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BMW enthüllt neuen i3: Elektro-3er schafft bis zu 912 Kilometer

BMW 3er
BMW 3er, Quelle: Pressefoto

Eine der wichtigsten Baureihen von BMW startet in eine neue Ära. Mit der achten Generation des BMW 3er treffen erstmals zwei grundsätzlich unterschiedliche Antriebskonzepte unter einem gemeinsamen Design aufeinander. Im Mittelpunkt steht der neue BMW i3, der die Neue-Klasse-Technik in die traditionsreiche Mittelklasse bringt. Bis zu 912 Kilometer WLTP-Reichweite, maximal 400 kW Ladeleistung und bis zu 469 PS machen deutlich, dass BMW beim Elektro-3er nicht kleckert. Gleichzeitig bleibt der klassische Verbrenner erhalten, vom 318 über den 320 bis zum 443 PS starken M350 xDrive.

Der i3 selbst ist dabei nicht mehr mit dem kleinen Elektro-Pionier vergleichbar, der zwischen 2013 und 2022 denselben Namen trug. Der neue i3 ist ein ausgewachsener 3er und basiert als Stromer auf der Architektur der Neuen Klasse. Nach der bereits erfolgten Design-Premiere und dem Produktionsstart legt BMW nun die komplette neue 3er-Familie und weitere technische Details offen.

Bis zu 912 Kilometer: Der i3 wird zum Langstrecken-Stromer

Zum Marktstart stehen zunächst zwei elektrische Versionen bereit. Den Einstieg bildet der BMW i3 40 xDrive. Zwei Elektromotoren liefern zusammen 275 kW beziehungsweise 374 PS und 520 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt die Limousine in 5,4 Sekunden auf 100 km/h und erreicht maximal 200 km/h.

Im Unterboden steckt eine Batterie mit 82,8 kWh netto, die für bis zu 710 Kilometer nach WLTP reichen soll. An einer entsprechend leistungsfähigen Schnellladesäule nimmt der i3 40 xDrive maximal 300 kW auf. Der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent soll unter optimalen Bedingungen lediglich 21 Minuten benötigen.

Noch deutlich mehr Langstreckenpotenzial bietet der BMW i3 50 xDrive. Seine beiden Elektromotoren bringen es gemeinsam auf 345 kW beziehungsweise 469 PS und 645 Nm. Für den Sprint von null auf 100 km/h benötigt der elektrische 3er 4,7 Sekunden.

Der entscheidende Unterschied steckt jedoch im Akku: 108,7 kWh Nettokapazität ermöglichen in der günstigsten Konfiguration bis zu 912 Kilometer WLTP-Reichweite. Damit bewegt sich der neue i3 in Regionen, die bislang nur wenige Elektroautos erreichen.

400 kW Ladeleistung und 423 Kilometer in zehn Minuten

Große Batterie bedeutet beim i3 nicht automatisch eine lange Ladepause. Dank 800-Volt-Architektur erreicht der i3 50 xDrive eine maximale DC-Ladeleistung von 400 kW. Von zehn auf 80 Prozent sollen ebenfalls rund 21 Minuten vergehen.

Noch anschaulicher ist eine andere Angabe von BMW: Unter optimalen Bedingungen lassen sich innerhalb von zehn Minuten bis zu 423 Kilometer WLTP-Reichweite nachladen. Damit dürfte gerade der große i3 50 xDrive auf Langstrecken zu einem der interessantesten Elektroautos im BMW-Portfolio werden.

Auch bidirektionales Laden ist vorgesehen. Der i3 unterstützt unter anderem Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid und kann damit perspektivisch nicht nur Strom aufnehmen, sondern Energie auch wieder an Haus oder Stromnetz abgeben.

2027 legt BMW noch einmal nach. Dann folgt mit dem BMW i3 M60 xDrive das elektrische M-Performance-Modell. Leistungsdaten nennt BMW dafür derzeit allerdings noch nicht.

Neue Klasse auch im Innenraum

Nicht nur beim Antrieb wagt BMW einen größeren Schritt. Im Cockpit zieht das neue BMW Panoramic iDrive ein. Informationen werden über das Panoramic Vision direkt in den unteren Bereich der Windschutzscheibe projiziert. Ergänzt wird es auf Wunsch durch ein 3D-Head-up-Display.

