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Bittere Pille: VW-Beschäftigte müssen mit Gehaltsstopp für Jahre leben

VW-Logo auf rotem Auto
VW-Logo, Quelle: Erik McLean, Unsplash
    • VW muss sparen und versucht das vordringlich über das Personal.
    • Beschäftigte sollen offenbar ab sofort zunächst keine Gehaltserhöhungen mehr bekommen.
    • Der Gehaltsstopp gilt dem Vernehmen nach zumindest bis 2030.

Volkswagen will seine Personalkosten offenbar durch einen mehrjährigen Gehaltsstopp weiter senken. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ sollen die Gehälter zahlreicher Beschäftigter weltweit bis 2030 eingefroren werden. Entsprechende Vorgaben gehen demnach aus internen Konzernunterlagen hervor. Der Betriebsrat bestätigte die Berichterstattung und kündigte Widerstand gegen die Pläne an.

Nach Angaben der IG Metall hat der Konzernvorstand die Personalverantwortlichen weltweit angewiesen, bis 2030 sogenannte Nullrunden vorzusehen. Damit sollen das bestehende Tarifniveau eingefroren und Entgelterhöhungen ausgesetzt werden.

Die Vorgabe soll bereits seit Anfang Oktober gelten und betrifft die Personalplanung ab dem vierten Quartal. Bislang hatte Volkswagen in seinen Personalkostenbudgets üblicherweise Mittel für einen Inflationsausgleich sowie Spielraum für Tarifverhandlungen in den einzelnen Konzernbereichen vorgesehen.

Betriebsrat kündigt Widerstand an

Die Arbeitnehmervertretung hält die Pläne für unrealistisch und rechnet mit erheblichen Widerständen. Ein mehrjähriger Verzicht auf Lohnerhöhungen könnte für die betroffenen Beschäftigten angesichts der Inflation einen realen Einkommensverlust von rund zehn Prozent bedeuten.

Neben dem Einfrieren der Gehälter sehen die internen Richtlinien laut dem Bericht weitere Einsparungen vor. Dazu gehören die Reduzierung variabler Vergütungsbestandteile, die Streichung besonderer Zahlungen und Vergünstigungen sowie ein weiterer Stellenabbau.

Bei der Umsetzung sollen zwar die jeweiligen Rahmenbedingungen der einzelnen Marken, Regionen und Betriebe berücksichtigt werden. Gleichzeitig erwartet die Konzernführung offenbar von allen Bereichen einen angemessenen Beitrag zu den Sparzielen.

In Deutschland beschäftigt Volkswagen rund 275.000 Menschen. Welche Beschäftigtengruppen konkret von den geplanten Nullrunden betroffen wären, geht aus dem Bericht nicht eindeutig hervor. Auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte Volkswagen, man äußere sich nicht zu entsprechenden Spekulationen.

Weitere 50.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen

Die möglichen Gehaltskürzungen durch ausbleibende Lohnerhöhungen sind Teil eines umfassenden Sparkurses bei VW. Volkswagen steht angesichts rückläufiger Absatzzahlen, hoher Kosten und zunehmenden Wettbewerbs unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Anfang September hatte der Aufsichtsrat beschlossen, weltweit weitere 50.000 Stellen abzubauen. Diese kommen zu den bereits zuvor vereinbarten 50.000 wegfallenden Arbeitsplätzen hinzu. Insgesamt könnten damit in den kommenden Jahren bis zu 100.000 Stellen gestrichen werden.

Darüber hinaus steht die Zukunft von vier deutschen Volkswagen-Werken zur Diskussion. Für den Zeitraum zwischen 2031 und 2034 werden mögliche Werksschließungen geprüft.

Mit dem geplanten Gehaltsstopp würde Volkswagen seinen Sparkurs damit über den Personalabbau hinaus auf die Vergütung der verbleibenden Beschäftigten ausweiten. Ob und in welchem Umfang sich die Vorgaben angesichts bestehender Tarifverträge und des angekündigten Widerstands der Arbeitnehmervertretungen durchsetzen lassen, bleibt offen.


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Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.