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Widersprüchliche Signale: Woran klemmt es bei Teslas Robotaxi?

Tesla Robotaxi Cybercab
Tesla Robotaxi Cybercab, Quelle: PRessefoto
  • Tesla-Chef Elon Musk kündigt seit Monaten einen baldigen Start eines Robotaxi-Dienstes in Kalifornien an und verweist dabei häufig auf regulatorische Hürden.
  • Berichten zufolge liegt die Verzögerung jedoch möglicherweise nicht primär bei den Behörden.
  • Tesla selbst scheint die Entwicklung der fortgeschrittenen Autonomiestufen derzeit nicht sehr engagiert voranzutreiben.

Bei Tesla geht es mit dem Robotaxi, auf dem die ganzen Hoffnungen nicht nur des Unternehmens, sondern auch der geballte Erwartungsdruck der Investoren liegt, seit Monaten nicht recht voran. Wie die Detroit News unter Berufung auf Reuters berichten, hat Tesla im Jahr 2025 keinen einzigen autonomen Testkilometer auf öffentlichen Straßen in Kalifornien gemeldet. Damit blieb der Wert bereits im sechsten Jahr in Folge bei null. Zudem habe das Unternehmen keinen Antrag auf die nächste Genehmigungsstufe für den fahrerlosen Betrieb gestellt.

Mehrstufiges Genehmigungsverfahren

Kalifornien verfolgt beim autonomen Fahren ein mehrstufiges Zulassungssystem. Zunächst dürfen Unternehmen mit einem Sicherheitsfahrer im Fahrzeug testen. In weiteren Schritten können Genehmigungen für Tests ohne Fahrer und später für den kommerziellen Betrieb ohne menschliche Kontrolle beantragt werden.

Tesla verfügt derzeit nur über die erste Genehmigungsstufe. Der Hersteller ist als Unternehmen registriert, das autonome Systeme mit Sicherheitsfahrer testen darf. Hinweise auf Anträge für fahrerlose Tests oder einen kommerziellen Robotaxi-Betrieb liegen bislang nicht vor.

System arbeitet weiterhin unter Aufsicht

Auch bei den bereits angebotenen Fahrten in Kalifornien handelt es sich nach Angaben des Unternehmens nicht um einen vollständig autonomen Dienst. Tesla beschreibt gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde, dass bei diesen Fahrten ein Sicherheitsfahrer auf dem Fahrersitz sitzt. Das System „Full Self-Driving (Supervised)“ könne nur unter Aufsicht eines Fahrers genutzt werden.

Damit entspricht das Angebot eher einem klassischen Fahrdienst, bei dem Assistenzsoftware den Fahrer unterstützt. Einen vollständig fahrerlosen Robotaxi-Dienst testet Tesla seit Juli 2025 lediglich in der texanischen Stadt Austin.

Unterschiedliche Einschätzungen zur Regulierung

Kalifornien gilt als einer der strengsten US-Bundesstaaten bei der Regulierung autonomer Fahrzeuge. Unternehmen müssen umfangreiche Testdaten liefern, Berichte einreichen und mehrere Genehmigungsstufen durchlaufen. Andere Anbieter wie Waymo haben diesen Prozess bereits teilweise abgeschlossen oder arbeiten die einzelnen Schritte schrittweise ab.

Der Rechtswissenschaftler Bryant Walker Smith von der University of South Carolina, der sich auf die Regulierung autonomer Fahrzeuge spezialisiert hat, sieht in der öffentlichen Darstellung ein Missverständnis. Tesla vermittle häufig den Eindruck, dass regulatorische Hürden den Fortschritt blockierten, während tatsächlich eher das Unternehmen selbst bisher keine weiteren Schritte im Genehmigungsprozess eingeleitet habe.

Tesla hat die kalifornischen Vorgaben wiederholt kritisiert und die Anforderungen an Tests und Berichtspflichten als aufwendig bezeichnet. Gleichzeitig spielt autonomes Fahren eine zentrale Rolle in den Zukunftserwartungen vieler Investoren. Ein Teil der Marktbewertung des Unternehmens basiert auf möglichen Erlösen aus Robotaxi-Diensten.

Musk selbst erklärte in einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen im Oktober 2024, er wäre überrascht, wenn Tesla im folgenden Jahr keine Genehmigung erhalte, verwies jedoch darauf, dass der Genehmigungsprozess nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens liege. Berichten zufolge wurde ein entsprechender Antrag im darauffolgenden Jahr jedoch nicht gestellt.


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