unter den tatsächlichen Kosten anzubieten. Was zunächst nach einer Entlastung für die gesamte Branche klingt, könnte den Druck auf europäische Autobauer jedoch kaum verringern.

Seit mehreren Jahren kämpfen in China weit über 100 Automarken um Marktanteile. Immer neue Preisnachlässe, kostenlose Versicherungen, zinslose Finanzierungen und hohe Wechselprämien haben die Gewinne vieler Hersteller und Händler schrumpfen lassen. Gleichzeitig entstanden Produktionskapazitäten, die deutlich über der heimischen Nachfrage liegen.

Peking will den Wettbewerb kontrollieren

Die chinesischen Behörden wollen künftig stärker gegen irreführende Preise und Verkäufe unter Herstellungskosten vorgehen. Ziel ist ein Wettbewerb, der sich stärker über Qualität, Sicherheit und Technik entscheidet und weniger über ständig neue Rabattschlachten.

Damit schützt Peking nicht nur Verbraucher. Auch Zulieferer und Händler sollen finanziell stabilisiert werden. Denn sinkende Fahrzeugpreise werden häufig entlang der gesamten Lieferkette weitergegeben. Kleine Unternehmen geraten dadurch besonders schnell unter Druck.

Vollständig verschwinden dürfte der Preiskampf trotzdem nicht. Statt offizieller Preisnachlässe könnten Hersteller verstärkt auf versteckte Vorteile wie günstige Kredite, Gratis-Ausstattung oder Versicherungszuschüsse setzen.

Der Export wird noch wichtiger

Für Europas Autoindustrie bedeutet Chinas Eingreifen deshalb keine Entwarnung. Viele chinesische Hersteller sind auf weiteres Wachstum angewiesen, während der Heimatmarkt gesättigt ist. Der Export gewinnt dadurch zunehmend an Bedeutung.

BYD, Chery, MG und weitere Marken entwickeln längst Fahrzeuge gezielt für europäische Kunden. Trotz zusätzlicher EU-Zölle wächst ihr Angebot. Gleichzeitig entstehen erste Werke in Europa, wodurch Importhürden langfristig an Bedeutung verlieren könnten.

Je schwieriger es wird, Überkapazitäten mit Rabatten in China abzubauen, desto größer könnte der Anreiz werden, mehr Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen. Europa entwickelt sich damit zu einem entscheidenden Schauplatz des Wettbewerbs.

Europäische Hersteller müssen bei den Preisen reagieren

Der Druck ist bereits sichtbar. Hersteller wie Kia haben ihre Preisabstände zu chinesischen Konkurrenten verkleinert und setzen stärker auf Rabatte sowie günstigere Elektroautos. Auch Volkswagen, Renault und Stellantis planen neue Einstiegsmodelle.

China kann seine Rabattschlacht bremsen, aber nicht die internationale Expansion seiner Autohersteller. Für Europas Autobauer bleibt deshalb nur eine Antwort: bessere Technik, niedrigere Kosten und Fahrzeuge, die beim Preis wieder konkurrenzfähig werden.


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