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XPENG greift in Europa an: Neues XXL-SUV G9L kommt aus österreichischer Produktion

XPENG G9L
XPENG G9L; Quelle: Pressefoto

XPENG verschärft seine Europa-Offensive und schickt dafür ein echtes Schwergewicht ins Rennen. Der neue XPENG G9L misst stolze 5,12 Meter, bietet einen Radstand von 3,10 Metern und wird sowohl als reines Elektroauto als auch mit Range Extender angeboten. Noch interessanter für den europäischen Markt: Das neue Flaggschiff wird nicht ausschließlich aus China importiert, sondern künftig auch bei Magna in Graz produziert. Seine große Europapremiere feiert der G9L bereits am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon.

XPENG will den G9L anschließend in insgesamt 64 Ländern und Regionen anbieten. Ob Deutschland direkt zu den ersten Märkten gehört und wann die Auslieferungen hierzulande beginnen, hat der Hersteller noch nicht konkretisiert.

Ein Fünfsitzer im XXL-Format

Mit 5,12 Metern Länge spielt der G9L deutlich oberhalb klassischer Mittelklasse-SUVs. Statt einer dritten Sitzreihe setzt XPENG bewusst auf fünf Sitze und besonders großzügige Platzverhältnisse. Der Radstand von 3,10 Metern soll vor allem den Passagieren im Fond zugutekommen.

Auch beim Gepäck möchte das Flaggschiff punkten. Für den chinesischen G9L nennt XPENG bis zu 1.152 Liter Stauraum, ergänzt durch ein 230 Liter großes Fach unterhalb des Ladebodens. Im Innenraum verteilt der Hersteller außerdem zahlreiche weitere Ablagemöglichkeiten.

Luxus und Digitalisierung stehen ebenfalls weit oben im Lastenheft. Zur chinesischen Ausstattung gehören unter anderem Komfortsitze mit Massage-, Heiz- und Belüftungsfunktion, ein riesiges 88-Zoll-AR-Head-up-Display und ein mehr als zwei Quadratmeter großes Panoramadach. Welche Ausstattung davon in Europa serienmäßig oder optional angeboten wird, dürfte XPENG erst zur Premiere in Paris verraten.

Elektroauto oder Range Extender

Ungewöhnlich ist die Antriebsstrategie. Anders als der aktuelle G9 wird der G9L sowohl als klassisches Batterie-Elektroauto als auch als REEV mit Range Extender angeboten.

Die vollelektrische chinesische Topversion nutzt einen 110-kWh-Akku und soll nach dem dortigen CLTC-Prüfverfahren bis zu 755 Kilometer schaffen. XPENG setzt dabei auf eine 800-Volt-Architektur und 5C-Schnellladetechnik. Unter idealen Bedingungen sollen innerhalb von neun Minuten mehr als 450 Kilometer CLTC-Reichweite nachgeladen werden können.

Beim Range-Extender-Modell gibt XPENG bis zu 435 Kilometer rein elektrische CLTC-Reichweite an. Zusammen mit dem zusätzlichen Verbrennungsmotor als Stromgenerator wächst die Gesamtreichweite auf bis zu 1.602 Kilometer.

Diese Werte lassen sich allerdings nicht direkt mit europäischen WLTP-Angaben vergleichen. Die endgültigen Reichweiten für Europa stehen noch aus.

KI-Technik aus dem humanoiden Roboter

Beim G9L möchte XPENG zudem zeigen, wie eng Auto und künstliche Intelligenz künftig zusammenwachsen können. Das SUV nutzt die neue VLA-2.0-Plattform und sogar den gleichen von XPENG entwickelten Turing-AI-Chip wie der humanoide Roboter IRON.

Vor dem internationalen Marktstart wurde offenbar erheblicher Aufwand betrieben. Laut XPENG absolvierte der G9L 6,74 Millionen Testkilometer in 26 Ländern und Regionen sowie 192 Crashtests. Entwickelt wurde das Modell unter anderem mit Blick auf Euro NCAP, ANCAP und weitere internationale Sicherheitsstandards.

Graz wird für XPENG immer wichtiger

Für Europa ist jedoch vor allem der Produktionsstandort interessant. Der G9L wird künftig sowohl im chinesischen Guangzhou als auch bei Magna in Graz vom Band laufen. Nach G6, G9 und P7+ ist er bereits das vierte XPENG-Modell aus europäischer Fertigung.

Damit wird deutlich, dass XPENG Europa nicht mehr nur als Exportmarkt betrachtet. Lokale Produktion, ein wachsendes Vertriebsnetz und speziell für internationale Märkte entwickelte Fahrzeuge sollen die chinesische Marke langfristig stärker gegen Tesla, BMW, Mercedes und andere etablierte Hersteller positionieren.

In China startet der G9L aktuell zu einem zeitlich begrenzten Einstiegspreis von 231.800 Yuan. Europäische oder deutsche Preise stehen dagegen noch nicht fest.

Spätestens am 12. Oktober in Paris dürfte es deshalb noch einmal spannend werden. Dann erfahren wir, welche Varianten des XXL-SUV tatsächlich nach Europa kommen, welche WLTP-Reichweiten sie erreichen und vor allem, wie aggressiv XPENG den in Österreich produzierten G9L preislich positioniert.


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