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Autonomes Fahren: VW tritt bei Kooperation mit Bosch auf die Bremse

VW-Werk in Wolfsburg, Schornsteine, Backstein
VW-Werk in Wolfsburg, Quelle: Akhil Simha, Unsplash
    • VW stellt laut einem Medienbericht die gemeinsame Entwicklungsallianz für automatisiertes Fahren mit Bosch auf den Prüfstand.
    • Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, soll die sogenannte „Automated Driving Alliance“ (ADA) beendet werden.
    • Offiziell bestätigt hat der Konzern dies bislang nicht.

VW will offenbar nicht mehr mit Bosch an der Zukunft des autonomen Fahrens arbeiten. Die Softwaretochter Cariad und Bosch hatten die Partnerschaft Anfang 2022 angekündigt. Ziel war es, gemeinsam Software für automatisierte Fahrfunktionen schneller zur Serienreife zu bringen. Auf Anfrage erklärte Cariad lediglich, Entwicklungspartnerschaften würden regelmäßig darauf überprüft, ob sie weiterhin zu den strategischen und technologischen Zielen des Unternehmens sowie zu den aktuellen Marktbedingungen passten.

Sparzwänge und Erfolglosigkeit führten zum Aus

Als mögliche Gründe für das Aus der Kooperation nennt der Bericht ausbleibende Fortschritte sowie den verschärften Sparkurs des Volkswagen-Konzerns. Demnach sollen rund 1,5 Milliarden Euro in die Zusammenarbeit investiert worden sein. Intern gelte die entwickelte Technik jedoch als nicht ausreichend wettbewerbsfähig. Insbesondere bei Fahrassistenzsystemen der Stufe Level 2++, die freihändiges Fahren im Stadtverkehr ermöglichen sollen, sehe Volkswagen einen deutlichen Rückstand gegenüber Wettbewerbern.

Cariad verweist darauf, dass sich insbesondere im Bereich der Level-3-Fahrfunktionen die Markt- und Technologieentwicklung in Europa anders entwickelt habe als zu Beginn der Zusammenarbeit erwartet. Zu Einzelheiten möglicher Gespräche mit Bosch wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Nach Angaben von Cariad ist im Rahmen der Kooperation ein KI-basierter Software-Stack entstanden, der sich sowohl in Elektro- als auch Verbrennermodelle unterschiedlicher Fahrzeugklassen integrieren lasse. Die Lösung stehe beiden Partnern weiterhin für den Einsatz in Serienfahrzeugen und für die Weiterentwicklung zur Verfügung. Zu den ersten Modellen mit dieser Software soll der für 2027 angekündigte Volkswagen ID.1 gehören.

Lösungen sollen künftig extern beschafft werden

Der modulare Software-Stack deckt laut Cariad Fahrassistenzfunktionen auf Level 2 ab und ermöglicht in der höchsten Ausbaustufe auch sogenannte „Hands-free“-Funktionen, bei denen der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen darf, das Verkehrsgeschehen aber weiterhin überwachen muss. Auch andere Hersteller wie Mercedes-Benz arbeiten an vergleichbaren Systemen.

Der Medienbericht geht zudem davon aus, dass Volkswagen künftig stärker auf externe Technologiepartner setzen könnte, anstatt Hard- und Software vollständig selbst zu entwickeln. Bei der Hardware arbeitet der Konzern bereits mit Qualcomm zusammen. Der Halbleiterhersteller soll ab 2027 die meisten Elektrofahrzeuge des Volkswagen-Konzerns auf Basis der gemeinsam mit Rivian entwickelten Plattform mit Chips beliefern.

Laut Bild könnte die Zusammenarbeit mit Bosch frühestens Ende Juni offiziell beendet werden. Bis Ende September soll dem Bericht zufolge ein Vertrag mit einem neuen Softwarepartner abgeschlossen werden. Eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Ursprünglich hatte die „Automated Driving Alliance“ vorgesehen, eine KI-basierte Software für Serienfahrzeuge bis Mitte 2026 bereitzustellen. Im Fokus standen dabei automatisierte Fahrfunktionen für Privatfahrzeuge und nicht Robotaxi-Anwendungen.


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