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Sicherheit

Verbot für versenkte Türgriffe: China verschärft die Vorschriften

Tesla Interieur
Tesla Interieur, Quelle: Prometheus, Unsplash
  • Versenkbare Türgriffe sind künftig in China verboten.
  • Verschiedene E-Autobauer, allen voran Tesla, setzen seit Jahren auf dieses Design.
  • Bei Unfällen wird diese Bauart jedoch mit unter zur tödlichen Gefahr.

China zieht als erstes Land weltweit die Reißleine bei versenkbaren Türgriffen. Aus Sicherheitsgründen verbietet die Regierung diese Bauart künftig bei Neuwagen. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen in China nur noch Fahrzeuge verkauft werden, deren Türen sich von innen und außen mechanisch öffnen lassen.

Ausfahrbare Türgriffe sind potenziell gefährlich

Auslöser sind wachsende Sicherheitsbedenken. Versenkbare oder automatisch ausfahrende Türgriffe gelten zwar als Designelement mit aerodynamischen Vorteilen, können jedoch nach Unfällen versagen. Fällt die Stromversorgung aus, lassen sich Türen mit rein elektrischen Öffnungsmechanismen unter Umständen nicht mehr öffnen. In solchen Situationen drohen lebensgefährliche Verzögerungen bei der Rettung von Insassen.

Bekannt gemacht hatte das Konzept vor allem Tesla. Zahlreiche chinesische Hersteller übernahmen das Design in den vergangenen Jahren. In den USA laufen gegen Tesla behördliche Untersuchungen sowie Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit tödlichen Unfällen, bei denen sich Fahrzeugtüren nach Kollisionen nicht mehr öffnen ließen.

Die neue chinesische Regelung schreibt vor, dass Türen unabhängig von der Bordelektrik mechanisch betätigt werden können müssen. Das teilte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie laut Medienberichten mit. Ziel ist es, sowohl Bedienprobleme im Alltag als auch das Risiko eines vollständigen Versagens bei Unfällen zu reduzieren. Als weltgrößter Automarkt könnte China damit einen internationalen Trend auslösen.

Betroffene Fahrzeuge müssen umgerüstet werden

Betroffen sind Türgriffe, die in der Karosserie versenkt sind und erst bei Annäherung oder Betätigung ausfahren oder ausklappen. Hersteller müssen ihre Designs entsprechend anpassen. Die Kosten für eine Umrüstung gelten als überschaubar, da klassische mechanische Türgriffe und deren Zulieferketten etabliert sind. Neue Entwicklungen im Bereich versenkbarer Griffe dürfen künftig jedoch nicht mehr eingesetzt werden.

Fahrzeuge, die bereits eine behördliche Zulassung erhalten haben und kurz vor der Markteinführung stehen, müssen bis spätestens 2029 umgerüstet werden. Die Regelung gilt nicht für Kofferraumklappen. Namen konkreter Modelle nannte die Behörde nicht. Laut der staatlichen Zeitung China Daily verfügten im April 2025 rund 60 Prozent der 100 meistverkauften Elektro und Hybridfahrzeuge in China über versteckte Türgriffe.

Hintergrund der Entscheidung ist die Technik vieler moderner Fahrzeuge. Elektrische Türöffner beziehen ihren Strom meist aus dem gleichen Bordnetz wie Fensterheber und Infotainmentsysteme. Wird diese Versorgung bei einem Unfall unterbrochen, funktionieren die Öffner nicht mehr. Zwar verfügen einige Modelle über mechanische Notöffnungen, diese sind jedoch je nach Fahrzeug unterschiedlich platziert und für Laien oft schwer zu finden.

Besondere Aufmerksamkeit erregte in den USA ein Unfall im Herbst 2024, bei dem mehrere Insassen eines brennenden Tesla Cybertruck ums Leben kamen, weil sich die Türen nicht öffnen ließen. Solche Fälle haben die Debatte um die Sicherheit versenkbarer Türgriffe zusätzlich verschärft.

Als Vorteil der versenkbaren Griffe wird häufig ein geringerer Luftwiderstand genannt, der die Reichweite von Elektroautos leicht erhöhen kann. Viele Branchenexperten halten diesen Effekt jedoch für marginal. China setzt nun klar auf Sicherheit statt Design und zwingt die Hersteller zu einem Umdenken bei der Fahrzeugkonstruktion.


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