Zusammenarbeit
Batteriefabrik vor dem Aus: Partnerschaft zwischen Stellantis und Mercedes könnte platzen

Mit der geplanten Batteriefabrik mehrerer europäischer Autobauer in Italien wird es wohl nichts. Dem Projekt droht übereinstimmenden Schilderungen der beteiligten Unternehmen nach das Aus. Die Gründe dafür sind offenbar komplex und vielschichtig.
Eine geplante Batteriefabrik des Gemeinschaftsunternehmens Automotive Cells Company (ACC) in Italien steht offenbar vor dem Aus. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung MF erwägt das Konsortium – an dem Stellantis, Mercedes und TotalEnergies beteiligt sind – die Pläne für das Werk im süditalienischen Termoli vollständig aufzugeben. Eine endgültige Entscheidung soll demnach noch in diesem Jahr oder Anfang 2026 fallen.
Insider berichten, das Vorhaben sei aufgrund „technischer, strategischer und finanzieller Schwierigkeiten“ nicht mehr tragfähig. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass ACC derzeit sämtliche Investitionspläne für die Standorte Italien und Deutschland neu bewertet. Man hoffe, idealerweise noch 2025 Klarheit zu schaffen.
Transformationsschmerzen bei der Verbrennerabkehr
Am Standort Termoli produziert Stellantis bislang Verbrennungsmotoren. Das Werk sollte zu einem von drei geplanten europäischen ACC-Standorten umgebaut werden. Während die Fabrik im nordfranzösischen Billy-Berclau bereits läuft, steckt das Projekt für Kaiserslautern ebenso in der Warteschleife.
Hintergrund ist der schleppende Hochlauf der Elektromobilität in Europa, der die Nachfrage nach Batteriezellen langsamer wachsen lässt als ursprünglich angenommen.
Elektromobilität in Europa braucht einen langen Atem
Der Abschied von den Verbrennern gestaltet sich in ganz Europa schwer. Nicht nur fehlt es vielen Autofahrern noch an Zutrauen zu der neuen Technik, die zudem lange als zu teuer und von Reichweitenproblemen geplagt galt, auch stehen in der Autobranche und hier insbesondere der weit verzweigten und komplexen Struktur an Zulieferern zahlreiche Jobs auf dem Spiel. Nicht zuletzt deshalb sprechen sich immer wieder Stimmen aus Politik und Wirtschaft gegen ein rasches Ende der Verbrenner aus, zumeist vor allem aus Ländern und Regionen, in denen besonders viele Arbeitsplätze an der Autoindustrie hängen.
Stellantis
Über den Autor
Roman van Genabith
Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.Jetzt leasen!
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