Zentral auf dem Armaturenbrett sitzt außerdem ein 17,9 Zoll großes Display, das deutlich zum Fahrer ausgerichtet ist. Als Betriebssystem dient BMW Operating System X. Die Sprachsteuerung des Intelligent Personal Assistant wird zudem um Amazon-Alexa+-Technologie erweitert.

Optisch verfolgt BMW dabei einen interessanten Ansatz: Elektro-3er und Verbrenner erhalten weitgehend dasselbe Neue-Klasse-Design. Unterschiede gibt es hauptsächlich dort, wo sie technisch notwendig sind. Lange Radstände, kurze Überhänge, bündige Türgriffe und die neu interpretierte Kombination aus BMW-Niere und Doppelscheinwerfern prägen beide Varianten.

BMW 3i Cockpit
BMW 3i Cockpit, Quelle: Pressefoto

BMW lässt den Benziner nicht fallen

Trotz des großen Elektro-Aufschlags bleibt der klassische 3er Bestandteil des Programms. Zum Start nennt BMW zwei Vierzylinder und ein M-Performance-Modell mit Reihensechszylinder. Sämtliche Benziner setzen auf 48-Volt-Mildhybridtechnik und eine Achtgang-Steptronic.

Den Einstieg bildet der BMW 318 mit 156 PS und 250 Nm Drehmoment. Von null auf 100 km/h benötigt er 9,5 Sekunden, maximal sind 215 km/h möglich.

Darüber rangiert der BMW 320 mit 211 PS und 330 Nm. Hier dauert der Standardsprint 7,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h.

Das vorläufige Verbrenner-Topmodell ist der BMW M350 xDrive. Sein 3,0-Liter-Reihensechszylinder arbeitet ebenfalls mit 48-Volt-Unterstützung und stellt eine Systemleistung von 326 kW beziehungsweise 443 PS sowie 580 Nm bereit. Der Allrad-3er erreicht Tempo 100 nach 4,1 Sekunden und wird bei 250 km/h elektronisch eingebremst.

Eine Besonderheit bekommt der M350 ebenfalls: Mit dem neuen „Drift Moment“ lässt sich die Antriebskraft vollständig auf die Hinterräder verlagern. Eine Funktion, die BMW bislang den stärkeren Modellen der M GmbH vorbehalten hatte.

Im Laufe des Jahres 2027 soll außerdem ein Plug-in-Hybrid das Programm ergänzen. Eine konkrete Modellbezeichnung oder technische Daten nennt BMW dafür bislang noch nicht. Ein Diesel taucht in den jetzt veröffentlichten Angaben zur neuen Generation dagegen nicht auf.

BMW M350 Kofferraum
BMW M350 Font, Quelle: Pressefoto

Zwei 3er, zwei Produktionsstandorte

Auch bei der Fertigung trennt BMW die Antriebskonzepte. Der vollelektrische i3 läuft im Stammwerk München vom Band, während die Verbrennermodelle künftig im Werk Dingolfing entstehen. Ab 2027 soll München ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge produzieren.

Damit vollzieht BMW beim 3er einen bemerkenswerten Spagat. Auf der einen Seite steht mit dem i3 ein Elektroauto, das mit bis zu 912 Kilometern Reichweite und 400 kW Ladeleistung technologisch weit nach vorne rückt. Auf der anderen Seite hält BMW am klassischen Vier- und Sechszylinder fest.

Gerade diese Kombination dürfte die neue Generation interessant machen. Der 3er wird elektrisch, ohne dass der Verbrenner verschwindet. Welches Konzept sich langfristig durchsetzt, können die Kunden vorerst selbst entscheiden.

BMW M350 Kofferraum
BMW M350 Kofferraum, Quelle: Pressefoto

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Über den Autor

Christian Lahl

Christian Lahl ist Redakteur und Autor bei Sparneuwagen.de. Sein Schwerpunkt liegt auf Leasingangeboten, Fahrzeugdeals und aktuellen Entwicklungen der Automobilbranche. Dabei legt er besonderen Wert darauf, Angebote transparent einzuordnen und die wichtigsten Konditionen verständlich zusammenzufassen.

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